Gröninger Hof in Hamburg: Ein Parkhaus wird Wohnhaus

Vorderansicht des Entwurfs zur Straße hin. ©Duplex Architekten

Hamburg braucht bezahlbare Wohnungen? Eine Genossenschaft baut ein Parkhaus in der Innenstadt um. Rund 80 Wohnungen sollen dabei entstehen.

Die Wohnungssituation in Hamburg ist angespannt. Neue Formen der Stadtentwicklung könnten helfen, die Lage zu lindern. Zum Beispiel in der Altstadt. Hier befindet sich im Quartier zwischen Katharinenkirchhof und Katharinenquartier das Parkhaus Gröninger Straße. Der historische Bau aus dem Jahr 1963 bot 550 Autos Platz. 

Nun soll das Parkhaus mit seiner maroden Fassade aufgewertet werden. Anfang 2020 hat die Stadt beschlossen, aus dem Bau einen Wohn-, Arbeits- und Lebensort zu schaffen. Dafür hat sie das Parkhaus samt Grundstück einer Genossenschaft im Erbbaurecht überlassen.

Genossenschaft Gröninger Hof leistet mehr als Wohnraum

Wohnungsbaugenossenschaften befinden sich derzeit im Aufwind. Denn sie versorgen nicht nur ihre Mitglieder mit preisgünstigem Wohnraum, sondern wollen im Zweifel weitere Ziele verwirklichen. Die soziale Stadtentwicklung und der Gemeinschaftsgedanke spielen häufig eine Rolle. So auch bei der Genossenschaft Gröninger Hof. Rund 300 Menschen haben sie 2018 gegründet, seit März 2021 hat sie den Gründungsstatus verlassen und ist nun voll handlungsfähig. 

Mitten in der Altstadt liegt das Parkhaus Gröninger Straße. ©Duplex Architekten

Für die Gestaltung des Parkhauses hat die Genossenschaft einen Architekturwettbewerb ausgelobt. Dabei soll möglichst viel des 60er-Jahre-Baus erhalten bleiben und umgebaut werden. So kann viel Energie und CO2 eingespart werden. Gewonnen haben die Architekten von Duplex aus Zürich den Wettbewerb. Ihr Vorschlag macht die Nutzung des Gebäudes in vielen Punkten sehr nachhaltig. So bleiben weite Teile der Rohbaukonstruktion des Parkhauses erhalten. Eine mehrgeschossige Aufstockung in Holzleichtbauweise ergänzt die unteren Etagen.

Nachhaltige Konstruktion und Betrieb

Dabei soll Holz als Primärkonstruktion und Fassade vor allem die wirtschaftlichen Folgekosten niedrig halten. Folgekosten durch Sanierung und Entsorgung im Gebäudezyklus werden minimiert. Denn Holz ist langlebig und auf Grund seiner Verfügbarkeit als nachwachsender Rohstoff nachhaltig.  Im Betrieb sollen Wärmepumpen, Fernwärme und Photovoltaikanlagen den Energieeinsatz und die Effizienz des Gebäudes erhöhen. 

Seitenansicht des Park-Hauses der Genossenschaft Gröninger Straße. ©Duplex Architekten

Und schließlich sieht der Entwurf ein offenes Erdgeschoss vor, das den öffentlichen Straßenraum einbindet und Besucher und Bewohner gleichermaßen willkommen heißt. Der große, überdachte Eingangsbereich soll durch die vielfältige Bespielbarkeit einen Mehrwert für das gesamte Quartier schaffen.  Dazu gehören auch sehr viel Grün und ein neu gestalteter Innenhof. Außerdem sollen Gewerbe und Cafés Platz finden.

„Eine enorme Chance mit Vorbildcharakter“

„Wo früher Autos parkten, findet künftig lebendiges Wohnen, Arbeiten und ein vielfältiges Miteinander statt. Eine gestapelte urbane Landschaft umgeben von viel Grün – alles unter einem Dach im Zentrum der Hamburger Innenstadt – eine enorme Chance mit Vorbildcharakter!“, heißt es bei den Architekten von Duplex. „Damit ist die Umnutzung des Parkhauses viel mehr als nur die Konversion einer Bestandsstruktur, sondern vor allem zeitgemäßer Ausdruck des gesellschaftlichen und ökologischen Wandels.“

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