Pekuliari: Luxus für Waldmenschen

Steinzeit, futuristisch interpretiert: Der Turm Pelkuliari mitten im kanadischen Wald.Steinzeit, futuristisch interpretiert: Der Turm Pelkuliari mitten im kanadischen Wald. Quelle: v2com/MU Architecture

Abgeschieden von Mensch und Zivilisation – Kanadas Wildnis lockt Abenteurer und Naturburschen aus der ganzen Welt. Mit Survival-Charme kann das Pekuliari-Projekt von MU Architecture in Québec jedoch nur bedingt aufwarten. Denn das Vorhaben liegt zwar am Ende der Welt, doch die Bewohner sollen auf nichts verzichten müssen. 

Mitten im Naturreservat von Outaouais im kanadischen Québec schlägt MU Architecture einen Luxuswohnturm vor, um Mensch und Natur einander näherzubringen. Etwas Ähnliches, wenn auch in Form eines Museums zur Frühgeschichte der Menschheit, hat schon Daniel Libeskind in Afrika versucht. Doch der 204 Meter hohe Turm mit dem Namen Pekuliari von MU Architecture soll Steinzeit und Zukunft nicht nur gestalterisch unter einen Hut bringen.

Die Einsamkeit des Pekuliari

Der Name kommt aus dem Lateinischen, peculiaris bedeutet außerordentlich oder zum Privatbesitz gehörig. Und beides trifft auf dieses Vorhaben zu: Außerordentlicher Luxus für einige wenige mitten im Wald ist das Ziel. In der Region Outaouais im Südwesten der kanadischen Provinz Québec liegt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bei 12,5 Einwohnern je Quadratkilometer. Dagegen ist selbst Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 69 Einwohnern je Quadratkilometer ein quirliger Hotspot. Dennoch soll es den künftigen Pekuliaris an nichts mangeln. 50 Luxuswohnungen zwischen 370 und 740 Quadratmetern sollen in dem 48-stöckigen Turm entstehen, einige sind sogar als Maisonette geplant. 

Großzügige Balkons und Terrassen bieten einen tollen Ausblick vom Pekuliari-Turm
Großzügige Balkons und Terrassen bieten Gelegenheit, das Naturkino ausgiebig zu genießen. Quelle: v2com/MU Architecture

In den oberen Geschossen befinden sich Wohnungen, Büros, Konferenzräume sowie ein Fitnessstudio und ein Spa-Bereich mitsamt Dach-Pool. Wer dann noch nach mehr Überblick sucht, der wird in der Skybar im 37. Stockwerk fündig. Die Lobby mit hohen Fenstern und Terrassen erstreckt sich über die unteren drei Etagen und bietet Gelegenheit, den Blick auf den See vor der Haustür zu genießen. Abends treffen sich die Bewohner an der Bar und in der Zigarrenlounge.

Heliport und Schießanlage

Luxus zwischen Skybar und Weinkeller. Quelle: v2com/MU Architecture
Luxus zwischen Skybar und Weinkeller. Quelle: v2com/MU Architecture

Parkhaus, Weinkeller, Unterhaltungsräume sowie Schießanlage befinden sich im Untergeschoss. Geschäfte für Lebensmittel und Sportartikel runden das Angebot ab. Außerdem bieten ein Park- und ein Sicherheitsservice ihre Dienste an, auf Wunsch begleitet der Concierge die Bewohner auch auf Touren in den Wald. Daneben sind ein Landeplatz für Privat-Helikopter sowie ein Gewächshaus auf dem Areal geplant. In Letzterem sollen frische Produkte für den täglichen Bedarf gezüchtet werden. Mehrerträge sollen an bedürftige Menschen in der Region verteilt werden, so sieht es zumindest das Konzept von MU Architecture vor. 

Blick über das Land von jedem Winkel des Turms aus. Quelle: v2com/MU Architecture
Blick über das Land – von jedem Winkel des Turms aus. Quelle: v2com/MU Architecture

Gestalterisch ist der Entwurf ein Mix aus Hightech und organischen Vorbildern: Die als Exoskelett gestalteten Strukturelemente geben der getönten Glasfassade eine Anmutung von erodiertem Gestein. Gleichzeitig ist das Gebäude nach nachhaltigen Prinzipien geplant und mit modernster Technologie ausgestattet. Pekuliari versteht sich als Beispiel für einen Paläo-Futurismus, den es so bislang nicht gab. So wird der Luxus verwöhnte Waldmensch zum Trendsetter.

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