OMA in Eindhoven: Die Zukunft in Würfeln

Rosige Zukunft: Die Glaskuben von OMA über Eindhoven. Quelle: OMA/ProloogRosige Zukunft: Die Glaskuben von OMA über Eindhoven. Quelle: OMA/Proloog

Eindhoven ist eine gar nicht so beschauliche Stadt in den Niederlanden. Hier fertigt der Elektronikkonzern Philips und auch der Lkw-Hersteller DAF ist hier ansässig. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fand Eindhoven architektonisch Anschluss an die Moderne. Und nun läuten die Architekten von OMA die Zukunft der Stadt jenseits der industriellen Fertigung ein. 

Wann immer ein Produktionsstandort schließt, ergeben sich Chancen für dessen Nachnutzung. So auch in Eindhoven: Auf dem Gelände einer ehemaligen Streichholzfabrik aus dem 19. Jahrhundert soll ein futuristisches Gebäudeensemble entstehen. Rund 75.0000 Quadratmeter groß ist das Van der Meulen-Ansemsterrein genannte Fabrikgelände, auf dem sich außer der Produktionsstätte noch ein altes Parkhaus befindet.

Mischnutzung in zentraler Lage

Das zentral gelegene Areal soll nun mit Wohnhäusern, Büros und kulturellen Einrichtungen aufgewertet werden. Dazu wird das Fabrikgebäude restauriert und in Flächen für Kultur, Bildung und Einzelhandel unterteilt. Die Garage wird zu einem flexibel nutzbaren Ort für Ausstellungen, Events und Theateraufführungen. Darüber hinaus sind Wohneinheiten und Büros in neuen Gebäudeteilen geplant, welche die Architekten als großen Kuben in die Höhe stapeln. Unter anderem sehen sie hier Coworking Spaces für Firmengründer und Tech-Startups vor. Und damit die Vernetzung auch städtebaulich gelingt, verbindet eine öffentlich zugängliche Treppe die Gebäudeteile miteinander und mit der Innenstadt.

Ein öffentlicher Weg verbindet das Ensemble mit der Innenstadt. Quelle: OMA/Proloog
Ein öffentlicher Weg verbindet das Ensemble mit der Innenstadt. Quelle: OMA/Proloog

Zur Mischnutzung des Ensembles gehören Sozialwohnungen, Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Gemeinschaftsflächen. Und auch die Gestaltung ist integrativ: Während die alten Fassaden das industrielle Erbe Eindhovens repräsentieren, weisen die aufgesetzten Kuben mit Fassadengrün und Solarzellen in die Zukunft des Arbeitens und Wohnens.

Mikrowald im Stadtgeflecht

Gerade das Fassadengrün, hier Mikrowald genannt, gehört zu den Besonderheiten des Projekts. Er nimmt rund ein Drittel der Fassadenfläche ein und soll ausschließlich aus Pflanzen bestehen, die man in und um Eindhoven vorfindet. So soll der urbane Wald Bewohner und Passanten an die natürlichen Ressourcen in der Umgebung erinnern, heißt es in der Projektbeschreibung.

Glas, Grün und Größe: Das Vorhaben vereint verschiedene Stile und Nutzungsmöglichkeiten in einem. Quelle: OMA/Proloog
Grün und Glas: Das Vorhaben vereint verschiedene Stile und Nutzungsmöglichkeiten. Quelle: OMA/Proloog

Hinter dem Vorhaben steht die Entwicklungsgesellschaft Being Development. Sie ist sehr aktiv in der Stadt und realisiert etwa die Überbauung des „Bunkers“. Wen der Fortschritt dieses Projekts interessiert, der kann ihn per Webcam im Blick behalten.

Bei dem aktuellen Entwurf für die ehemalige Streichholzfabrik entschieden sich die Entwickler nach einem Wettbewerb für eine Kooperation zwischen OMA und weiteren Architekturbüros aus Rotterdam, Amsterdam und Eindhoven.

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