#closedbutopen bringt die Museen nach Hause

#closedbutopen: das Bauhaus-Archiv in BerlinGeschlossene Ikone: Bauhaus-Archiv in Berlin. Foto: Wikicommons/ Eisenacher, CC BY-SA 3.0

Den kulturellen Anschluss zu behalten ist gar nicht so einfach, wenn man sich von der Öffentlichkeit isoliert. Damit wir vor dem Streamingdienst der Wahl nicht zu digitalen Höhlenmenschen mutieren, bieten viele Museen ihre Ausstellungen derzeit online an. Auch für Architekturfans gibt es unter #closedbutopen so einiges zu entdecken.

Die Türen sind zu, die Archive sind es nicht. Seien wir einen kurzen Moment dankbar, dass wir den Lockdown nicht im Jahr 1995 erleben, als der Ausbau der Datenautobahn noch Ländersache war. Heute dagegen können wir – vielerorts – mit Vollgas durchs Internet pflügen, und finden dabei viele verlockende Angebote zur Rast. Erster Halt: das Bauhaus-Archiv in Berlin. Das ist zwar schon seit geraumer Zeit wegen der Sanierung seiner Räume geschlossen. Doch auch der temporäre Showroom ist sehenswert. Und jetzt in einer 360-Grad-Tour des Senders rbb zu entdecken. Darüber hinaus können Besucher weiterhin im umfangreichen Archiv der Institution stöbern – nun eben digital.

#closedbutopen verschafft Zugang zu Archiven

Bleiben wir in der Hauptstadt. Denn eine der vielleicht konsequentesten Umsetzungen des #closedbutopen bietet das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin. Die Einrichtung hat nahezu ihren gesamten Bestand an Architekturzeichnungen aus 250 Jahren digitalisiert und stellt ihn dem Online-Publikum zur Verfügung. Das beste daran: Sämtliche Werke stehen als hochauflösende TIFF-Dateien zum Download bereit.

Zukunft aus der Vergangenheit? Tante-Emma-Läden könnten das Ansteckungsrisiko in der Krise minimieren. Foto: Wikicommons/Reinhard Kirchner, CC BY-SA 3.0,

Nicht #closedbutopen, aber #openforbusiness ist das Architekturbüro Shift. Denn das liefert einen interessanten Vorschlag zur städtebaulichen Neuordnung für eine schnelle Wiedereröffnung der Städte. Statt die Versorgung der Bevölkerung weiterhin zentral in Supermärkten zu organisieren, sollen dezentrale Tante-Emma-Läden das Ansteckungsrisiko minimieren. Die Präsentation des Vorschlags erfolgt ebenfalls digital.

Apropos Städtebau: Der Pariser Pavillon de l’Arsenal kann zwar momentan seine Ausstellung zur Digitalisierung der Baubranche nicht zeigen. Dafür hat es aber seine Mitschnitte der begleitenden Konferenz online gestellt. Sehr sehenswert ist zum Beispiel der Beitrag des Raumplaners Anders Kvåle, welcher die Versäumnisse, Herausforderungen und Chancen eindrücklich vor Augen führt. Und uns daran erinnert, dass es auch in Corona-Zeiten Debatten gibt, die wir mutig weiterführen müssen.

Einige Einrichtungen, wie etwa das Architekturmuseum Basel, arbeiten derzeit noch daran, Online-Angebote zu entwickeln. Wer auf dem Laufenden bleiben will, findet hier eine Liste mit einschlägigen Galerien und Museen. Und natürlich gibt es auch jenseits von Architektur und Städtebau jede Menge Kultur zu entdecken. Darüber informiert man sich am Besten unter dem #closedbutopen auf Twitter.

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