Jakarta, eine sinkende Stadt

Umweltverschmutzung und der Klimawandel bedrohen Jakarta: Quelle: Appai/UnsplashUmweltverschmutzung und der Klimawandel bedrohen Jakarta: Quelle: Appai/Unsplash

Indonesiens Hauptstadt Jakarta ist eine quirlige Millionenmetropole, deren Hochhäuser sich immer höher in den Himmel recken. Vergebens? Die Stadt versinkt in Grund und Boden.

Mehr als zehn Millionen Einwohner ballen sich in Jakarta, der Hauptstadt des Vielvölkerstaats Indonesien. Mehr als 30 Millionen Menschen im gesamten Ballungsraum machen die Stadt und ihr Umland zu einer der größten Meptropolregionen der Welt. Sie ist geprägt durch eine unglaubliche kulturelle Vielfalt: Javanische, malaiische, arabische, indische, chinesische und europäische Einflüsse haben ihre Spuren hinterlassen.  

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Stadt nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe geschossen: 91 Gebäude mit einer Höhe von mehr als 150 Metern platzieren Jakarta auf Rang zehn im internationalen Skyscraper-City-Ranking.

Jakarta versinkt

Doch der Bestand der Stadt ist bedroht – und zwar von unten. Jakarta versinkt jedes Jahr um mehrere Zentimeter im eigenen Grund. Gleichzeitig überschwemmt das Meer zunehmend das Land. Schon in 30 Jahren könnten weite Teile von Jakartas Norden unter Wasser stehen. Ein Schicksal, das nach neuesten Erkenntnissen auch Teilen der Nord- und Ostseeküste drohen könnte.

Die Gründe für den Untergang Jakartas sind hingegen vielfältig. Zum einen pumpen die Einwohner der Stadt das Grundwasser hoch und entziehen dem Boden so Stabilität. Aber eine Modernisierung der städtischen Wasserleitungen könnte dies beseitigen. Doch für eine alternative Wasserversorgung müsste ein Umweltproblem gelöst werden: Jakartas Flüsse gleichen vielerorts großen Müllhalden. 

Knapp 1000 Kilometer liegen zwischen Jakarta und Balikpapa, dem möglichen Sitz der künftigen Hauptstadt Indonesiens. Quelle: OpenStreetMap
Knapp 1000 Kilometer liegen zwischen Jakarta und Balikpapa, dem möglichen Sitz der künftigen Hauptstadt Indonesiens. Quelle: OpenStreetMap

Ein Umzug gegen den Klimawandel

Hinzu kommt der Klimawandel, der den Meeresspiegel ansteigen lässt und die Wetterlagen extremer macht. Beides sorgt dafür, dass sich Überschwemmungen und Fluten stärker auswirken. Dagegen sollen umfangreiche Deichanlagen schützen. Great Garuda heißt das Vorhaben, das einen 32 Kilometer langen Deich und mehrere künstliche Inseln umfasst. 40 Milliarden US-Dollar soll das Vorhaben kosten.

Denkbar ist auch, durch eine massive Landgewinnung vor der Küste der Hauptstadt den Druck durch die Meeresfluten zu begrenzen. Wir haben das Projekt der so genannten Borneo Initiative und des niederländischen Architekturbüros SHAU bereits vorgestellt.

Nun plant die Regierung unter Staatspräsident Joko Widodo gar einen kompletten Umzug der Stadt.  Tausend Kilometer nordöstlich soll es gehen, auf die Insel Borneo. Die teilt sich Indonesien zwar mit Malaysia und dem Sultanat Brunei. Doch im indonesischen Ost-Kalimantan haben die Stadtplaner um Widodo ausreichend Platz ausgemacht. Dort soll nun das neue Jakarta entstehen: flut- und erdbebensicher. 

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