„Einfach Grün“: Eine Ausstellung im DAM

Kö-Bogen II in Düsseldorf. Quelle: DAM/HGEsch/ ingenhoven architects

Der Winter hat Deutschland mit zartem Weiß bedeckt. Mit dem Schnee sprießt die Sehnsucht nach frischem Grün. Da kommt die Ausstellung „Einfach Grün – Greening the City“ des Deutschen Architekturmuseums DAM in Frankfurt am Main gerade gelegen. Die ist bis zum 11. Juli 2021 zu sehen – vorerst virtuell, möglicherweise demnächst wieder live. 

Die Feststellung leuchtet ein: „Selten waren Grünräume derart gefragt wie seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Vor allem in den Großstädten fehlt vielen Menschen die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe raus aus der häuslichen Enge ins Grüne zu flüchten“, heißt es beim Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Aus der „gestressten Stadt“ wird in Stadtparks das „gestresste Grün“. Vor allem die großen Metropolen sind konfrontiert mit den Folgen des Klimawandels.

Das sogenannte 100 Trees Projekt in Heatherwick. Quelle: DAM/ Qinyan Zhu

Grün für mehr urbane Entspannung

Eine der Möglichkeiten zur Entstressung ist die Begrünung von Fassaden, stellen die Ausstellungsmacher fest. Was Gebäude wie das Bosco Verticale in Mailand, Aglaya in der Schweiz oder Green Spine in Melbourne vormachen, könnte grundsätzlich dazu beitragen, die verdichtete Stadtlandschaft zu reparieren – wie es die Ausstellungsmacher nennen. Begrünte Dächer, Fassaden und andere Grünräume sind nicht nur ein Kostenfaktor, sondern Mehrwert für Mensch, Stadt und Umwelt. Kritiker solcher begrünten Fassaden verweisen auf hohe Herstellungs- und Pflegekosten. Außerdem erfüllen grüne Fassaden nur dann ihren Zweck, wenn sie grün sind – und das ist in Deutschland, wie uns der Blick nach draußen gerade wieder vor Augen führt, wahrlich nicht immer gegeben. 

Grün in der Tasche: Mobile Begrünungsinitiative von Arun in London. Quelle: DAM/Thomas Graham

Ausstellung versteht sich als Motor

Die Ausstellung will über wissenschaftliche Ergebnisse hinaus auch praxisorientierte Hinweise zur Begrünung von Bestandsgebäuden oder Neubauten geben und versteht sich als Motor einer neuen „Grünungsphase“. Weil Museen wie das DAM nach aktuellem Stand erst Anfang März wieder aufmachen können, hat das DAM die Ausstellung zunächst virtuell eröffnet. Außerdem begleiten eine Reihe von Clips auf dem YouTube-Kanal des Museums die Ausstellung – solange sie für den Normalsterblichen noch nicht zu besichtigen ist. 

Wohnprojekt in Wien. Quelle: DAM/MarkoMestrovic

Virtuelle Begleitung ist zäh

Leider sind diese Clips alle etwas zäh anzuschauen. Kein Wunder, dass die Clickraten nicht besonders hoch sind: Zwischen 100 und 600 Nutzer schauen vorbei. Das Thema hat mehr Zuspruch verdient! Dass das DAM seine attraktiven Ausstellungen vor Ort auch virtuell gut begleiten kann, ist noch zu beweisen. 

Einfach Grün – Greening the City 
DAM Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43 
60594 Frankfurt am Main

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