Pritzker-Preis 2020 für Farrell und McNamara

Pritzker-Preis 2020: Die beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell (links) und Shelley McNamara.Die beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell (links) und Shelley McNamara. Quelle: Alice Clancy

Die beiden irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara sind mit dem Pritzker-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Das gab die Jury am 3. März 2020 bekannt. In der Architektur gilt der Preis als höchste Anerkennung.

Die Jury lobte die beiden Architektinnen in ihrer Vergabebegründung vor allem für ihre ästhetisch überzeugenden Werke, die zugleich einen sozialen Anspruch erfüllten. „Sie haben mit beachtlichem Erfolg versucht uns zu helfen, ein immer größeres ernsthaftes Problem zu lösen. Wie bauen wir Wohnungen und Arbeitsplätze in einer Welt, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung in einer städtischen Umgebung lebt und viele von ihnen sich keinen Luxus leisten können?“, erklärt Stephen Breyer, Vorsitzender der Priztker-Jury.

Grafton Architects vor 42 Jahren gegründet

UTEC-Universität in Peru. Quelle: Iwan Baan
UTEC-Universität in Peru. Quelle: Iwan Baan

Farrell und McNamara haben das gemeinsame Architekturbüro Grafton Architects 1978 gegründet. Seit mehr als 40 Jahren arbeiten sie nun schon von Dublin aus. Grafton Architects hat eine große Zahl an Projekten in Irland, Großritannien, Frankreich, Italien und Peru realisiert, darunter vor allem Universitäts- und Schulgebäude.

Blick ins Treppenhaus der Universität School of Economics in Toulouse. Quelle: Dennis Gilber
Blick ins Treppenhaus der Universität School of Economics in Toulouse. Quelle: Dennis Gilber

Viele dieser Gebäude zeichnen sich durch eine gewisse Schwere aus, die im Gesamtbild aber stimmig und harmonisch wirkt. Favorisierte Baustoffe sind Beton und Stein. „Architektur könnte als eine der komplexesten und wichtigsten kulturellen Aktivitäten der Welt bezeichnet werden“, sagt Yvonne Farrell. „Architekt zu sein ist ein enormes Privileg. “

Pritzker-Preis 2020 – erstmals nach Irland

Universität Luigi Bocconi in Mailand. Quelle: Alexandre Soria
Universität Luigi Bocconi in Mailand. Quelle: Alexandre Soria

Farrell und McNamara sind die 47. bzw. 48. Pritzker-Preisträger und dabei die ersten aus Irland. Im vergangenen Jahr war der japanische Architekt und Stadtplaner Arata Isozaki ausgezeichnet worden. In der mehr als 40-jährigen Geschichte des Preises erhielten zuvor nur zwei Frauen den Preis: Zaha Hadid und Kazuyo Sejima. Die Jury sah hier wohl auch Nachholbedarf. Schließlich studieren an den Hochschulen heute längst mehr Frauen als Männer Architektur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.