Herzog & de Meuron will in Toronto hoch hinaus

Herzog & de Meurons DNA in Torontos Skyline: 1200 Bay Street. Illustration: Herzog & de MeuronHerzog & de Meurons DNA in Torontos Skyline: 1200 Bay Street. Illustration: Herzog & de Meuron

Am nördlichen Rand der Torontoer Innenstadt soll ein neues Hochhaus entstehen. Mit 324 Metern Höhe wird es sogar den im Bau befindlichen „The One“ von Foster und Partner überragen. Die Pläne für das Projekt liefern die Schweizer Star-Architekten Herzog & de Meuron.

Mit Leuchtturmarchitektur kennen sich Herzog & de Meuron aus, viele ihrer Gebäude sind moderne Ikonen. Die Allianz-Arena in München zum Beispiel. Oder die Elbphilharmonie in Hamburg. Und ihr Nationalstadion in Peking, besser bekannt als Vogelnest, war wohl die schönste Kulisse der Olympischen Sommerspiele 2008. Kunst-, Kultur-, und Sportbauten sind ihre Spezialität. Wirklich hoch hinaus wollen sie dagegen eher selten. Aber wenn, dann eben auch mit einem Paukenschlag. 1200 Bay Street heißt das Projekt, mit dem die Architekten sich nun in Kanadas größter Metropole verewigen wollen.

Schlanke Hüfte: Mit einem Seitenverhältnis von 3:1 setzt das Gebäude ein elegantes Ausrufezeichen ins Stadtbild. Illustration: Herzog & de Meuron.

Nun haben die Star-Architekten Pläne für einen sehr hohen und sehr schlanken Wohn- und Geschäftsturm in der Torontoer Innenstadt vorgestellt. Er soll ein bestehendes Gebäude mit 16 Etagen ersetzen und stattliche 87 Etagen in die Höhe wachsen. Wobei die unteren 16 weiterhin als Büro- und Geschäftsräume genutzt werden sollen. Darüber soll auf 64 Stockwerken Wohnraum entstehen: 332 Eigentumswohnungen, vom Single-Apartment bis zum Penthouse.

Herzog & de Meurons DNA in Torontos Skyline

So gewöhnlich das Nutzungskonzept, so spektakulär das Design. Nicht nur, weil das ebenfalls äußerst renommierte Architekturbüro Foster und Partner derzeit an einem 306 Meter hohen Turm in direkter Nachbarschaft baut und 1200 Bay Street diesem die Krone für das höchste Gebäude Kanadas noch vor seiner Fertigstellung streitig macht. Sondern vor allem, weil er dafür nur sehr wenig Baugrund verbraucht. Mit einem Seitenverhältnis von 3:1 reicht es zwar noch nicht ganz für einen Superslim. Da aber die Längsseite mit je nur drei Einheiten pro Etage deutlich schmaler ist als die Breitseite, hinterlässt der Bau dennoch einen äußerst eleganten Abdruck im Stadtbild.

Damit wird das Gebäude quasi zum Hybrid. Dank seiner schlanken Gestalt ist er ein Statement für modernes Design, mit seiner effizienten Flächennutzung wird er aber auch dem Ideal einer dichten Stadt gerecht. Partner bei diesem Projekt ist das lokale Architekturbüro Quadrangle, Auftraggeber die Kroonenberg Groep und ProWinko. Mit dem Entwurf beginnt nun der Genehmigungsprozess. Bis zum Baubeginn dürfte also noch einige Zeit ins Land gehen.

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