Zaha Hadid Opus: Letzte Kurve vor der Blase?

Markante Skybridge in 71 Meter Höhe. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha HadidMarkante Skybridge in 71 Meter Höhe. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid

Das kleine Emirat Dubai am Persischen Golf stand bislang für zuverlässiges Wachstum und Glamour. 2020 eröffnet das jüngste Projekt: Das Opus aus der Feder des Büros Zaha Hadid. Doch der Bau könnte für einige Zeit das letzte spektakuläre Vorhaben sein.

Dem Emirat am Persischen Golf ist ein erstaunlicher Aufstieg gelungen. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten ist aus dem Wüstenfürstentum dank des Öls eine beeindruckende Glitzermetropole geworden. Gleichzeitig hat sich Dubai zu einem der wichtigsten Umschlagplätze im weltweiten Handel gemausert. 

Touristen-Ziel Nummer vier

Zudem belegt Dubai in diesem Jahr im Global Destination Cities Index (GDCI) 2019 von Mastercard den vierten Platz unter den touristischen Zielen. Nur Bangkok, Paris und London sind noch beliebter. Fast 16 Millionen Gäste aus aller Welt besuchten die Stadt im vergangenen Jahr. Dreieinhalb Tage bleiben Touristen im Durchschnitt im Emirat – und weil Dubai vor allem durch Shopping und ausgefeilte Indoor-Aktivitäten glänzt, lassen sie im Schnitt 553 US-Dollar in der Stadt. Fast viermal so viel wie in London.

Klare Kanten unter außerirdischen Kräften: Das Opus in Dubai. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid
Klare Kante, außerirdische Kräfte: Das Opus in Dubai. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid

Es ist also eine andere Klientel als in den klassischen Reisedestinationen, die Dubais luxuriös gestaltete Hotels besucht. Und bei der stehen Superlative und exotische Designs hoch im Kurs. Das zeigen auch die Spaßwelt von Hermann Kamté oder der „Tower“ des spanisch-schweizerischen Architekten Santiago Calatrava. Doch mit dem Opus-Hotel, das im kommenden Jahr eröffnet werden soll, haben die Architekten von Zaha Hadid noch eins draufgesetzt.

Das Opus fällt auf

Das Opus liegt nur wenige Minuten vom derzeit höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa, entfernt. Zwei Türme ragen über einem vierstöckigen Atrium in den stets blauen Himmel. 20 Stockwerke hoch ist das Gebäude. 

Design bis zum Mond: Die Lobby des Opus-Hotel in Dubai. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid
Durchgestylt bis zum Mond: Die Lobby des Opus-Hotel in Dubai. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid

Besonders markant ist die asymmetrische, 38 Meter breite und drei Stockwerke hohe Skybridge, welche die beiden Türme in 71 Meter Höhe miteinander verbindet. Unter ihr gähnt ein amorpher Abgrund, der wie von extraterrestrischen Kräften aus dem Gebäude herausgeschmolzen wirkt. Zwölf Restaurants, eine Rooftop Bar und mehr als 5000 Quadratmeter Bürofläche ergänzen das Luxushotel, das von Me by Melia betrieben wird.

Ein Schlafzimmer im Opus-Hotel – wie aus dem All gefallen. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid
Wie aus dem All gefallen: Schlafzimmer im Opus-Hotel. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid

Abschied vom Boom?

Den Entwurf für das Opus lieferte das Büro Zaha Hadid Architects – er soll noch aus der Feder der vor drei Jahren verstorbenen Designerin stammen. Das Wechselspiel zwischen Kurven und scharfen Kanten setzt sich auch im Inneren fort – bis in die Schlaf- und Badezimmer des luxuriösen Hotels. Klar, denn wer in Dubai Erfolg haben möchte, der muss schon etwas Besonderes liefern, um das Interesse der verwöhnten Einwohner zu wecken.

Kurven-Reichtum im Badezimmer. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid
Kurven-Reichtum im Badezimmer. Quelle: Laurian Ghinitoiu/Zaha Hadid

Dennoch könnte das Opus für einige Zeit das letzte der aufsehenerregenden Projekte gewesen sein. Die Emiratis bremsen neue Projekte, um eine Immobilienblase zu vermeiden. Das Erfolgsmodell, erst zu bauen und dann im Sog neuer Einnahmen weiter zu expandieren, kommt möglicherweise ins Stocken. Die Hoffnung des Emirats ruhen nun auf der Expo im kommenden Jahr.

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