Stockholm One: Landmarke der Vorstadt

Als neue Landmarke ragt der Stockholm One in der schwedischen Hauptstadt empor. Schwierige. Quelle: Sauerbruch Hutton/Anders Bobert

De-Industriealisierung, Verdichtung und ökologischer Stadtumbau: Das sind die Leitmotive der Stadtentwicklung in Europa. So ist in Stockholm auf einem ehemaligen Industriegelände der neue ökologische Stadtteil Hammarby Sjöstad entstanden. Nun hat Sauerbruch Hutton dort eine wichtige Landmarke gesetzt.

Schon von weitem sichtbar ist Stockholm One, der neue Turm im Westen der schwedischen Hauptstadt. Stockholm One – oder, wie die Schweden sagen: Sthlm 01 – besteht konzeptionell aus zwei Bürobauten, dem Turm und einem acht Stockwerke hohen seitlichen Gebäuderiegel. 

Schwierige Lage zwischen Bahn, Straße und Stadt. Quelle: Sauerbruch Hutton/Anders Bobert

Die Gebäude befinden sich in schwieriger Lage zwischen einer breiten Strasse, Eisenbahngleisen, einem schmalen Park und dem östlich gelegenen neuen Stadtteil. Bemerkenswert ist das Gefälle am Gelände: Der Höhenunterschied vor Ort beträgt stolze 16 Meter. Eine öffentliche Passage und eine Freitreppe binden die Gebäude an die nahe U-Bahn-Station und den Bezirk an. 

Stockholm One wurde mit kleinst möglichem Flächenbedarf errichtet

Hinter der Planung stehen die Architekten von Sauerbruch Hutton. Leser des Senkrechtstarter-Blogs kennen sie von ihrem Projekt in Berlin am Alexanderplatz. Bei dem Turm haben sich die Architekten für eine besondere Form entschieden: Einen nach unten konisch zulaufenden Stern – das minimiert nicht nur den Flächenbedarf sondern bietet flexible, helle Büroflächen mit einzigartiger Aussicht. 

Die besondere Form des Stockholm One-Turms verringert den Flächenbedarf. Quelle: Sauerbruch Hutton/Anders Bobert

Mit seiner überraschenden Fassade verleiht der Turm der Vorstadt ein markantes Gesicht – auch, wenn es das im Grunde schon vorher hatte. Denn Hammarby Sjöstad ist eine Erfolgsgeschichte für sich: Bis in die 1990er Jahre befand sich hier ein recht heruntergekommenes Industriegebiet. Dann sollte in Hammarby ein olympisches Dorf entstehen. Als Stockholms Bewerbung scheiterte, wurden Wohnhäuser errichtet. Es wuchs ein hochmoderner Stadtteil: Heute gilt Hammarby Sjöstad als eine Modellstadt für nachhaltiges Wohnen in Europa. 

Eine Skybar in 102 Metern Höhe

Auf 27 Etagen bietet der mehr als einhundert Meter hohe Stockholm One-Turm Platz für Büros und Einzelhandel. Das Projekt hat der schwedische Baukonzern Skanska beauftragt, mittlerweile ist mehr als die Hälfte des Hochhauses vermietet. 

Der Eingangsbereich des Turms – Zugang zum Co-Working und anderen Büroräumen. Quelle: Sauerbruch Hutton/Anders Bobert

Besonderer Clou: Auf der Spitze von Sthlm 01, 102 Meter über der Stadt, soll Mitte Mai eine Skybar öffnen. Rechtzeitig zum Mittsommer, dem längsten Tag des Jahres. Wer später im Jahr dem Alltag entfliehen will und sich nicht nur satt sehen will an der Schönheit Stockholms, der schnappt sich seine Skier. Denn Hammarby sjöstad verfügt über einen eigenen Skihang: Hammarbybacken. Zwei Lifte und 4 Abfahrten über 750 Meter Länge sorgen für alpines Gefühl – mit Blick auf Stockholm One.

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