So baut das Umweltbundesamt in Berlin

Siegerentwurf von rw+ Gesellschaft von Architekten. "Gelungenes Gesamtkonzept für ein Innovation und Zukunft ausstrahlenden Laborgebäude", sagt die Jury. Quelle: BBR

Kürzlich hatte das Umweltbundesamt zum Wettbewerb für einen Neubau in Berlin gerufen. Nun hat sich das Amt für einen Entwurf entschieden. Das Vorhaben zeigt, wie komplex es ist, nachhaltige Bauansprüche in der Realität umzusetzen.

Das Umweltbundesamt ist die zentrale Umweltbehörde des Bundes und ist seit 2005 in Dessau-Roßlau angesiedelt. Dort arbeiten gut 970 der rund 1.600 Mitarbeiter. Nun hat das Amt beschlossen, ein bestehendes Gebäude in Berlin-Dahlem für eine Zwischenlösung fit zu machen, um mehrere Forschungsbereiche vorübergehend unterzubringen. Dafür muss ein denkmalgeschütztes Laborgebäude grundsaniert werden. Ein bestehender Anbau aus dem Jahr 1961 soll durch einen neuen Labor- und Verwaltungsbau ersetzt werden. 

Entwurf von Nickl Architekten: Respekt für die vorhandene Bausubstanz, selbstbewusst in der Gestaltung, so die Jury. Quelle: BBR

Für diese Aufgabe hat das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) einen nicht offenen, einphasigen Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren ausgelobt. Preisträger ist rw+ Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin mit einem Entwurf, der auf den scharfen Kontrast zwischen den Gebäuden setzt. Rund 39,5 Millionen Euro dürfen Neubau und Grundsanierung kosten. Einige Jahre will das Amt das Gebäude nutzen. Später sollen die Flächen an andere Bundeseinrichtungen vermietet werden. 

Ein spannendes Ensemble aus Alt und Neu: Der drittplatzierte Entwurf von TRU Architekten. Quelle. BBR

Kritik: Umbau statt Neubau?

Kritiker werfen dem Amt allerdings vor, durch den Neubau das selbst gesetzte Prinzip Umbau statt Neubau zu verletzen. Allerdings gab das Amt an, der bestehende Anbau sei nicht geeignet für künftige Laborflächen und die Fassade energetisch veraltet. Von 22 teilnehmenden Büros haben daher auch nur zwei das Bestandsgebäude in ihre Konzepte integriert.

Eines davon stammt vom Büro Behnisch aus Stuttgart. Die Stuttgarter wollen die ersten drei Ebenen des Bestandsgebäudes beibehalten. Nach Berechnungen der Architekten bietet der teilweise Erhalt der Betonstruktur fast 52 Prozent Einsparung bei CO2-Emissionen im Vergleich zu einem neuen modularen Holzgebäude.

„Ein dem Umweltbundesamt angemessenes Konzept“: Der Entwurf des Büro Behnisch erhält die offizielle Anerkennung. Quelle: BBR

Komplexe Umzugspläne

Hinter der Ausschreibung steht ein recht kompliziertes Vorhaben des Umweltbundesamtes. Künftig will das Umweltbundesamt bestehende Labors aus zwei Berliner Standorten und Langen in Hessen an einem Ort in Berlin-Marienfelde zusammenführen. Dort befinden sich bereits mehrere Büros, Labore und Versuchsanlagen sowie die Fließ- und Stillgewässer-Simulationsanlage. 2013 entstand hier das erste Nullenergiehaus des Bundes, das Haus 2019. 

Das bestehende Gebäude in Marienfelde soll umfassend saniert werden. Neubauten schaffen weitere 6.977 Quadratmeter Nutzfläche. Allerdings gibt es noch keinen festen Zeitplan für die Sanierung und den möglichen Umzug der anderen Labormitarbeiter nach Marienfelde. 

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