Margot Krasojević entwirft ein Hotel aus recyceltem Meeresplastik

Die Insel aus Meeresplastik wird zum kollektiven Gemeinschaftsgebäude für die Bewohner auf einer utopischen Flucht. Quelle: V2com/Margot Krasojević

Wer in die Südsee fliegt, ist in der Regel nicht besonders nachhaltig unterwegs. Das könnte sich ändern. Die experimentelle Architektin Margot Krasojević hat ein Resort entworfen auf einer Insel aus Meeresplastik, die von selbst wächst.

Mitten im Indischen und Pazifischen Ozean ist die Verschmutzung mit Plastikmüll nicht nur groß, sondern gigantisch. Tiere verenden, Korallenriffe sind irreparable beschädigt, Tierarten sterben aus und ganze Ökosysteme stehen vor dem Kollaps. Der Grund dafür: Gigantische Plastikmassen wabern durch das Meer und ersticken alles Leben. 

Nun hat sich die Architektin Margot Krasojević etwas Besonderes einfallen lassen: Eine künstliche Insel und ein Hotel aus Plastikmüll. Hintergrund des Konzepts ist ein Wettbewerb, bei dem es um Entwürfe für ein nachhaltig ausgerichtetes Hotel geht. Ein klarer Fall für Margot Krasojević.

Weil die Insel immer mehr Kunststoff abfängt und ablegt, wächst sie kontinuierlich. Quelle: V2com/Margot Krasojević

Futuristische Bauten von eigenartiger Schönheit

Denn Krasojević hat an der Architectural Association School of Architecture und am University College London studiert. Nun macht sie vor allem eines: Sie entwirft futuristische Bauten, die zu schön sind, um wahr zu sein.

  • Eine Brücke, die wie ein Schiff segelt.
  • Eine künstliche Schneewehe, die als Schutzraum dient.
  • Oder eine hydroelektrische Skulpturengallerie für das Schwarze Meer. Der Entwurf hat es sogar ins Futurium nach Berlin geschafft.

So soll die Plastik-Insel von selbst wachsen

Nun hat Margot Krasojević eine künstliche Insel aus Plastikmüll entworfen. Eine Simulationssoftware erkennt Strömungen und Wirbel im Meer, in denen sich Plastikmüll in höchstmöglicher Masse verdichtet. Aus dieser Masse wird der Müll gefischt und zur künstlichen Hotelinsel verdichtet. So wird die Insel zur schwimmenden, bewohnten Deponie aus Flaschen, Reifen und anderem Unrat. Weil die Insel immer mehr Kunststoff abfängt und ablegt, wächst sie kontinuierlich. Sand und Schlick lagern sich auf den Plastikschwimmkörpern ab. Mangrovenbäume wachsen, ihre Wurzeln schlingen sich um die mit Maschen gefüllten Plastiksäcke.

Quelle: V2com/Margot Krasojević

Kollektive Flucht in die Verantwortung

Die Insel wird zum kollektiven Gemeinschaftsgebäude für die Bewohner, die sich auf eine utopische Flucht begeben haben. Sie wollen das ökologische Ungleichgewicht der Plastikverschmutzung in unseren Ozeanen korrigieren, während sie die Schönheit einer Ozeaninsel genießen.

Warum nicht? Im Vergleich zu anderen Hotelentwürfen auf jeden Fall ein originelles Konzept, um den Müllbergen Herr zu werden, die unsere Zivilisation in die Meere kippt. 

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