Tallinn auf dem Weg in die Zukunft

Konnektivität: Die übereinander geführten Übergänge stehen für die Anbindung vieler Verkehrsträger. Quelle: Zaha Hadid/negativ.comKonnektivität: Die übereinander geführten Übergänge stehen für die Anbindung vieler Verkehrsträger. Quelle: Zaha Hadid/negativ.com

Die Rail Baltica nimmt langsam Fahrt auf. Die neue Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse gilt als eines der wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekte in Nordeuropa. Estlands Hauptstadt Tallinn ist der nördliche Kopf der Bahnstrecke und das Sprungbrett nach Finnland. Nun hat das Büro Zaha Hadid die Ausschreibung für den neuen Bahnhof gewonnen. 

Rund 5,79 Milliarden Euro soll die Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung von Warschau über Riga nach Tallinn und Helsinki kosten. Die Finanzierung übernimmt zum Großteil die EU. Mindestens 870  Kilometer ist die Strecke lang. Bereits ab 2026 sollen die Passagiere mit Tempo 240 zwischen Mitteleuropa und den baltischen Staaten unterwegs sein. Die Strecke hat europäische Spurweite, nicht die russische Breitspur. Deshalb gilt sie als wichtigstes Infrastrukturprojekt für die Anbindung des Baltikums an den Westen.

Funktionalität, Komfort und Modernität

Mit dem neuen Bahnhof in Tallinn setzt Estland einen wichtigen Meilenstein. Entsprechend komplex waren die Ausschreibungsunterlagen. Vor allem aber geht es den Projektverantwortlichen um Funktionalität, Komfort und Modernität. So soll der Bahnhof den Regional- und Fernverkehr anbinden, Bus- und Tramstationen integrieren und zugleich den umgebenden Raum aufwerten.

Airport-Feeling im Bahnhof. Der Entwurf der Architekten von Zaha Hadid setzt auf geschwungene Formen. Quelle: Zaha Hadid/ZOA Studio
Airport-Feeling im Bahnhof. Der Entwurf der Architekten von Zaha Hadid setzt auf geschwungene Formen. Quelle: Zaha Hadid/ZOA Studio

Und genau hier setzten Zaha Hadid Architects an – und belegten prompt den ersten Platz. Das Büro überzeugte mit einem Entwurf aus zwei Gebäudeteilen, die rechtwinklig übereinanderliegen. Eine futuristisch anmutende Brücke führt über die Gleise. So verbindet der Bahnhof die „lokale Community“ der Menschen vor Ort mit den Reisenden aus dem In- und Ausland.

Tallinn verhandelt mit den Preisträgern

Ob der Entwurf allerdings so gebaut wird, ist noch unsicher. Der Beitrag des Kopenhagener Büros PLH Arkitekter und von Innopolis Insenerid aus Tartu belegte den zweiten Platz. An dritter Stelle konnten sich die Architekten des italienischen Büros DBA Progetti positionieren. Noch verhandeln die Vertreter der Bahngesellschaft und der estnischen Regierung mit allen drei Gewinnern.

Auch aus Sicht des Passanten wirkt der Bahnhof nicht übermächtig. Quelle: Zaha Hadid/negativ.com
Auch aus Sicht des Passanten wirkt der Bahnhof nicht übermächtig. Quelle: Zaha Hadid/negativ.com

Die Architekten von Zaha Hadid können indes auf eine umfangreiche Expertise verweisen. Denn sie haben schon mehre Infrastrukturprojekte umgesetzt. Etwa die teilweise Neugestaltung des Osloer und des neapolitanischen Hafens. Auch in Tallinn bauen Zaha Hadid Architects derzeit den „Old City Harbour“ um. Wir haben auf unserem Blog bereits frühere Vorhaben der Architekten vorgestellt, so zum Beispiel die Smart City in Moskau oder das WM-Stadion in Katar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.