Zagreb: Ein Aussichtsturm an der Save

Ein sinkender Kahn? Ein auftretender Pilz? Oder der architektonische Befreiungsschlag einer mitteleuropäischen Metropole? Der Aussichtsturm lädt zu vielen Assoziationen ein. Quelle: SuperspaceEin sinkender Kahn? Ein auftretender Pilz? Oder der architektonische Befreiungsschlag einer mitteleuropäischen Metropole? Der Aussichtsturm lädt zu vielen Assoziationen ein. Quelle: Superspace

Kroatiens Hauptstadt Zagreb ist eine sympathische Metropole am Fuße des Medvednica Gebirges. Nun könne ein neues Gebäude die Stadt architektonisch auszeichnen: Die Designer des Büros Superspace aus Istanbul legen einen interessantes Konzept für einen Beobachtungs- und Aussichtsturm vor. 

Ascension – Auffahrt oder auch Himmelfahrt heißt das Projekt wenig bescheiden, mit dem Superspace Zagreb architektonisch in ein neues Licht rücken möchte. Der schlanke Turm ragt auf wie eine kleine Kopie des Londoner Gherkin. Dabei haben sich die Designer von den gestalterischen Motiven in der Stadt inspirieren lassen. Denn an der Save prallen mittelalterliche Bauten, K.u.K-Architektur und der Modernismus des 20. Jahrhunderts aufeinander.

Zagreb ist eine Metropole mit Charme

Zagreb mit seinen knapp 800.000 Einwohnern ist heute ein quirliger Treffpunkt von Geschäftsleuten, Touristen und Politikern. Den einen gilt es als wachzuküssende Metropole, den anderen als Kapitale der Langeweile mit einer sehr begrenzten Anzahl an Sehenswürdigkeiten. Tatsache ist: Die Redaktion des Reiseführers Lonely Planet hat Zagreb 2017 zur Number One Destination ernannt.

Acht Plattformen bieten einen Rundblick aus luftiger Höhe. Quelle: Superspace
Acht Plattformen bieten einen Rundblick aus luftiger Höhe. Quelle: Superspace

Zu den Vorzügen der kroatischen Hauptstadt gehört ihre Vielschichtigkeit. Vor 140 Jahren musste sich die kroatische Hauptstadt neu erfinden. Denn 1880 wurde Zagreb von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht, das dann die  Erneuerung und den intensiven Ausbau zu einer modernen mitteleuropäischen Stadt notwendig machte.

Standseilbahn mit Weltrekord

Eins der Wahrzeichen Zagrebs stammt dann auch aus dieser Epoche. Die mehr als 120 Jahre alte Standseilbahn Uspinjaca schafft die Auffahrt in die Oberstadt in gerade einmal 55 Sekunden. Das höchste Gebäude der Stadt ist die „Kathedrale der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria und der Heiligen Stephan und Ladislaus“, die mit ihren beiden 105 Meter hohen Türmen die Stadtsilhouette dominiert.  

Der Entwurf von Superspace greift die Kirche gestalterisch auf. Zwar erreicht der 60-Meter-Holzturm bei weitem nicht die Höhe der beiden Kathedraltürme, dafür nimmt er aber den schlanken Entwurf des Glockenturms auf. 180 Quadratmeter Fläche bietet der Entwurf. Auf acht Etagen befinden sich Aussichtsplattformen, Shops und Gärten, die Stadt und Land miteinander verknüpfen. 

Aus 40 Metern Höhe schauen künftige Besucher über die Stadt. Quelle: Superspace
Aus 40 Metern Höhe schauen künftige Besucher über die Stadt. Quelle: Superspace

Ob und wann das Gebäude gebaut wird, ist noch offen. Derzeit ist das Konzept nur ein Vorschlag, mit dem sich Superspace erneut als Büro für ungewöhnliche Ideen hervortut. 

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