Kategorie: Architektur

Architektur & Städtebau: Hier finden Sie alles, was das Bauen in die Höhe betrifft

Persischer Golf: Vertikale Hightech-Oase

Persischer Golf: Skizze der geplanten vertikalen Oase

Wie sieht es aus, wenn eine moderne Oase in die Höhe wächst? Das haben sich die Architekten des polnischen Büros FAAB gefragt. Und schlagen einen Hightech-Turm vor, der sich an viele Gegebenheiten anpassen und dabei noch ein positiven Effekt für seine Umwelt haben soll.

Bei allem Wohlstand haben die Anrainer des persischen Golfs ein Problem: Nachhaltig ist ihre moderne Lebensweise nicht. Jetzt kann man sagen, dass ist die moderne Lebensweise kaum irgendwo auf dem Globus. Allerdings trifft das die Wüstenstaaten noch einmal besonders. Die geringe Vegetation gepaart mit chronischem Wassermangel führte in der Vergangenheit zu äußerst energieintensiven Lösungen. Vor allem, was die Kühlung der Gebäude und die Deckung des Frischwasserbedarfs betraf.

Deshalb schlagen die polnischen Architekten von FAAB nun ein Gebäudekonzept vor, das eine zeitgemäße Lösung für beide Probleme bereithält. Und greifen dabei das „Vertical Forest„-Konzept auf, das weltweit im Trend liegt. Das Besondere daran: Der Zustand jeder einzelnen Pflanze wird per App überwacht. Das erlaubt es den Architekten, sowohl die Sauerstoffproduktion zu überwachen, als auch die Vegetation gezielt an die lokalen Bedingungen anzupassen. Kombiniert mit einer Hightech-Hülle aus äußerst widerstandsfähigen, durchsichtigen und opaken Solarelementen, trägt die Fassade wesentlich zur Energiebilanz des Gebäudes bei.

Einsatzgebiet: Persischer Golf bis Skandinavien

Hilfreich beim Wassermanagement soll unter anderem die dichte Bauweise sein. So erzeugten die Fassaden ihr eigenes Mikroklima, das die Verluste durch Verdunstung gering hält. Grauwasserrecycling und das Sammeln von Regenwasser könnten das System unterstützen. Denn: je nach Einsatzgebiet ist das Gebäude-Konzept skalierbar. Das ergibt sich aus der modularen Bauweise, bei der vorgefertigte Elemente in unterschiedlicher Zusammensetzung den jeweiligen klimatischen Bedingungen angepasste werden können. Während die Isolierung am Persischen Golf den Energiebedarf für die Kühlung um 66 Prozent reduziert, reduziert sie in Skandinavien den für Wärme um 30 Prozent.

Das zeigt aber auch, dass das Konzept vor allem in Wüstenstaaten ein Segen sein kann. Denkbar sei zum Beispiel auch, so die Architekten, mehrere dieser Gebäude zu kleinen Stadtvierteln zusammenzuschließen. Dies würde Synergieeffekte mit sich bringen, welche die Energiebilanz noch einmal deutlich verbessern. Der Reiz hier läge darin, kleine Oasen zu schaffen, die traditionell besser innerhalb eines Wüstenklimas zu erhalten sind, als große Städte. Zunächst aber bräuchte es aber natürlich erst einmal Investoren, die dem Prototyp eine Chance geben. Am Willen zur Innovation und am nötigen Kleingeld mangelt es der Region ja zum Glück nicht.

Hudson Yards: New York on the Edge

30 Hudson Yards Edge Copyright: Related Oxford

Das neue Quartier Hudson Yards in New York City ist der neue Anziehungspunkt der Stadt. Und seit Kurzem um eine weitere Attraktion reicher: Mit 395 Meter Höhe ist 30 Hudson Yards das zweithöchste Bürogebäude der Stadt. Doch die eigentliche Attraktion schwebt in 344 Meter Höhe. Dort breitet sich mit Edge das wohl spektakulärste Aussichtsdeck der Stadt aus.

Wenn die Skyline zum Teppichmuster wird: Auf 344 Metern über dem Grund befinden sich die Besucher der neuen Aussichtsplattform Edge im Bürogebäude 30 Hudson Yards selbst für New Yorker Verhältnisse in luftiger Höhe. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn, anders als das höchste Aussichtsdeck auf 373 Metern im Empire State Building, liegt Edge im Freien. Bisher konnten Touristen diesen Nervenkitzel im Empire State Building auf maximal 320 Meter erleben.

Beeindruckende Kulisse: Blick von der Aussichtsterrasse über die Stadt. Copyright: Related Oxford

Hudson Yards: Living on the Edge

Die grandiose Aussicht durch rahmenlose Panoramafenster über den Hudson und die Skyline ist jedoch nur ein Teil der Attraktion. Denn in der rund 700 Quadratmeter großen Außenfläche befindet sich noch eine bodenlose Überraschung. Durch einen dreieckigen Glasboden in der Mitte der Anlage dürfen ganz Mutige einen Blick in die Tiefe wagen. Eine ähnliche Attraktion ist bereits aus Bangkok bekannt. Vorreiter China ist sogar noch ein wenig weiter gegangen, und lässt seine Gäste auf Glasbrücken und -wegen über dem Abgrund wandeln. In beiden Fällen hat sich das Konzept als Touristenmagnet erwiesen. Und so ist auch für Edge eine Karriere als eine der neuen Hauptattraktionen New Yorks vorgezeichnet.

Nervenkitzel: Der Glasboden gibt den Blick auf den Abgrund frei. Copyright: Related Oxford

Meisterwerk aus Stahl und Glas

Für den spektakulären Entwurf zeichnet das amerikanische Architekturbüro Kohn Pedersen Fox im Auftrag von Related Oxford verantwortlich. Die Glasfront mit 360-Grad-Blick auf die Stadt ist aus 79 einzelnen Paneelen gefertigt, von denen jedes 2,74 Meter hoch und fünf Zentimeter stark ist. Hergestellt wurden sie in Deutschland und Italien. Da sie sich in einem Winkel von 6,6 Grad nach Außen neigen, können sich die Besucher hier über den Abgrund lehnen. Wenn sie es sich denn trauen. Das ist natürlich noch einmal ein ganz anderer Thrill, als der gemütliche Aufstieg zum benachbarten Vessel.

Derzeit ist Edge wie so vieles anderes geschlossen. Wer dennoch wenigsten virtuell schon mal ein Blick riskieren möchte, kann sich auf Youtube einen ersten Eindruck verschaffen.

Steigenberger Frankfurt: Neues Leuchtfeuer

Steigenberger Frankfurt Konferenz- und Kongresshotel

Das neue Stadtviertel Gateway Gardens bekommt einen neuen Leuchtturm. Das Kongresszentrum von Steigenberger Frankfurt liegt strategisch ideal zwischen Flughafen und Innenstadt. Und auch der Regionalverkehr ist fußläufig erreichbar.

Seit vergangenem Jahr ist es offiziell: Gateway Gardens ist Frankfurts Stadtbezirk Nummer 327. Wobei der Begriff ein wenig seltsam anmutet für ein Areal, das Konzerne vornehmlich für den Sitz ihrer Zentralen nutzen. Deshalb ist hier nach Büroschluss auch kaum etwas los. Nun erhält der Bezirk jedoch einen Neubau mit Strahlkraft. Steigenberger Frankfurt plant ein Hotelkomplex mit Kongress- und Konferenzzentrum auf 5.500 Quadratmeter Fläche. Es wird eins der größten seiner Art in Deutschland sein.

Vorzug der Lage: Aus den oberen Stockwerken ergeben sich spektakuläre Aussichten auf die Skyline und den Frankfurter Airport. Illustrationen (2): Groß und Partner.

Mit besten Anschlüssen ins Aus- und Umland

Für diesen Titel qualifiziert sich der Bau vor allem durch seine Lage. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen, mit einer S-Bahnstation vor der Haustür und wenigen Fahrminuten zum Hauptbahnhof liegt er mitten im Transit. Und damit im Fokus internationaler Konzerne, die Reise- und Unterbringungskosten für Kongresse und Konferenzen zunehmend streng budgetieren. Kurze Wege sind effizient – damit liegt das Steigenberger Frankfurt voll im Trend.

Der Spatenstich für die Projektentwicklung von Groß & Partner ist für kommendes Jahr geplant, die Eröffnungsfeier schon für das Jahr 2024. Bis es soweit ist, bleibt noch einiges zu tun. Der rund 70 Meter hohe Hotelkomplex soll nach Fertigstellung eine Bruttogrundfläche von 34.000 Quadratmeter bieten. Die teilt sich auf ein Hotel mit 527 Zimmer und Suiten sowie die Flächen für Kongresse auf. Highlight hier wird ein teilbarer Kongresssaal mit 2.300 Quadratmetern Nutzfläche für rund 3.000 Personen sein, der über eine lichte Raumhöhe von 6,5 Metern verfügt.

Steigenberger Frankfurt: Nachtleben in Flughafennähe

Bietet der Entwurf auch – nun ja – erwartbare Kongressarchitektur, zieht der Bau jedoch vor allem Vorteil aus seiner Lage. Schließlich ist man dem Image der Hochhausstadt Frankfurt verpflichtet. Im 18. Stock des nördlichen Turms bietet der Spa- und Wellnessbereich einen freien Blick auf den Stadtwald und die Frankfurter Skyline. Die öffentlich zugängliche Skybar im südlichen Turm lenkt dagegen den Blick auf das Vorfeld des Flughafens. Damit dürfte nun endlich auch das Nachtleben in Frankfurts Stadtbezirk Nummer 327 einziehen.

PORT-Transitmangement: Türöffner für die WISAG

WISAG Zentrale Frankfurt a.M. PORT-Transitmangement Referenz

Sanierung statt Neubau: Für seine Unternehmenszentrale modernisierte der Dienstleistungskonzern WISAG das alte IBM-Gebäude nahe dem Frankfurter Flughafen unter ökologischen Gesichtspunkten. Einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz leisten die Aufzüge mit Schindler-Antrieben nach Stand der Technik und innovativem PORT-Transitmanagement.

In der WISAG Unternehmenszentrale herrscht reger Trubel, wenn die rund 300 Angestellten zur Arbeit kommen. Stau vor den Aufzügen? Fehlanzeige. Im Frankfurter Stadtteil Niederrad muss niemand anstehen, weil die PORT-Technologie von Schindler die Mitarbeiterströme für die vier Personenaufzüge regelt. Dabei sind die Aufzüge nicht neu: Die WISAG ließ sie – wie das gesamte Gebäude – kernsanieren.

PORT-Transitmanagement WISAG Zentrale Frankfurt a.M.
Dank PORT-Transitmangement kommt es auch zu Stoßzeiten nicht zu Staus.

PORT-Transitmanagement im alten Kern

In der Herriotstraße 3 führte der deutschlandweit agierende Dienstleister für Flugwesen, Immobilien und Industrie 2014 die Zentralen seiner bundesweit verteilten Gesellschaften zusammen. Die Devise lautete „Revitalisierung statt Neubau“ – entsprechend der Unternehmensvision, überwiegend mit ökologischen Produkten und Verfahren zu arbeiten. „Allein bei der Errichtung einer neuen Zentrale wären fast 50 Prozent des CO2-Ausstoßes auf das Konto des Rohbaus gegangen“, sagt Oliver Spoida, Geschäftsführer des zur WISAG gehörenden Beratungsunternehmens 2COM und Leiter des Projekts. So verwendete der Bauherr nach einem Konzept von Schindler die Kabinenrahmen und Führungsschienen bei den vier vorhandenen Aufzügen weiter.

Antrieb hilft beim Energiesparen

Seildurchbrüche und Befestigungspunkte waren im Gebäude bereits vorhanden. Die Wahl fiel daher auf den Antrieb vom Typ Schindler DR SGB 142, der sich flexibel anpassen und einfach montieren lässt. Im Betrieb zeigt der Antrieb weitere Vorzüge: Dank hohem Wirkungsgrad und der Frequenzregelung in Kombination mit einem Wechselrichter, der überschüssige Bremsenergie zurück in das Versorgungsnetz des Gebäudes leitet, senkt er den Energieverbrauch – und damit die Betriebskosten – deutlich.

Komfortabel und farbenfroh

Auch die Fahrgäste profitieren von der Regelungstechnologie, die hohe Haltegenauigkeit und damit ein sicheres Ein- und Aussteigen ermöglicht. Die Tragmittel aus speziellen Metallkabeln mit Elastomerummantelung sorgen zudem für laufruhigen Fahrkomfort.

Fahrstuhl WISAG Zentrale Frankfurt a.M.
Das Design der Fahrstühle orientiert sich am Gebäudekonzept der farbenfrohe Zentrale.

Das repräsentative, freundliche Farbkonzept des Gebäudes spiegelt sich indes auch in den Aufzügen wider. „Bunt ist Teil unseres Leitbilds und steht für die Vielfalt an Menschen und Dienstleistungen, die zur WISAG gehören“, erklärt Spoida. Das farbenfrohe Design der Außenverkleidung setzt sich jetzt in den Aufzugskabinen mit Wandverkleidungen aus farbig hinterlegtem Glas und perlgestrahltem Edelstahl fort.

Allzu lange Zeit verbringen die Mitarbeiter und Gäste der WISAG allerdings nicht im Aufzugsvorraum – dank des von Schindler entwickelten PORT-Transitmanagements (Personal Occupant Requirement Terminal), das auf einer Zielrufsteuerung basiert. Es ist über eine Schnittstelle an ein Zutrittssystem der Firma Honeywell in der Lobby gekoppelt.

Lesen Sie den ganzen Beitrag jetzt auf der Referenz-Website von Schindler Deutschland. Und entdecken dort regelmäßig neue, spannende Projekte aus der Welt der vertikalen Mobilität!

Erfurt Tower: Fachwerk im Hochbau

Eintritt in die Stadt: Die beiden Türme West (links) und Ost nach dem Entwurf der österreichischen Architekten Delugan Meissl Associated Architects. Quelle: Delugan Meissl Associated Architects

Mit der neuen ICE-City soll Thüringens Landeshauptstadt Erfurt zur kleinen, feinen Metropole wachsen. Nun haben die Architekten von Delugan Meissl Associated Architects einen Entwurf für das städtebauliche Entrée der Stadt vorgelegt. Die Erfurt Tower orientieren sich gestalterisch an den Fassaden der Altstadt.

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