Nendos Inside-out-Gärten in Tokio

Auffällige Struktur: Das Gebäude Kojimachi Terrace in Tokio. Quelle: Nendo/Takumi OtaAuffällige Struktur: Das Gebäude Kojimachi Terrace in Tokio. Quelle: Nendo/Takumi Ota

Inside-out kennen wir derzeit zumeist vom Sushi. Die kleinen Röllchen schmecken hervorragend, weil sie die Innen- und Außen perfekt miteinander in Bezug setzen. Nun hat der japanische Architekturbüro Nendo das inside-out-Prinzip gestalterisch umgesetzt. Das Projekt Kojimachi Terrace in Tokio holt die Außenwelt ins Innere von Gebäuden und setzt starke gegenseitigen Bezüge.

Japans moderne Stadtbauten sind oft geprägt von Fassaden, die das Gebäude hermetisch abschotten. Viele Bürotürme wirken zwar durch ihre Gestaltung, aber verweigern sich jedem Blick nach Innen. Weil sie selber hochklimatisiert und technisiert sind, gibt es keinerlei Austausch mehr zwischen den Menschen in ihren Büros und der sie umgebenden Umgebung. Allein die bis tief in die Nacht hell erleuchteten Fenster zeigen, dass die drittstärkte Wirtschaftsmacht der Welt niemals schläft.

In den Innenräumen setzen sich die Holzelemente der Fassade fort. Quelle: Nendo/Takumi Ota
In den Innenräumen setzen sich die Holzelemente der Fassade fort. Quelle: Nendo/Takumi Ota

Ein besserer Zugang zur Natur

Nendo will das ändern und Büros durch die Gestaltung des Gebäudes und der Innenräume zugänglicher machen. Hnliche Ansätze haben wir in diesem Blog schon einmal gezeigt, zum Beispiel in Nanjing. Die Architekten von Nendo aber haben ein elfstöckiges Bürogebäude komplett verwandelt. Die gläserne Fassade ist nun von vielen verschiedenen Balkonen durchbrochen. Diese sind eng bepflanzt und sorgen so für eine andersartige Beleuchtung in den Büros. Außerdem verwandeln sie das Klima – und bringen die Außenwelt nach Innen. Konkret heißt das: Die Mitarbeiter bekommen mit, ob es draußen stürmt und regnet, oder ob die Sonne scheint. Inside out – das Wesentliche wandert wieder nach Innen. 

So sind die Balkone schlicht mit Holz ausgebaut und über eine Treppenstufe zu erreichen. Kleine Schiebetüren erinnern an die in Japan typische Architektur der Teehäuser. Sie helfen bei der Durchlüftung und sorgen für ungestörte Konferenzräume.

Nendos Sky Forest wird zum Rückzugsgebiet

In den obersten drei Stockwerken haben die Architekten einen dreistöckigen Garten realisiert. Durchbrüche bieten sogar Bäumen den Raum zum Wachsen. Den Sky Forest nutzen die Angestellten zum Rückzug und als Ruhezone. 

Rückzug für die Beschäftigten: Blick in den Sky Forest. Quelle: Nendo/Takumi Ota
Rückzug für die Beschäftigten: Blick in den Sky Forest. Quelle: Nendo/Takumi Ota

Die Fassade wiederum prägt ein Gitter aus hölzernen Elementen. Sie geben dem Bau ein völlig neues Gepräge, sichern gleichzeitig die Balkone ab. Weil sie in den schlicht gestalteten Innenräumen weitergeführt werden, verbinden auch sie die beiden Welten Innen und Außen. Inside–out – die Röllchen, bei denen der Reis außen liegt, stammen übrigens gar nicht aus Japan. Sie sind einfach eine clevere Erfindung der Amerikaner.

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