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#liftclip: Speedklettern gegen den Aufzug

Martin Dzienski beim Speedklettern

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Diesmal geht es um einen verhinderten Spiderman, der seine Kräfte beim Speedklettern auf sehr fragwürdige Weise einsetzt …

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#liftclip: Geburt im Aufzug – die Storchenfahrt

Warum auch nicht? Die Geburt im Aufzug ist möglich, solange Hebamme und Sitzball dabei sind. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Dieses Mal sind wir ganz dicht dran am prallen Leben – und fiebern mit bei einer Geburt im Aufzug!

Selten sind wir so nah dran an den wirklich bewegenden Themen wie im Aufzug. Zwischen Himmel und Erde saust die Kabine hin und her, verbindet oben mit unten, fern und nah – Zukunft und Vergangenheit. Wenn sie, ja nun, wenn sie wirklich einmal saust. Und damit sind wir schon bei diesem atemberaubenden Liftclip.

Eine Geburt im Aufzug ist nicht so selten

Der dreht sich diesmal um das Thema Geburt. Nun sind Geburten im Aufzug entgegen aller Vermutung kein unbekanntes Phänomen – nicht nur für Filmliebhaber. Auch in dieser Folge geht es um eine junge, hochschwangere Frau.

Sie wird – zum Glück! – begleitet von ihrer Hebamme. Beide begeben sich zum Aufzug, um sich auf die Niederkunft der Schwangeren vorzubereiten. Und dann kommt es tatsächlich, wie es kommen muss: Aus dem unbekümmerten Abwärts wird eine Storchenfahrt …

Aber, das soll gesagt sein, es geht gut aus. Zumindest für Mutter, Kind und Hebamme. Nur der Liftboy entpuppt sich als absoluter Versager. Technisch eine Null: In Minute 1:30 tritt er gegen die Kabinenwand, um den Aufzug wieder in Gang zu bringen. Und in Minute 2:14 befürchtet er noch dazu den Erstickungstod – und das ist ja schlichtweg ausgeschlossen, wie unser Liftboy kürzlich erklärte.

#liftclip: Jacques Tati und die Moderne

Überblick aus der Höhe: Monsieur Hulot auf der Suche nach Monsieur Giffard. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Diesmal geht es direkt in die Moderne – und zwar mit Jacques Tati, dem begnadeten Regisseur von Playtime. 

Jacques Tati war ein präziser Beobachter und Kritiker unserer Zivilisation. Mit der Figur des Monsieur Hulot hat der Schauspieler, Drehbuchautor und Regiesseur der Moderne einen Spiegel vorgehalten. Ähnlich wie seine US-amerikanischen Kollegen Buster Keaton oder Charlie Chaplin nahm Tati die Symptome einer fortschrittsgläubigen Zeit aufs Korn: die Rastlosigkeit, Anonymität und kalte Effizienz. Sechs großartige Kinowerke hat er geschaffen. Im Film „Playtime – herrliche Zeiten“ aus dem Jahr 1967 kommt die vertikale Komponente dazu.

Absurditäten der Moderne

Im Film besucht Monsieur Hulot einen gewissen Monsieur Giffard in einem hochmodernen Bürogebäude. Doch in dessen auf Effizienz und Transparenz getrimmte Architektur verläuft sich Hulot wie eine Laborratte in einer überkomplexen Versuchsanordnung. So gerät er versehentlich in einen Aufzug, den er für ein weiteres Zimmer hält. Starrt vom Absatz einer Rolltreppe aus auf ein verwirrendes Labyrinth aus Büroboxen … nein, hier dient die Architektur nicht dem Menschen. Vielmehr wird dieser aufgefordert, sich den Bedingungen der Moderne klaglos unterzuordnen.

Die Filme Tatis leben nicht so sehr von Dialogen. Sie leben vielmehr von den abstrusen Verrenkungen und Bewegungen, mit denen der pfeiferauchende Monsieur Hulot auf die Anforderungen seiner Zeit reagiert. Markante Geräusche ziehen sich durch den ganzen Film: das Klackern von Monsieur Giffards Schuhen genauso wie die mehrsprachigen Einsprengsel der Telefonistin im Zentrum der Escherschen Büro-Kuben.

Tatis wirtschaftlicher Misserfolg

Jacques Tati, der perfektionistische Regisseur, hat für Playtime eine eigene Stadt als Kulisse bauen lassen – die so genannte Tattiville außerhalb von Paris. Weil aber allein dieser Aufbau so teuer war, blieb der Film trotz großer Erfolge an den Kassen ein Verlustgeschäft. Daraufhin zog sich Tati bald zurück – und die Moderne verlor einen ihrer lustigsten Widersacher .