Crowd Voting: Die ArchDaily Awards 2020

Müllverbrennung at its best: Copenhill bei Kopenhagen. Quelle: Laurin Ghinitoiu/BIGMüllverbrennung at its best: Copenhill bei Kopenhagen. Quelle: Laurin Ghinitoiu/BIG

Awards sind für Auslober und Preisträger eine tolle Sache – beide profitieren von der Aufmerksamkeit. In der Regel werden die Preise von einer Jury vergeben, die zumeist aus Fachleuchten besteht. Anders bei den ArchDaily Awards. Hier stimmen die Leser des Architekturblogs über die Projekte ab. 2020 haben sie Bauten in 15 verschiedenen Kategorien gewählt.  

ArchDaily ist der weltweit größte Blog für Architektur. Immerhin 190 Millionen monatliche Pageviews und 13,6 Millionen Besucher hat er nach eigenen Angaben. Das Stimmenpotenzial ist also gewaltig. „Wir glauben nicht daran, dass externe Jurys notwendig sind, um die Qualität von Architektur zu bestimmten“, heißt es bei den Bloggern. 95.000 Stimmen gingen innerhalb von rund drei Wochen ein, um aus tausenden von Projekten 15 herauszufiltern, die den Leser am besten gefallen. Dazu gehören auch die folgenden vier Projekte.

Das Jewel in Singapur

Ausgezeichnet bei den ArchDaily Awards 2020: der Vergnügungs- und Erholungspark Jewel am Chang Airport in Singapur.
Blick in den Vergnügungs- und Erholungspark Jewel am Changi Airport in Singapur. Quelle: Jewel Changi Airport

In der Kategorie öffentliche Architektur hat es das vor kurzem fertig gestellte Jewel am Changi Airport in Singapur auf den ersten Platz geschafft. Hinter der Anlage stehen die Planer von Safdie Architects. Sie haben einen Entspannungsort samt Shoppingmeile für Umsteiger konzipiert, der als gläsernes Herz vor dem Flughafen in Singapur schlagen soll. 135.000 Quadratmeter Fläche, 100 verschiedene Geschäfte und Restaurants und der Shiseido Forest Valley, eine grüne Landschaft über vier Stockwerke mit mehr als 2.000 Bäumen und Palmen. Die Aufzuganlagen des Jewel von Schindler wurden im übrigen von den Lesern der Zeitschrift Elevator World zum „Project of the Year 2020“ gewählt. 

Spannende Optik in Frankreich

Der weiße Baum in Montpellier. Quelle: Cyrille Weiner
Der weiße Baum in Montpellier. Quelle: Cyrille Weiner

In der Kategorie Housing kürten die Leser den Wohnturm L’Arbre Blanc zum Sieger. Das Projekt wurde 2019 in der französischen Universitätsstadt Montpellier fertig gestellt, die dezeit einen wahren Boom erlebt. Vier Architekten haben das Gebäude gestaltet: Sou Fujimoto Architects, Nicolas Laisné, OXO Architects und Dimitri Roussel.

Der Arbrr Blanc wurde bei den ArchDaily Awards 2020 ausgezeichnet
Wie Äste strecken sich die Balkone am Arbre Blanc in die Luft. Quelle: Cyrille Weiner

Herausgekommen ist ein 17-stöckiger Wohnbau, der durch seine merkwürdige Gestaltung zum Hingucker geworden ist. Optisch orientiert sich das Gebäude an einem Baum – daher der Name „Weißer Baum“. 

Urbanes Erholungszentrum und Kraftwerk

Blick in die große Halle des Kraftwerks Copenhill. Quelle: Soren Aagaard/BIG
Blick in die große Halle des Kraftwerks Copenhill. Quelle: Soren Aagaard/BIG

In der Kategorie industrielle Architektur lag das Kraftwerk CopenHill bei den ArchDaily Awards 2020 vorn. CopenHill – auch Amager Bakke genannt – ist ein neues Kraftwerk,  das Müll in Strom verwandelt – so will Kopenhagen bis 2025 zur weltweit ersten CO2-neutralen Stadt werden.

Skipiste am Copenhill. Quelle: Rasmus-Hjortshoj/BIG
Die Skipiste am Copenhill macht das Kraftwerk zum Erlebnis. Quelle: Rasmus-Hjortshoj/BIG

Die Anlage ist von Bjarke Ingels Group (BIG) konzipiert worden. Die Architekten haben sie als Kraftwerk und urbanes Erholungszentrum entworfen, zu dem auch eine 9.000 Quadratmeter große Skipiste auf dem Dach gehört. 

Verzaubernde Innenarchitektur bei den ArchDaily Awards

ArchDaily Awards 2020: Buchladen gewinnt in der Kategorie Innenarchitektur
Ein Labyrinth der Literatur: der Buchladen Chongqing Zhongshuge. Quelle: Feng Shao

In der Kategorie Innenarchitektur schließlich überzeugte der Buchladen Chongqing Zhongshuge in der chinesischen Stadt Chongqing die Leser. Eine verwinkelte Optik, gewundene Gänge und auftürmende Regale lassen die Kunden wie in einem Escher-Gemälde hinter oder über der Wirklichkeit versinken. Das Design stammt vom Büro X+Living der Architektin Li Xiang.

Auf und Ab – auf der Suche nach dem richtigen Titel. Quelle: Feng Shao
Auf und Ab über Treppen – auf der Suche nach dem richtigen Titel. Quelle: Feng Shao

Weitere Award-Sieger bestimmten die Leser in Kategorien wie Gesundheitsarchitektur, Kulturbauten oder Handelsarchitektur. Auf der Webseite sind sie alle zusammen gefasst.

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