Alle Artikel von Ulrike Schattenmann

Flugtaxis: Prototypen gibt es längst – aber werden sie sich durchsetzen?

Flugtaxi

Autonome Elektro-Flugtaxis sollen Menschen emissionsfrei von A nach B befördern und Städte grüner machen. Ist das die Zukunft der Mobilität oder eine Luftnummer?  

Stellt euch vor, ihr steigt morgens nicht ins Auto, die S-Bahn oder den Bus, um zur Arbeit zu kommen, sondern in ein fliegendes Taxi, das durch Häuserschluchten gleitet und euch blitzschnell und ohne Wartezeit zum Ziel befördert. Was klingt wie eine Vision aus einem Science-Fiction Film, ist tatsächlich schon in Arbeit.

Auf der ganzen Welt tüfteln Firmen an sogenannten Flugtaxis, erste Modelle sollen bald in Serie gehen. Aber was ist ein Flugtaxi überhaupt? 

Flugtaxis: Der Traum vom fliegenden Auto

Flugtaxis kombinieren zwei Ideen, die vor wenigen Jahren noch belächelt wurden:

  • die Vision, dass sich Menschen ähnlich wie in herkömmlichen Taxis zu ihrem Zielort bringen lassen – nur eben durch die Lüfte anstatt durch Stau verstopfte Straßen. Das ist übrigens in Megastädten wie São Paulo bereits jetzt schon Alltag. Hier lassen sich reiche Geschäftsleute zwar noch nicht mit Flugtaxis, aber mit Helikopter-Shuttles von Termin zu Termin transportieren.
  • die Weiterentwicklung der E-Mobilität. Immer mehr Elektroautos mit immer leistungsstärkeren Batterien prägen das Bild unserer Straßen. Warum sollen nicht bald auch elektrisch betriebene Passagier-Fluggeräte starten? 

Autonome Flugtaxis: Wie weit ist die Entwicklung?

Tatsächlich ist das Rennen im Luftraum längst eröffnet. Rund um den Globus stehen Start-ups mit Flugtaxi-Prototypen in den Startlöchern, auch in Deutschland. Die meisten davon erinnern an Drohnen, Hubschrauber oder Kleinst-Flugzeuge, sind elektrisch betrieben und Senkrechtstarter – brauchen also weder eine flughafenähnliche Infrastruktur mit Start- oder Landebahn noch Kerosin als Antrieb.

Diese innovative Technik, international bekannt als e-VTOL (electric vertical take-off and landing) lässt die neuen Fluggeräte ähnlich wie Hubschrauber (fast) überall starten und landen. Zudem sind sie – insofern sie mit nachhaltig erzeugtem Strom geladen werden – emissionsfrei und angenehm geräuscharm. Ihr Einsatz, so das Versprechen der Hersteller, könnten den Verkehr auf Straße und Schiene entlasten und grüner machen.

Das sind die 5 wichtigsten Flugtaxi-Entwickler

Volocopter: der Pionier der Szene

Flugtaxi Voloport
Der VoloPort der Firma Volocopter. Foto: Volocopter

Die baden-württembergische Firma Volocopter ist ein Pionier der Szene. Sie hat ein Modell entwickelt, das bald in Serie gehen könnte, aussieht wie eine Mischung aus Drohne und Hubschrauber und autonom gesteuert wird. Das mit 18 Rotoren bestückte Flugtaxi „VoloCity“ bietet Platz für zwei Passagiere und Gepäck und soll erstmals während der Olympischen Sommerspiele in Paris im Jahr 2024 zum Einsatz kommen. Auch Dubai, Singapur und Saudi-Arabien interessieren sich für das City Taxi der Lüfte.


Lilium: Erstes Modell ab 2025 marktreif

Ebenfalls in Deutschland angesiedelt ist das Flugtaxiunternehmen Lilium. Der Fünf-Sitzer des bayerischen Herstellers erinnert mit seinen Flügeln, in die klappbare Elektrorotoren verbaut sind, an einen Mini-Jet. Gerade werden Textflüge absolviert, das erste Modell soll 2025 auf den Markt kommen. Geplant ist auch eine Expansion in die USA.

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Vertical Aerospace: American Airlines hat bereits Modelle bestellt

Prototyp des Flugtaxis X4 des britischen Unternehmens Vertical Aerospace. Foto:

Auch das britische Unternehmen Vertical Aerospace drängt mit seinem elektrischen Mini-Flieger VA-X4 auf den Markt, 2024 sollen die ersten kohlenstofffreien Flugtaxis abheben. American Airlines hat bereits Modelle vorbestellt.

Archer: Das Flugtaxi-Start-up aus den USA

Archer Maker Flugtaxi
Archer tüftelt gerade am Archer Maker. Foto: Archer

Zur gleichen Zeit will auch das das kalifornische Start-Up Archer in die Lüfte abheben. Bis zu 240 km/h schnell und bis 100 Kilometer weit soll der sogenannte Archer Maker fliegen.

Joby Aviation: Erste Testflüge absolviert

Sein Konkurrent, das Flugzeug von Joby Aviation, einem weiteren US-amerikanischen Flugtaxi-Pionier, will sogar Strecken bis 150 Kilometer bedienen. Erste Testflüge wurden bereits erfolgreich absolviert.

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Wie realistisch ist es, dass wir bald Flugtaxis nutzen?

All diese Unternehmen haben Milliarden an Fördergeldern und Finanzspritzen von Investoren eingesammelt, einige davon auch Geld an der Börse. Anleger und Investoren setzen auf emissionsfreie E-Flugtaxis, weil sie für technologiegetriebene und klimafreundliche  Mobilität stehen.

Aber wie realistisch ist es, dass Flugtaxis bald eine relevante Rolle in unserem Verkehr spielen? Stadtentwickler haben da so ihre Zweifel. Gerade in westlichen Großstädten ist der innerstädtische Nahverkehr meist gut ausgebaut, vergleichsweise günstig und sicher. Flugtaxis sind da kaum konkurrenzfähig, zumal es auch noch keine Infrastruktur mit Ein- und Ausstiegsplätzen gibt. Ein Flug wäre wahrscheinlich sehr teuer und eher eine Luxusangelegenheit. Mal ganz abgesehen davon, dass es noch keine Regeln und Auflagen für Flugtaxis gibt, insbesondere wenn sie ohne Pilot, also autonom gesteuert werden sollen. Viele Menschen begegnen dieser neuen Technologie ohnehin mit Skepsis, wie diverse Studien ergeben haben.

Trotz aller Hürden: Flugtaxis kommen

Aber das kann sich ja noch ändern. Auch Elektro-Autos wurden lange ignoriert und belächelt. Wenn die Technik verlässlicher wird und autonome Flüge gesetzlich reguliert werden, könnten Flugtaxis tatsächlich erfolgreich werden. Die emissionsfreien Fluggeräte könnten insbesondere in den Megacities der Entwicklungs- und Schwellenländer Pendelzeiten verkürzen und den Verkehr entlasten. Und in ländlichen Gebieten zur medizinischen Versorgung beitragen.  Die Unternehmensberatung Roland Berger geht für das Jahr 2050 von 160.000 Passagierdrohnen im Einsatz aus. Und São Paulo hat bereits erste Flugtaxis der Münchner Start-ups Lilium bestellt – als Flughafenshuttle in den Lüften, nicht auf der Straße.

Die zehn höchsten Gebäude der Welt

Burj Khalifa

Neue Bautechnologien erlauben immer höhere Gebäude. Wolkenkratzer sind damit auch Prestigeobjekt und faszinierende Ingenieurskunst. Die Organisation Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH) dokumentiert die Rekordjagd und vergibt den begehrten Titel „Best Tall Building worldwide“. Wir schauen in ihre aktuelle Liste der höchsten Gebäude der Welt.

Platz 1: Der höchste Wolkenkratzer der Welt: Burj Khalifa, Dubai, 828 Meter

Er wurde 2010 in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten eröffnet und übertrifft seitdem mit seiner Größe alle anderen Gebäude dieses Planeten: der Burj Khalifa.

Sein Erbauer, der US-Architekt Adrian Smith, hat drei sich verjüngende Gebäudesäulen um eine zentrale Achse herum angeordnet und so gedreht, dass sie dem Wüstensturm möglichst wenig Angriff bieten. Der Fuß des Gebäudes ist einer einheimischen Blume nachempfunden, an der Fassade glitzern 26.000 von Hand geschnittene Glasscheiben. Der Wolkenkratzer, der Apartments, Büros, Hotels und Restaurants beherbergt, hält neben seiner Höhe noch andere Rekorde: So hat er den längsten Fahrstuhlschacht und mit der 163. Etage das höchste bewohnte Stockwerk der Welt.

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Der Burj Khailfa, aus Drohnenperspektive gefilmt

Platz 2: Shanghai Tower, 632 Meter, China: Der Wolkenkratzer mit dem schnellste Fahrstuhl der Welt

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Die Skyline von Pudong, Shanghais Wirtschafts- und Finanzzentrum, zieren viele spektakuläre Wolkenkratzer. Der 2013 fertiggestellte Shanghai Tower jedoch ist mit Abstand der höchste der Stadt – und nach dem Burj Khalifa der zweithöchste Wolkenkratzer der Welt.

Seine spiralförmige Form steht nicht nur für die dynamische Entwicklung des modernen China. Sie macht den Wolkenkratzer auch erdbeben- und sturmsicher. Zudem lässt sich damit  Regenwasser aufgefangen, das für Heizung und Klimaanlagen genutzt werden kann. Ebenfalls besonders: Der Turm ist in neun vertikale Zonen gegliedert, die jeweils ein Quartier bilden, mit Büros, Restaurants, Geschäften und einer lichtdurchfluteten Grünfläche.

Noch ein paar Superlative gefällig? Der Shanghai Tower ist das Gebäude mit der höchsten Aussichtsplattform der Welt – auf 561 Meter – und mit dem schnellsten Fahrstuhl. Übrigens: Geplante Projekte in Russland (Lakhta-Center, 701 Meter) und Malaysia (Merdeka, 679 Meter) werden dem Shanghai-Tower absehbarer Zeit vom Podest stoßen.

Platz 3: Mecca Royal Clock Tower Hotel, 601 Meter, Saudi-Arabien

Das dritthöchste Gebäude der Welt steht in Mekka und ist ein Luxus-Hotel. Es steht zusammen mit weiteren Hoteltürmen in unmittelbarer Nähe der alHarām-Moschee, in deren Hof sich die Kaaba befindet, das zentrale Heiligtum des Islams.

Die Hotels bieten Millionen gläubiger Muslime, die jedes Jahr nach Mekka pilgern, eine komfortable Unterkunft. Bis zu 30.000 Menschen können in dem Komplex untergebracht werden. Das Mecca Royal Clock Tower Hotel ist der höchste der sieben Hoteltürme. Er erinnert vom Aussehen an Big Ben in London und wird von einer langen vergoldeten Spitze samt Halbmond gekrönt. Die kolossalen Ziffernblätter an der Spitze des Turms halten den Rekord sowohl für die größte als auch für die höchste Uhr der Welt.

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Platz 4: Ping An Finance Center, China, 599 Meter

Dieses Bürogebäude des Versicherungskonzern Ping steht in Chinas Boomtown Shenzen. Die Nachbarstadt von Hongkong hat sich in nur wenigen Jahrzehnten von einem Fischerdorf zu einer Zehn-Millionen-Metropole mit Hightech-Kultur und beeindruckender Wolkenkratzer-Skyline entwickelt.

Das von US-amerikanischen Architekturbüro Kohn Pedersen Fox geplante Gebäude wurde 2017 fertiggestellt. Mit seinen 599 Metern und der schmalen, spitz zulaufenden Form, die an einen Bleistift erinnert, ist es ein echter Blickfang. Besonderes Merkmal ist die Edelstahlfassade, für die 1700 Tonnen rostfreier Stahl verbaute wurde. Neben Büros bietet das Gebäude auch Platz für ein Hotel, Restaurants und Einzelhandel.

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In diesem Video der CBTUH kannst du die Entstehungsgeschichte des Ping An Finance Center anschauen.

Platz 5: Lotte World Tower, 555 Meter, Südkorea

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul ist Heimat des fünftgrößten Gebäudes der Welt, das ebenfalls vom amerikanischen Architekturbüro Kohn Pedersen Fox entworfen wurde. Der Lotte World Tower hat 123 Stockwerke, ragt 555 Meter in die Höhe und wird als Wohn-, Büro- und Einkaufskomplex genutzt. Bei der Gestaltung des Turms, der sich zur Spitze hin verjüngt und mit silbernem Isolierglas verkleidet ist, ließen sich die Architekten von traditioneller koreanischer Keramik inspirieren. 

Platz 6: One World Trade Center, 541 Meter, USA

Das One World Trade Center ist Mahnmal, Wahrzeichen und Symbol für eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet. Es wurde am Ground Zero in New York direkt neben der Stelle errichtet, wo vor rund 20 Jahren die markanten Zwillingstürme des ursprünglichen World Trade Centers nach dem Terroranschlag in sich zusammensackten.

In dem schlanken Büroturm befinden sich unter anderem ein Restaurant, mehrere Aussichtsplattformen sowie Radio- und Fernsehstationen. Die Fassade besteht aus acht langgestreckten, gleichschenkligen Dreiecken und reflektiert Licht und Wolken.

Die Höhe von 541 Meter hat eine historische Bedeutung. Übersetzt in die angloamerikanische Maßeinheit sind das genau 1776 Fuß. Diese Zahl ist eine Referenz an das Jahr der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Die ersten Entwürfe für das Gebäude stammen von Daniel Libeskind. Erbaut jedoch hat das One World Trade Center der Architekt David Childs.

Platz 7: Guangzhou CTF Finance Centre, 530 Meter, China

Platz sieben der höchsten Gebäude der Welt teilen sich zwei Wolkenkratzer, die beide in China stehen und auch noch ähnliche Namen haben. Deswegen werden sie leicht verwechselt. Das Guangzhou CTF Finance Centre steht in der in Millionenstadt Guangzhou im Perlflussdelta. Es wurde 2016 fertiggestellt und beherbergt Büros und ein Hotel. Erbaut wurde das Gebäude – wie so einige andere Wolkenkratzer-Rekordhalter auch – vom Architekturbüro Kohn Pedersen Fox. CTF steht übrigens für Chow Tai Fook. So heißt eine bekannte Juweliermarke aus China.

Platz 8: Tianjin CTF Finance Centre, 530 Meter, China

Das Tianjin Chow Tai Fook Binhai Center ist ebenfalls 530 Meter hoch und befindet sich in der chinesischen Stadt Tianjin. Das von dem US-amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill entworfene Gebäude ist noch recht jung – es wurde erst 2019 eingeweiht. Im Wolkenkratzer befinden sich ein Hotel, Büroräume und Luxusapartments

Platz 9: CITIC Tower, 527 Meter, China

Dieser Wolkenkratzer des staatseigenen Finanz- und Investmentunternehmen CITIC überragt mit 527 Metern seit vier Jahren alle anderen Bauten in Peking. Seine taillierte Form erinnert an eine gigantische Vase. Und tatsächlich ließen sich die Architekten – es sind wieder einmal die vom Büro Kohn Pedersen Fox – bei der Planung von einem historischen Gefäß inspirieren, dem sogenannten „Zun“. Daher nennen die Pekinger das derzeit das neunthöchste Gebäude auch „China Zun“.

Platz 10: TAIPEI 101, 508 Meter, Taiwan

Das Taipei 101 belegt derzeit noch Platz 10 unter den höchsten Gebäuden der Welt und ist mit seinem Baujahr 2004 das älteste Hochhaus in dieser Liste. Seine Form mit den achtstöckigen Modulen ist einer chinesischen Pagode nachempfunden. Eine jadegrüne Glasfassade reflektiert das Licht. Spektakulär ist die Konstruktion, die den Büroturm einsturzsicher macht. Schließlich liegt Taipeh in einer der aktivsten Erdbebenregionen der Welt: In der Spitze des Turms befindet sich ein 660 Tonnen schweres Stahlpendel, das Schwankungen ausgleicht, wenn der Boden zittert. Bis jetzt hat es funktioniert.