Schlagwort: Corona

Aufzughygiene: Türen auf für mehr Frischluft?

In der Corona-Pandemie fragen sich viele Betreiber und Nutzer, wie es um die Aufzughygiene bestellt ist. Und ob das Durchlüften der Fahrgastkabine in Ruheposition eine Verbesserung der Raumluft bringt. Das ist zwar möglich, aber nicht in jedem Fall erlaubt.

Die Schulen machen es vor: Alle 20 Minuten Stoßlüften, und die potenzielle Virenlast sinkt rapide. Was nach einem einfachen Rezept für Räume jeder Art klingt, bringt jedoch nicht überall den erwünschten Effekt. Geschweige denn, dass man es überall gefahrlos übernehmen kann. Beispiel Aufzug: Anders als bei einem Klassenraum, handelt es sich dabei um eine technische Einrichtung, an die besondere Anforderungen im Sinne des Brandschutz gestellt werden. Denn so ein Fahrstuhlschacht verbindet eben auch sämtliche Gebäudeebenen miteinander. Bei einem Feuer droht deshalb eine rasche Ausbreitung, wenn die Betreiber bestimmte technische Anforderungen nicht berücksichtigen.

Einschlägig hierzu ist die DIN EN 81-20:2020. Unter Punkt 5.3.12 Schließen von selbsttätig bewegten Schachttüren heißt es: „Schachttüren, die in den Brandschutz des Gebäudes eingebunden sind, müssen im Normalbetrieb nach Ablauf eines Zeitraums, der in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen festgelegt werden darf, geschlossen sein, wenn kein Fahrbefehl vorliegt.

Aufzughygiene auch eine Frage des Brandschutzes

Was heißt das nun für den konkreten Fall? Grundsätzlich lässt die DIN EN 81-20 das Parken mit offener Fahrkorb- und Fahrschachttür zwar zu. Macht es aber gleichzeitig vom nationalen Baurecht und den örtlichen Brandschutzanforderungen/ Brandschutzbestimmungen abhängig. 

Das hat zur Konsequenz, dass der Aufzughersteller allein gar nicht beantwortet kann, ob die Türen einer Anlage in Parkposition geöffnet bleiben dürfen, oder nicht. Denn der Brandschutz ist unter anderem auch Teil des Baurechts. Und das liegt wiederum als Länderrecht in der Kompetenz des jeweiligen Bundeslandes. Letztlich müssen daher die Betreiber im Austausch mit den zuständigen Behörden selbst klären, was erlaubt ist. Möglicherweise gibt auch das Brandschutzkonzept für das Gebäude einen Hinweis – oder der Brandschutzbeauftragte für das Gebäude hilft bei der Klärung.

UV-C-Licht zur Neutralisierung von Keimen und Viren: Die Schindler CleanMobilty Produkte sorgen für zeitgemäße Hygiene im Aufzug. Foto: Schindler

Einige Hinweise liefern jedoch auch Alter und Art der betreffenden Aufzuganlage. Wenn zum Beispiel keine Türen des Typs F90 oder E120 verbaut wurden ist dies ein Hinweis darauf, dass der Aufzug vermutlich keine separaten Brandabschnitte durchfährt. Oft ist dies zum Beispiel dann der Fall, wenn der Aufzug in einem Treppenhaus verbaut ist und das komplette Treppenhaus einen Brandabschnitt bildet.

Und es gibt auch technische Anforderungen an einen Fahrstuhl, dessen Türen geöffnet bleiben sollen. Denn der TÜV verlangt, dass Aufzüge, die mit offenen Türen parken, mit einem „Schutz gegen unbeabsichtigte Bewegung des Fahrkorbs (UCM Uncontrolled Car Movement) ausgestattet sind. Alle Anlagen, die vor dem 01. Januar 2012 in Betrieb genommen wurden und nicht mit UCM-Technik nachgerüstet wurden, sind damit schon einmal ausgenommen.

Checkliste für Anlagen, die für das Parken mit offener Fahrkorb- und Fahrschachttür in der Haltestelle in Frage kommen:

  • Der Betreiber muss vorab klären, welche Brandschutzanforderungen zu berücksichtigen sind. Auskunft hierzu gibt die jeweils geltende Bauordnung. Zu berücksichtigen sind insbesondere Informationen zu den Brandabschnitten und zum Brandschutzkonzept des Gebäudes.
  • Wenn mehrere Brandabschnitte durch den Aufzugsschacht verbunden werden, dann muss der Betreiber sich die Genehmigung für das Parken mit offenen Türen in den Haltestellen des Aufzugs von der zuständigen Baubehörde einholen.
  • Anlagen ohne Einrichtung zum Schutz gegen unbeabsichtigte Bewegung des Fahrkorbs (UCM Uncontrolled Car Movement) sind nicht zum Parken mit offener Tür geeignet. Das gilt insbesondere für Anlagen, die vor dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen und nicht entsprechend nachgerüstet wurden.
  • Wenn alle Zugänge des Aufzugs innerhalb eines Brandabschnitts liegen oder alle erforderlichen Genehmigung für das Parken des Aufzugs mit offener Fahrkorb- und Fahrschachttür vorliegen, kann der Betreiber Kontakt zu seinem Servicedienstleister aufnehmen, damit dieser das Parken mit offener Tür technisch einrichtet.

Wollen Sie die Aufzughygiene verbessern? Informieren Sie sich hier über die Schindler CleanMobilty Lösungen.

Manfred Diekmann ist bei Schindler
für den Fachbereich Standards & Regulations zuständig.
Bei Aufzügen und Fahrtreppen nimmt er Vorschriften
und Normen sehr ernst. Ansonsten schreibt er
aber lieber darüber für den Blog, als selbst Vorschriften
zu machen.

Zuverlässige Handlauf-Desinfektion von Schindler

Sicherer Halt: integrierte Handlauf-Desinfektion von Schindler. Illu: Schindler

Fahrtreppen und Fahrsteige bieten den Fahrgästen Komfort und Effizienz. Für ihre Sicherheit sollen die Fahrgäste den Handlauf nut­zen, um jederzeit einen sicheren Stand zu haben und Unfälle zu vermeiden. Jedoch befinden sich an Handläufen Infektionserreger, die über die Hände übertragen werden können. Die Verbreitung dieser Keime gilt es zu minimieren. Schindler hat eine praktische und zuverlässige Lösung für die Handlauf-Desinfektion entwickelt.

Weiterlesen

CleanSticker: Mit Abstand am sichersten fahren

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verringern, heißt: Abstand halten. Das gilt auch für Aufzüge und Fahrtreppen. Damit die Fahrgäste zuverlässig und wirksam daran erinnert werden, bietet Schindler großformatige Aufkleber an. Die CleanSticker weisen auf das richtige Maß an Distanz während der Fahrt hin.

Weiterlesen

Schindler lanciert CleanMobility-Lösungen

CleanMobility Lösungen von Schindler setzen ein Zeichen für sicheren Transport während der Pandemie – und für danach. Foto: Schindler

Schindler bringt CleanMobility-Produkte auf den Markt, die dank kontaktloser Bedienung, Desinfektion und Innovationen für Social Distancing Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige hygienischer und sicherer machen. Die neuen Lösungen umfassen Smartphone-Apps, die das Drücken von Aufzugstasten ersetzen, fortschrittliches Transitmanagement, Luftreinigungssysteme und UV-Licht-Desinfektion sowie Optionen zur Begrenzung der Passagierzahlen.

Weiterlesen

#fahrstuhl im April: Selfies und Spahn im Aufzug

Spahn im Aufzug

Twitter strotzt nur so vor kuriosen Fundstücken, witzigen Einfällen und absurden Alltagsbeobachtungen – leider rutschen sie schnell durch. Wir graben uns daher einmal im Monat durch die Tweets unter dem #fahrstuhl. Im April sorgte vor allem ein Foto für Furore: das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Aufzug eines hessischen Krankenhauses. Als Antwort hagelte es Fahrstuhlselfies.

Weiterlesen

#fahrstuhl im März: Twitter zu Corona und Aufzug

Twitter zu Corona und Aufzug

Twitter strotzt nur so vor kuriosen Fundstücken, witzigen Einfällen und absurden Alltagsbeobachtungen – leider rutschen sie schnell durch. Wir graben uns daher einmal im Monat durch die Tweets unter dem #fahrstuhl. Im März dominierte das Coronavirus auch auf Twitter das Geschehen. Deshalb widmen wir uns diesesmal ebenfalls dem Thema – und sind um Aufklärung bemüht.

Weiterlesen