#liftclip: Abriss von Hochhäusern in Indien

Abriss von Hochhäusern durch SprengungHochhaus-Sprengung in Indien: Die Bauherren hatten zum nah am Ufer geplant. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. In dieser Woche schauen wir auf den Abriss von Hochhäusern in Indien. 

Dieser Clip ging kürzlich um die Welt: Das Verfassungsgericht in Indien ordnet die Sprengung von Hochhäusern an und die lokalen Behörden setzen sie durch. Im südindischen Bundesstaat Kerala hatten Unternehmer in Kochi (Cochin) am Vembanadu-See Luxuswohnungen ohne Genehmigung der zuständigen Behörden hochgezogen. Die Unternehmer gingen dabei davon aus, dass das folgenlos bleiben würde – wie in Indien häufig üblich. 

Gericht ordnet Abriss von Hochhäusern an

Doch sie hatten falsch kalkuliert: Die Sache kam vor Gericht. Denn auch in Kerala ist das Bewusstsein dafür gewachsen, wie wichtig der Küstenschutz ist – zumal 2018 bei einer verheerenden Flutkatastrophe mehr als 480 Menschen starben. Indiens oberster Gerichtshof ordnete auch aus diesem Grund im vergangenen Jahr den Abriss der drei Hochhäuser in Kochi an. Insgesamt 343 Wohnungen gingen dadurch verloren – mehr als 2.000 Menschen waren davon betroffen.

Die Bewohner der Häuser hatten bei der Gerichtsverhandlung ausgesagt, sie hätten die neuen Wohnungen im Glauben gekauft, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Doch die Richter entschieden gegen sie. Umgerechnet 70.000 US-Dollar hatten die Eigentümer für eine rund 200 Quadratmeter große Wohnung ursprünglich bezahlt. Die Hälfte davon erhalten sie als Entschädigung zurück. Damit wollten sich einige Bewohner jedoch nicht abfinden. Sie weigerten sich, ihre Wohnungen zu verlassen, daraufhin drehten die Behörden Wasser und Strom ab. Sogar Protestaktionen und Hungerstreiks  konnten nicht verhindern, dass Arbeiter schließlich begannen, die Fassaden abzutragen und die Sprengung vorzubereiten.

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