Mikromobilität von Schindler: Die letzte Meile in 3D

Mikromobilität von Schindler: die letzte Meile in 3D.Mikromobilität von Schindler: die letzte Meile in 3D.

Wie sieht die Mobilität in den Städten der Zukunft aus? Die Schindler Entwicklungsabteilung in Ebikon macht sich heute bereits Gedanken dazu. Die Projektleiterin Eliza Olczyk erklärt im Interview, warum dabei die letzte Meile im Fokus steht. Und wieso Mikromobilität von Schindler nun die dritte Dimension erobert.

Senkrechtstarter: Frau Olczyk, immer mehr Menschen ziehen in die Städte, das schafft ein Platzproblem. Wie stellt sich Schindler darauf ein?

Eliza Olczyk: Damit die Menschen auch in Zukunft mobil bleiben, müssen wir umdenken. Der Individualverkehr und die Straßen benötigen zu viel Fläche. Deshalb arbeiten die Städte weltweit daran, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken, um die Menschen effizienter und umweltschonender von A nach B zu transportieren. Allerdings haben Bus und Bahn auch einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Auto – sie bringen die Menschen nicht von Tür zu Tür. Der Weg zwischen Haustür und Haltestelle ist das, was wir die letzte Meile nennen. Und hier sind neue Konzepte gefragt, sonst wird die Verkehrswende bei der Bevölkerung auf wenig Akzeptanz stoßen.

Senkrechtstarter: Wie kommt hier Schinder ins Spiel?

Eliza Olczyk: Im Prinzip sind wir ja wir schon Experten für die letzte Meile. Bislang jedoch nur in Gebäuden und hauptsächlich in der Vertikalen. Nun wollen wir unsere Transportlösungen nach Draußen und in der Horizontalen erweitern. Zunächst zwischen Gebäuden, später vielleicht auch in den öffentlichen Raum. Es ist ein Konzept für eine neue Art von Mikromobilität.

Eliza Olczyk leitet auf dem Schindler Campus in
Ebikon die Entwickung der autonomen Roboter.

Senkrechstarter: Wie müssen wir uns diese neue Mikromobilität von Schindler genau vorstellen?

Eliza Olczyk: Wir arbeiten in der Schindler Forschungsabteilung derzeit an mobilen Robotern zum Personentransport, die wir auf den Arbeitstitel „Scout“ getauft haben. Sie sind für uns der Schlüssel zum Einstieg in eine dreidimensionale Mobilität. Das heißt, sie verkehren nicht nur horizontal zwischen Gebäuden, sondern nutzen auch Fahrstühle um die Passagiere in der Vertikalen direkt an ihr Ziel zu bringen. Wie man es bereits von Aufzügen kennt, kann man den Roboter an einem Terminal rufen, eine Destination wählen, und sich von ihm dann autonom an sein Ziel fahren lassen. Natürlich inklusive Aufzugsbenutzung.

Mikromobilität von Schindler: Erste Tests erfolgreich

Senkrechstarter: Wie weit sind Sie mit dem Projekt heute?

Eliza Olczyk: Wir sind zurzeit mit verschiedenen Konzeptstudien beschäftigt, welche wir bei uns auf dem Campus testen. Das gibt uns wertvolle Feedbacks, einerseits in der technischen Machbarkeit, anderseits in der User Experience. Bislang fallen die Reaktion auf diese Konzeptstudien äußerst positiv aus, die mobilen Roboter kamen bei unserer Testgruppe sehr gut an.

Autonom fahrender Roboter von Schindler: Rufen, aufsteigen, Ziel wählen – und los geht die Fahrt!

Senkrechtstarter: Wie finden die Roboter denn ihren Weg?

Eliza Olczyk: Wir testen derzeit noch zwei unterschiedliche Systeme. Das eine nutzt zuvor abgespeicherte Karten. Das hat den Vorteil, dass die Passagiere sich einfach auf das Gerät stellen, aus einem Menü ein Ziel auswählen und schon geht es los. Das zweite orientiert sich anhand von Markierungen am Boden. Das ist zwar ein größerer Aufwand, erlaubt aber ein wenig mehr Freiheit bei der Weggestaltung. Beide Systeme lassen sich sehr gut von einer zentralen Recheneinheit steuern, um zum Beispiel den Bedarf und das Verkehrsaufkommen zu überwachen.

Senkrechtstarter: Und wo könnten sie künftig zum Einsatz kommen?

Eliza Olczyk: Überall dort, wo die letzte Meile aktuell noch ein Problem darstellt. Also zum Beispiel auch zwischen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und der eigenen Haustür. Mittelfristig sehen wir das Einsatzgebiet jedoch eher innerhalb und zwischen Gebäudekomplexen wie Krankenhäusern, Flughäfen, Kongresszentren, Universitäten oder großen Unternehmenszentralen und temporären Events.

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