Tirana: Natur erobert Stadt zurück

Mario Cucinella Architects Ekspozita Building Ekspozita Building TiranaStadtwald für Tirana: Hochhaus Ekspozita von Mario Cucinella Architects

Rund um den Globus experimentieren Architekten mit grünen Hochhäusern. Nun bezieht ein Neubau in der albanischen Hauptstadt Tirana sogar die Topographie des Umlandes mit ein. Damit setzt Mario Cucinella Architects ein ökologisches und architektonisches Ausrufzeichen in die Stadtlandschaft der Metropole und zeigt: So erobert Natur Stadt zurück.

Kraxeln in der Hauptstadt: Das italienische Büro Mario Cucinella Architects (MC A)hat einen 93 Meter hohen Wohn- und Geschäftsturm für das Zentrum von Tirana entworfen. Dabei greift es nicht nur das inzwischen bewährte Vertical Forest-Konzept von Stefano Boeri auf. Sondern schafft auch eine Architektur, die sich an der Berglandschaft der Umgebung orientiert. Das sieht gut aus und dient einem Zweck: unterschiedliche Nutzungen auf 24 Stockwerken harmonisch zu vereinen.

Dieser Trick gelingt, indem die Architekten dem Bau zur Straßenfront eine klassische Bürofassade geben, hofseitig aber in einer bewaldeten, u-förmigen Terrassenlandschaft aufsteigen lassen. Und ganz so gewöhnlich ist auch die Frontseite nicht. Denn anstelle eines spitzen Winkels erhält das Eckgebäude ein pyramidenförmiges Atrium, das den Blick auf den Stadtwald im Hof freigibt. Auf diese Weise erklimmt und durchdringt die Vegetation die Fassade wie einen Berghang. So, wie sie es auch am nahegelegenen Berg Dajti tut. Und von dem haben sich die Architekten inspirieren lassen.

Architektur mit Durchblick: Das Atrium öffnet das Gebäude für die Bepflanzung im Hof. Illustration: MC A

Natur erobert Stadt zurück – mit Hightech-Unterstützung

Den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes überlassen die Architekten allerdings nicht nur den Bäumen und Büschen allein. Die hochdämmende Fassade soll dafür sorgen, dass es größtenteils ohne zusätzliche Klimatisierung auskommt. Durch seine U-Form bietet der Hof zudem viel Schatten, sodass die Wohnungen und Büros auch bei den üblichen Sommertemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke schön kühl bleiben. Diese und weitere Maßnahmen senken den Energiebedarf um rund ein Drittel gegenüber vergleichbaren Projekten, so die Architekten. Und auch optisch ist so ein Stadtwald natürlich immer ein Gewinn.

Berglandschaft in der Stadt: Die Bepflanzung erklimmt über Terrassen das 24-stöckige Gebäude. Illustration: MC A

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