Kopenhagen: Nordhafen nimmt Gestalt an

Neues Entrée für den Nordhafen: Station Orientkaj von Arup und Cobe. Foto: Rasmus Hjortshøj - COAST via CobeNeues Entrée für den Nordhafen: Station Orientkaj von Arup und Cobe. Foto: Rasmus Hjortshøj - COAST via Cobe

Dänemarks Hauptstadt hat sich eine Frischzellenkur verschrieben. Dabei setzt Kopenhagen auf spektakuläre Architektur, behutsame Stadtentwicklung und neue Infrastrukturprojekte. Mit Erfolg. Erreichte die Einwohnerzahl Anfang der 1990er-Jahre mit rund 466.000 einen Tiefpunkt, liegt sie heute wieder bei mehr als 630.000. Nun haben die Architekturbüros Cobe und Arup einen neuen Bahnhof am Orientkaj fertiggestellt. Und der ist ein Paradebeispiel für den Wiederaufstieg der Stadt geworden.

Hyggelig ist er nicht. Im Gegenteil: Der neue Bahnhof am Orientkaj in Kopenhagen zeigt klare Kante. Der langgestreckte, aufgestelzte Flachbau aus Beton mit markanten Überrollbügeln fügt sich nicht ins Stadtbild, sondern setzt ein Ausrufezeichen. Damit hat das neue Stadtviertel im Nordhafen der dänischen Hauptstadt ein Entrée erhalten, das ihm gebührt. Denn das auf 50 Jahre angelegte Entwicklungsprojekt hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein Musterbeispiel für nachhaltige und energieeffiziente Stadtgestaltung zu werden. Und dabei spielt der öffentliche Nahverkehr bekanntlich eine tragende Rolle.

Cityanschluss für Kopenhagen

Die Inszenierung des Bahnhofs als architektonisches Leuchtturmprojekt kommt nicht von ungefähr. Rund 40.000 Menschen sollen im Nordhafen einmal leben und arbeiten. Und die sollen vorwiegend mit dem Rad und dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein. Ermöglichte der Ausbau der S-Bahn früher die Stadtflucht der Einwohner ins Umland, führt sie dieses Infrastrukturprojekt nun zurück in die Stadt. Citynah im Grünen wohnen ist das Motto. Und außerdem ist da ja noch das Wasser, das das Quartier zu einem der attraktivsten der Hauptstadt macht.

Entwicklungsgebiet Nordhafen: Wohn- und Arbeitsraum für 40.000 Menschen. Foto: Rasmus Hjortshøj – COAST via Cobe

Zur gleichen Zeit wie die Station am Orientkaj wurde auch die Metro-Station Nordhafen eröffnet. Für beide zeichnen die Büros Arup und Cobe verantwortlich. Darüber hinaus hat Cobe bereits 2008 die Ausschreibung für den Masterplan gewonnen. Diese Entwicklung aus einer Hand zeigt sich nun auch in der Ästhetik des neuen Bahnhofs. Anlehnend an die industrielle Vergangenheit des Ortes, orientiert die sich an Volumen und Umriss von Überseecontainern. In anderer Umgebung würde der Bau möglicherweise zu dominant erscheinen. Doch hier, vor maritimer Kulisse, ist er eine passende Ergänzung zum Gesamtensemble. Wer mehr über das Entwicklungsgebiet und die Transformation Kopenhagens wissen will, findet auf unserem Blog weitere Beiträge zum Thema.

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