Aufzug auf der Leinwand: Requiem for a Dream

Tatort des Grauens, Platz für Erotik: Wenn in Filmen oder Serien Menschen in einen Aufzug steigen, ändert sich so einiges. Wir zeigen die besten Fahrstuhlszenen der TV- und Kinogeschichte. Diesmal: Kamera am Körper, Schweiß auf der Stirn.

Hört man den Namen Snorri Bros, vermutet man dahinter wohl zunächst ein HipHop-Duo. Doch die beiden Isländer – mit bürgerlichen Namen Einar und Eiður Snorri (und übrigens nicht miteinander verwandt) – kommen nicht etwa aus der Musik, sondern aus der Fotografie und dem Film. Und dort haben sich die beiden Regisseure bereits unsterblich gemacht, durch die nach ihnen benannte SnorriCam.
Noch nie gehört? Kein Problem. Sehr wahrscheinlich haben Sie diese auch als chestcam oder bodycam bekannte Kameraeinstellung trotzdem schon mal im Einsatz gesehen: Ein Schauspieler schnallt sie sich um den Bauch oder an einen Helm und filmt auf diese Weise sich selbst – wobei es dann beim Laufen so aussieht, als würde sich nicht der Schauspieler selbst, sondern nur seine Umgebung bewegen. Der Effekt: Unbehagen und eine gewisse Orientierungslosigkeit beim Zuschauer.
Anwendung fand die SnorriCam schon in diversen Musikvideos, etwa von Mick Jagger und Lenny Kravitz, von Radiohead, Placebo oder den Smashing Pumpkins, aber auch in einigen Filmen: in der Truman Show, Slumdog Millionär oder zuletzt in X-Men: Apocalypse. Besonders passend, um den Schwindel des Drogenrauschs und -entzugs zu verdeutlichen, ist der Einsatz in Darren Aronofskys Requiem for a Dream.

Worum geht’s in Requiem for a Dream?

Vier Personen, die unter Sucht leiden: Die depressive Sara Goldfarb (Ellen Burstyn) ist nicht nur vom Fernsehen besessen, sondern ebenso von dickmachenden Leckereien. Um der Fettleibigkeit zu entgehen, nimmt die Naschkatze unzählige Diätpillen zu sich, die in eine weitere Sucht führen. Sohn Harry (Jared Leto) merkt nichts von der dramatischen Veränderung seiner Mutter, schließlich ist er selbst viel zu sehr mit seinem eigenen Drogenkonsum beschäftigt. Zusammen mit Kumpel Tyrone (Marlon Wayans) und Freundin Marion (Jennifer Connelly) begibt sich Harry immer öfter in eine berauschte Welt fernab der Realität. (Quelle: filmstarts.de)

Worum geht’s im Fahrstuhl?

Schweiß auf der Stirn und ein leicht weggetretener Blick: Marion sind die Folgen ihres Heroinentzugs deutlich anzusehen. Damit der Zuschauer wenigstens halbwegs nachempfinden kann, wie sich das anfühlen mag, klebt die SnorriCam förmlich an Marions müdem Gesicht.

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