#liftclip: Ein Wrack zum Wohnen

Postapokalyptische Vision: Ein Schiffswrack für Prag. Foto: YoutubePostapokalyptische Vision: Ein Schiffswrack für Prag. Foto: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales. Im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. In dieser Woche staunen wir über ein Hochhaus, in dem ein Wrack zum Wohnen entstanden ist …

Architektur als dramatische Geste einzusetzen, hat eine lange Tradition. Die Pyramiden zu Gizeh, Machu Picchu, das Forum Romanum – Götterverehrung, Macht, politische Ideale. Was in Stein gebaut ist, kann zum Symbol für die eigenen religiösen, weltlichen und philosophischen Überzeugungen werden. In dieser Tradition reiht sich nun das Projekt Top Tower in Prag ein. Es soll ein Mahnmal gegen die drohende Apokalypse durch den Klimawandel werden. Und rund 250 Wohnungen sowie Geschäfts- und Büroräumen Platz bieten.

#liftclip: Wrack zum Wohnen in der Postapokalypse

Mit 135 Metern Höhe soll das Projekt ein weithin sichtbares Zeichen setzen und seine Nachbarschaft revitalisieren. Die ist weit genug vom Kern der historischen Altstadt entfernt, um nicht unter die strengen Bauvorschriften des Weltkulturerbes zu fallen. Sonst hätte das exotische Design des tschechischen Bildhauers Černý wohl auch kaum eine Chance realisiert zu werden. Denn das auffälligste Merkmal des Baus ist eine gebäudehohe Stahlskulptur, die einem Schiffswrack nachempfunden ist. Damit spielt der Künstler auf eine postapokalyptische Welt an, in der gewaltige Wetterphänomene eine neue Topographie aus Zivilisationsresten geschaffen habe. Wer einmal die Filme „The Day after Tomorrow“, „12 Monkeys“ oder „Mad Max“ gesehen hat, hat eine Vorstellung. Das Architekturbüro Black n’Arch ist für die Umsetzung verantwortlich.

Rankpflanzen sollen die Skulptur nach und nach überwuchern. Und auch damit bleibt das Vorhaben seinen Vorbildern treu. Im 15. Jahrhundert erbaut, blühte Machu Picchu nur etwas mehr als 100 Jahre. Und fiel dann bis 1911 in den Dornröschenschlaf. Drücken wir alle die Daumen, dass Prag dieses Schicksal erspart bleibt. Besser noch: Helfen wir dabei mit, dass es nicht soweit kommt. Was Architektur leisten kann, um die Katastrophe abzuwenden, zeigt übrigens regelmäßig der eVolo Architekturwettbewerb.

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