Venedigs neue 3D-gedruckte Betonbrücke

Die neue Brücke in Venedig besteht aus 53 Einzelteilen. ©Zaha Hadid/naaro

Die 17. Architekturbiennale in Venedig ist das perfekte Forum, um Neuigkeiten bezüglich Design und Realisierung von Bauwerken vorzustellen. Die Architekten von Zaha Hadid nutzen die Veranstaltung, um eine 3D-gedruckte Brücke zu präsentieren. Die vereint gestalterischen Schwung und Technik – auf bislang unerreichte Art und Weise.

Die gedruckte Bogenbrücke, die nun in Venedig eingeweiht wurde, ist die weltweit erste Brücke aus unbewehrtem 3D-Beton. 12 mal 16 Meter misst sie – und zeigt doch schon das ganze Potenzial des 3D-Drucks bei Betontragwerken. Die 53 Einzelteile der Brücke wurden im Labor geformt und durch aufeinanderfolgende Schichten aus Beton gedruckt. So widersteht die gestreifte Struktur enormen Zugkräften. Dafür setzten die Brückenbauer einen speziellen Zweikomponentenbeton ein, den der Betonhersteller Holcim entwickelt hat. Anschließend montierten die Brückenbauer die Bauelemente trocken, also ohne Mörtel, vor Ort. 

Die Brücke im Entwurf – erkennbar sind die Einzelteile in Wabenstruktur. ©Zaha Hadid

Vorteil des Verfahrens ist seine besondere Nachhaltigkeit, betonen die Architekten und Konstrukteure. Denn wird die Brücke künftig nicht mehr benötigt, kann sie demontiert und andernorts neu errichtet werden. Auch verringert das Produktionsverfahren den Einsatz von Stahl und Zement und senkt so den CO2-Ausstoß des Baus. 

Wissenschaftler und Planer arbeiten zusammen

Hinter dem Brückenprojekt stehen viele Parteien: Die Forscher der ETH Zürich, die Architekten von Zaha Hadid sowie die Mitarbeiter des 3D-Betondruckers incremental3Dv und von Holcim. Für sie ist die Brücke in Venedig ein gutes Beispiel dafür, was für ein enormes Potenzial der 3D-Druck auch im Hochbau bietet. 

Die Brückenteile wurden im Labor geformt und mit einem speziellen Zweikomponentenbeton gedruckt. ©in3d

In Beckum steht das erste 3D-Wohnhaus Deutschlands

Schon heute drucken spezielle 3D-Betondrucker kleine Gebäude, die anschließend an ihren Standort gebracht werden. 2017 baute das dänische Unternehmen COBOD in Kopenhagen ein kleines Bürogebäude. Es gilt als das erste 3D-gedruckte Gebäude in Europa. 

Das erste gedruckte Haus Deutschlands steckt in Beckum. ©Peri

In Dubai steht seit kurzem erstmals ein zweistöckiges Gebäude – wir hatten an dieser Stelle darüber berichtet. Und seit wenigen Tagen steht nun das erste gedruckte Haus Deutschlands Besuchern offen: In Beckum in Nordrhein-Westfalen hat der Schalungs- und Gerüstbauer Peri ein zweigeschossiges Einfamilienhaus errichtet. 

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