Fluch und Segen des Wassers: Bangladesch im DAM

Architektur aus BangladeschRund 60 Exponate junger und etablierter Architekten aus Bangladesch zeigt das DAM. Quelle: DAM/Moritz Bernoully

Bangladesch in Südasien ist aus den Nachrichten vor allem als Land der Überschwemmungen und humanitären Katastrophen bekannt. Dabei verfügt es über eine spannende Architekturszene. Und die stellt das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main nun mit der Ausstellung „Bengal Stream“ vor. 

Bangladesch ist ein gesegnetes Land. Die Flüsse Ganges, Meghna und Jamuna schaffen fruchtbare Ebenen. Das Tiefland liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und trägt jährlich mehrere Ernten. Doch das Wasser stellt auch eine große Gefahr dar: Monsunregen und Wirbelstürme sorgen regelmäßig für Überflutungen, die Straßen, Häuser und Ernten zerstören. 

Vertikale Erweiterung: Die Moschee der Gulshan-Gemeinde in Dhaka war für 2500 Gläubige geplant. Heute kommende bis zu 4500 Menschen zum Freitagsgebet. Quelle: DAM/Iwan Baan
Vertikale Erweiterung: Die Moschee der Gulshan-Gemeinde in Dhaka war für 2500 Gläubige geplant. Heute kommen bis zu 4500 Menschen zum Freitagsgebet. Quelle: DAM/Iwan Baan

Eine quirlige Architekturszene in Bangladesch

Bagladesch konnte sich erst 1971 die Unabhängigkeit von Pakistan erkämpfen. Allerdings verfügt das junge Land mittlerweile über eine dynamische Wirtschaft und eine wachsende Mittelschicht. Damit einher geht eine quirlige Architekturszene. Die verbindet High- und Low-Tech – jahrtausendealte Baukunst und moderne Industriestandards, zusammengehalten von einem guten Schuss Improvisation. 

Die Arcadia School in Alipur: Sie ruht auf Stahlfässern, um bei Hochwasser mit dem Wasserspiegel zu steigen. Quelle: DAM/Iwan Baan
Die Arcadia School in Alipur ruht auf Stahlfässern, um bei Hochwasser mit dem Wasserspiegel zu steigen. Quelle: DAM/Iwan Baan

Vor allem eins müssen die Architekten aber berücksichtigen: das Wetter. Wegen des Klimawandels werden sich die extremen Wetterphänomene voraussichtlich noch verstärken. Und die Sorge um schwindende Ressourcen erschwert auch hier die Aufgabenstellung.

Tradition und Moderne

Nun stellt das DAM in Frankfurt am Main die Architekturszene in Bangladesch vor. Bengal Stream heißt die Ausstellung, die zunächst nach Basel einlud und jetzt in Frankfurt gastiert. 60 Projekte etablierter und junger bengalischer Architekten sind hier bis Oktober 2019 zu sehen: aus vergänglichen Bambuskonstruktionen, rohem Beton, mit bengalischen Gitterornamenten und halb-transparenten Geweben. Die Projekte oszillieren zwischen lokalen und internationalen Einflüssen. So ist zum Beispiel der US-amerikanische Architekt Louis I. Kahn, der das ikonische Parlamentsgebäude entwarf, vertreten. Aber auch Bangladeschs wohl einflussreichster Architekt Muzharul Islam.

Dhaka ist die Hauptstadt von Bangladesch. Fast 20 Millionen Menschen leben in der Metropolregion. Quelle: Dam/Iwan Baan
Dhaka ist die Hauptstadt von Bangladesch. Fast 20 Millionen Menschen leben in der Metropolregion. Quelle: Dam/Iwan Baan

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Schweizerischen Architekturmuseums (SAM) mit dem Bengal Institute for Architecture, Landscapes and Settlements, Dhaka.

Bengal Stream ist noch bis zum 20.10.2019 zu sehen.
Deutsches Architekturmuseum (DAM)
Schaumainkai 43
Frankfurt am Main

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