Punktlandung in London: Modulares Wohnheim eröffnet

Rund um den Globus haben die großen Städte mit knappem Bauraum und steigenden Kosten zu kämpfen. So auch London. Vor zwölf Monaten legte die Tide Construction daher den Grundstein für ein modulares Wohnhochhaus für Studenten. Nur ein Jahr später ist es bezugsfertig. Das Apex House bietet dank halbierter Bauzeit günstigen Wohnraum und jede Menge Komfort.

Eleganter Hochstapler: Modulares Wohnheim in London. Fotos: Tide Construction (5x)

Der Ausblick dürfte das Herz so manch eines Fußballfans höher schlagen lassen. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft des Apex Houses befindet sich das neue Wembley Stadium. Mit 90.000 Plätzen ist es hinter dem Camp Nou in Barcelona das zweitgrößte Stadion Europas. Charakteristisch ist der 133 Meter hohe Bogen, der den gesamten Bau überspannt. Sowie das bewegliche Dach, das die Zuschauer vor den Launen des Londoner Wetters schützen soll. Aber auch das Apex House selbst hat eine architektonische Besonderheit zu bieten, die sich durchaus mit denen seines Nachbarn messen kann. Der Komplex aus einem 29 Stockwerke hohen Turm und zwei niedrigeren Seitengebäuden ist vollständig in Modulbauweise entstanden. Damit sei er der höchste seiner Art in Europa, so der Entwickler Tide Construction. Gestaltet wurde es vom Londoner Architekturbüro HTA Design LLP.

Wie vorab angekündigt, hat die Bauzeit für den 90 Meter hohen Turm am Ende tatsächlich nur zwölf Monate betragen. Das ist insofern erstaunlich, da bei einem Bauwerk dieser Größenordnung für gewöhnlich mit der doppelten Bauzeit zu rechnen ist. Da die Module jedoch bereits im Vorfeld montiert wurden, ließ sich die Arbeitszeit auf der Baustelle selbst drastisch reduzieren. Die fertigen 679 Module wurden in lediglich 13 Wochen zum Turm zusammengefügt. Die Infrastruktur wie Rohrleitungen und Kabel waren bereits in der Fabrik in Bedford verlegt worden.

Room with a view: Baustelle des Apex Houses mit Wembley Stadium im Hintergrund.

Hochhaus aus dem Baukasten

Das bringt gleich eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich. Denn modulares Bauen spart Arbeitskraft und damit Geld. Diese Preisersparnis können die Entwickler an die späteren Mieter weitergeben. Und somit auch wenig solvente Kundenkreise wie eben Studenten ansprechen. Zudem gelingt durch diesen Trick quasi die Quadratur des Kreises. Gilt der Hochbau doch als teuer, doch nutzt er hier teuren Baugrund optimal aus. Bei konventioneller Bauweise bleibt es dennoch unter dem Strich ein Marktsegment für eine eher betuchtere Klientel. Dadurch, dass die Projektentwickler nun viel Quadratmeter Wohnfläche auf wenig Baugrund unterbringen und gleichzeitig die Kosten für den teuren Hochbau senken konnten, lösen sie den Turmbau aus dem Luxussegment. Zumal sie von einer fixen Kostenkalkulation profitierten. Denn im Immobiliengeschäft gilt: je länger die Realisierung eines Projekts dauert, desto größer wird das Risiko einer Kostenexplosion bei den Rohstoffen.

Schickes Design: Auch ästhetisch hat das Apex House seinen Bewohnern etwas zu bieten.

Gemeinschaftsflächen und barrierefreie Apartments

Die gemeinschaftlich genutzte Dachterrasse gehört zu den Highlights des Projekts.

Modulares Bauen bedeutet indes nicht, dass hier nur Box an Box gefügt wurde. Auch die Individualisierung der Grundrisse sowie die Anpassung an die verschiedenen Bedürfnisse der Bewohner sind möglich und wurden umgesetzt. So gibt es zum Beispiel auch verschiedene Einheiten, die barrierefrei für Rollstuhlfahrer ausgebaut wurden. Zudem sind zahlreiche Gemeinschaftsflächen vorhanden, dazu gehört zum Beispiel die Gemeinschaftsterrasse auf dem Dach. Und auch unter ästhetischen Gesichtspunkten muss sich das Apex House nicht verstecken. Gerade die weiß verkleidete Fassade des Eckturms macht einen hochwertigen, zeitgemäßen Eindruck. Städte wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt sollten sich das Konzept ruhig einmal genauer angucken. Denn für Studenten auf Wohnungssuche sind ja auch hierzulande die Aussichten alles andere als rosig.

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