The Moon Catcher: Harmonie statt Einsamkeit in London

Moon Catcher-Projekt: Die Verbindung zwischen Mond und Stadt, zwischen Natur und Seele soll die Einsamkeit in der Stadt lindern. Quelle: v2com

Konzeptstudien haben ja immer den Vorteil, dass sie mühelos wunderbare Lösungen für eine Herausforderung anbieten, die uns allen auf der Seele brennt. So ist auch das Problem, mit dem sich Piotr Śmiechowicz beim The Moon Catcher befasst, äußerst real. Wie leben wir in der Stadt von morgen? Und wie gehen wir damit um, dass immer mehr Menschen vereinsamen und in soziale Medien flüchten?

Piotr Śmiechowicz ist ein Architektur-Designer, der nach Stationen in Polen und Portugal nun in Großbritannien lebt. Er hat gerade das Moon Catcher-Projekt vorgelegt, um Mensch und Natur in der Stadt miteinander zu versöhnen. Ausgangspunkt sind für ihn die psychischen Probleme junger Einwohner in London. Ein großer Prozentsatz der jungen Menschen leide unter Angstzuständen und Depressionen und habe sogar Selbstmordgedanken, so Śmiechowicz. 

Zwei von fünf jungen Menschen fühlen sich isoliert

Dafür seien die sozialen Medien und Trends verantwortlich, die selbst die intimsten Aspekte unseres Lebens isolieren: Obwohl junge Menschen jede Menge Freunde auf Social-Media-Plattformen haben, fühlen sich zwei von fünf 16- bis 24-Jährigen einsam und isoliert. 

Ein kleines Modell des Showrooms. Quelle: v2com

Mit dem Moon Catcher schlägt Śmiechowicz einen besonders gestalteten kulturellen Ausstellungsraum vor. Der soll jungen Menschen helfen, sich mit der Natur auszusöhnen: Mentale Anregung und Abschied vom blauen Licht der Bildschirme. Freude in Körper und Geist, ganz im Sinne Epikurs, der Lust und geistige Gesundheit miteinander verbinden wollte. 

The Moon Catcher vielfach belobigt

The Moon Catcher ist ein Studentenprojekt, das bereits viel Anerkennung gefunden hat. In diesem Jahr wurde es auf der Architekturbiennale Venedig – Time Space Existence ausgestellt. Auch ein Architecture MasterPrize und das Royal Institute of British Architects haben The Moon Catcher belobigt.

Der Mond in Soho: Ein Ausstellungsraum mitten im quirligen London. Quelle: v2com

Als Standort für den Raum schlägt Śmiechowicz den Stadtteil Soho vor, den gefühlten Sündenpfuhl Londons. „Siehst Du den Mond über Soho?“, fragt der Räuber Macheath in der Dreigroschenoper. „Ich sehe ihn …“, antwortet Polly Petchum. Und damit ist ihr Schicksal besiegelt. Das greift Śmiechowicz auf: “ In der Abenddämmerung wird das kollektive Mondbad zum Dernier Cri“, schreibt er im Konzept. Kosmologie statt Nachtleben und Sexindustrie. Eine Welt der Liebe statt Einsamkeit und Angst.

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