Kategorie: Film

Kinofilm & YouTube-Clip: Hier finden Sie alles, was Vertikalität im bewegten Bild festhält

#liftclip: Jacques Tati und die Moderne

Überblick aus der Höhe: Monsieur Hulot auf der Suche nach Monsieur Giffard. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Diesmal geht es direkt in die Moderne – und zwar mit Jacques Tati, dem begnadeten Regisseur von Playtime. 

Jacques Tati war ein präziser Beobachter und Kritiker unserer Zivilisation. Mit der Figur des Monsieur Hulot hat der Schauspieler, Drehbuchautor und Regiesseur der Moderne einen Spiegel vorgehalten. Ähnlich wie seine US-amerikanischen Kollegen Buster Keaton oder Charlie Chaplin nahm Tati die Symptome einer fortschrittsgläubigen Zeit aufs Korn: die Rastlosigkeit, Anonymität und kalte Effizienz. Sechs großartige Kinowerke hat er geschaffen. Im Film „Playtime – herrliche Zeiten“ aus dem Jahr 1967 kommt die vertikale Komponente dazu.

Absurditäten der Moderne

Im Film besucht Monsieur Hulot einen gewissen Monsieur Giffard in einem hochmodernen Bürogebäude. Doch in dessen auf Effizienz und Transparenz getrimmte Architektur verläuft sich Hulot wie eine Laborratte in einer überkomplexen Versuchsanordnung. So gerät er versehentlich in einen Aufzug, den er für ein weiteres Zimmer hält. Starrt vom Absatz einer Rolltreppe aus auf ein verwirrendes Labyrinth aus Büroboxen … nein, hier dient die Architektur nicht dem Menschen. Vielmehr wird dieser aufgefordert, sich den Bedingungen der Moderne klaglos unterzuordnen.

Die Filme Tatis leben nicht so sehr von Dialogen. Sie leben vielmehr von den abstrusen Verrenkungen und Bewegungen, mit denen der pfeiferauchende Monsieur Hulot auf die Anforderungen seiner Zeit reagiert. Markante Geräusche ziehen sich durch den ganzen Film: das Klackern von Monsieur Giffards Schuhen genauso wie die mehrsprachigen Einsprengsel der Telefonistin im Zentrum der Escherschen Büro-Kuben.

Tatis wirtschaftlicher Misserfolg

Jacques Tati, der perfektionistische Regisseur, hat für Playtime eine eigene Stadt als Kulisse bauen lassen – die so genannte Tattiville außerhalb von Paris. Weil aber allein dieser Aufbau so teuer war, blieb der Film trotz großer Erfolge an den Kassen ein Verlustgeschäft. Daraufhin zog sich Tati bald zurück – und die Moderne verlor einen ihrer lustigsten Widersacher .

#liftclip: Der Skyport der Zukunft

Ein Skyport am Rande der Stadt. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. In dieser Woche widmen wir uns jedoch der vertikalen „Konkurrenz“: Ingenieure und Architekten haben überlegt, wie ein City-Airport oder Skyport in einigen Jahren aussehen könnten.

Es ist Urlaubszeit, und wer will da nicht abheben? Am liebsten mit dem Zeitgeist, zum Beispiel mit einem elektrischen Lufttaxi. Der US-amerikanische  Fahrdienstanbieter Uber hat vor Kurzem solche Lufttaxen vorgestellt. 

Theoretisch könnten diese Gefährte ab 2023 in Serie gehen und den Luftraum erobern. Mit ihrem Elektromotor erreichen sie eine Flughöhe zwischen 300 und 600 Metern. Für Starts und Landungen sollen so genannte Skyports auf auf Hochhausdächern genutzt werden. Aber auch eigene Taxistände in den Städten sind im Gespräch.

Wettbewerb für den Skyport

Daher hat Uber einen eigenen Wettbewerb gestartet, um Konzepte für den Skyport einzusammeln. Das hat ja schon einmal ganz gut funktioniert bei den Bahnhöfen für den Hyperloop, die wir an dieser Stelle einmal vorgestellt haben. Auch jetzt haben Architektur- und Ingenieurbüros ihre Rechner zu Höchstleistungen hochgefahren.

Die luftig-transparenten Flughäfen erinnern ein bißchen an die Reichstagskuppel in Berlin. Auch ist meist ein vernetztes Mobilitätkonzept samt Ladestellen für e-Autos, Sharing Parkplätze und Fahrradstationen geplant. Und sie sind voriwegend im sonnigen Süden zu finden, in einer Welt, in der die urbane Avantgarde ohne Staus und Zeitdruck lebt.

#liftclip: New York Waterline Square im Zeitraffer

Die drei Gebäude des Waterline Square-Projekts

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Heute schauen wir aus der Ferne zu, wie die New York Waterline Square Hochhäuser entstehen.

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#liftclip: Zum Tod von Rocky Erickson

Roke Erickson, Sänger und Gitarrist der Band 13th Floor Elevators. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Heute kehren wir zurück zu den Wurzeln des Psychedelic Rock, zu Rocky Erickson von den 13th Floor Elevators.

Die 13th Floor Elevators waren in den 1960er-Jahren eine Band, die von sich reden machte: mit Psychedelic Rock. Unter dem Einfluss von verschiedenen Drogen gelang es den vier Mitgliedern, einige Hits zu landen. Vor allem der Song „You’re Gonna Miss Me“ kam in den Charts gut an.

Nun ist Rocky Erickson, der frühere Sänger der Band verstorben. Erickson wurde 1947 in Austin, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Texas, geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Statt zur Schule zu gehen, machte er Musik. Erst bei den Spades als Gitarrist, dann bei den 13th Floor Elevators als Sänger und Gitarrist.

Rocky Erickson steigt aus

Alkohol, LSD und andere Drogen hinterließen allerdings heftige Spuren: Erickson reihte Krankenhaus- an Sanatoriumaufenthalt. Die Band zerbrach 1969. Nach seiner Entlassung gelangen ihm noch einige musikalische Projekte. Erickson wurde 71 Jahre alt.

Zum Bandnamen 13th Floor Elevators gibt es zwei Geschichten: Die eine besagt, dass sich der Name auf das M, den 13. Buchstaben des Alphabets bezieht. M steht für Marihuana und bringt einen „high“ – wie ein Aufzug. Die andere sagt, der Name sei ein Paradoxon, weil in vielen amerikanischen Hochhäusern auf die 12 die 14 folgt  – die 13 soll Unglück bringen.