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Neues Munch Museum für Oslo

Edvard Munch Museum Oslo. Illustration: Estudio Herreros

Der letzte Schrei – als solchen könnte man die gekrümmte Fassade des Gebäudes auch bezeichnen. Tatsächlich hört der Neubau aber auf den Namen Lambda. Das spanische Estudio Herreros hat ein neues Edvard Munch Museum für Oslo geplant. Und Schindler sorgt für den vertikalen Transport im Gebäude. Noch in diesem Jahr soll es seine Pforten öffnen.

Elf Ausstellungsflächen auf sieben Ebenen sollen künftig den rund 28 000 Kunstwerken des Norwegischen Meistermalers Edvard Munch eine neue Heimat bieten. Der gesamte Komplex verfügt sogar über zwölf Etagen, drei davon befinden sich im Sockelgeschoss. 58 Meter ragt es über den Oslofjord. In der Nachbarschaft befindet sich die vielgerühmte Oper des ansässigen Büros Snøhetta, vor dem sich Lambda städtebaulich verneigt. Oder gilt die Geste doch eher dem Malergenie Munch? Der hatte sein gesamtes Werk aus rund 28.000 Skizzen, Zeichnungen und Ölgemälden der Stadt Oslo vermacht. Unter der Auflage, dass diese sie angemessen ausstellt.

Ausstellungsräume im Edvard Munch Museum Oslo. Illustration: Estudio Herreros

Das war der Stadt bislang nur bedingt gelungen. 2004 verschwand sogar Munchs berühmtestes Werk „Der Schrei“ aus dem alten Museum. Glücklicherweise tauchte es zwei Jahre später, wenn auch arg ramponiert, wieder auf. Auch dieses Bild wird seine neue Heimat selbstverständlich im neuen Museum finden. Und so weitere Besucherscharen in das Kulturviertel Bjørvika ziehen, mit dem sich Oslo seit Anfang der 2000er-Jahre ein neues Image als Kulturhauptstadt Europas geben will.

Neues Munch Museum in Oslos Kulturviertel am Hafen

Rolltreppengallerie im Edvard Munch Museum Oslo. Illustration: Estudio Herreros

Federführender Architekt des spanischen Estudio Herreros bei diesem Projekt war übrigens ein Deutscher. Jens Richter entschied sich für eine vertikale Staffelung des Ausstellungsgebäudes, um so den öffentlichen Raum ringsum zu bewahren. Das steigert die Aufenthaltsqualität im Kulturviertel und schafft gleichzeitig einen neuen städtebaulichen Leuchtturm in der Osloer Skyline. Um die Besucher bequem durch die Ausstellungsräume führen zu können, brauchte es jedoch auch eines besonderen Konzepts für den vertikalen Transport. Und hier kommt Schindler ins Spiel. Eine Galerie von 16 Rolltreppen stapelt sich hinter der Glasfassade bis in die Gebäudespitze, in der eine Panoramabar beheimatet ist. Weitere acht Schindler Aufzüge sorgen für eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes. Bleibt nur zu hoffen, dass bis zur geplanten Eröffnung im Herbst auch wieder Touristen aus dem Ausland in die norwegische Hauptstadt reisen dürfen.

Hier geht es zur Referenzwebsite des Projekts bei Schindler Worldwide.

Hier gibt es einen animierten Rundgang durch das neue Edvard Munch Museum.