Reif für die Insel: Hongkong lernt Schwimmen

Kein Platz nirgends: Die Wahnsinns-Skyline von Hongkong. Quelle: Nextvoyage/Pixabay

Was macht eine Stadt, wenn der Platz knapp wird? Sie breitet sich ins Umland aus und streckt sich in die Höhe … alles schon geschehen in Hongkong. Deshalb soll die Stadt jetzt über die Ufer treten und hinaus aufs Meer wachsen. Mit dem Projekt Lantau Tomorrow Vision.

Für gewöhnlich breiten sich florierende Städte am Meer immer weiter ins Hinterland aus. Vom Wasser aus besiedelt, blieb ihnen ja meist auch nur diese Richtung. In Hongkong ist das längst geschehen. Und dennoch ist Platz in der auf einer Halbinsel gelegenen Sonderwirtschaftszone knapp. Mit mehr als 7.000 Menschen pro Quadratkilometer ist Hongkong außerdem äußerst dicht besiedelt. Gleichzeitig ist die Metropole bereits massiv in die Höhe gewachsen: Mit 9212 Häusern mit zwölf oder mehr Stockwerken belegt Hongkong den ersten Platz im Skyline Ranking des auf Gebäudedaten spezialisierten Unternehmens Emporis. Und den Platz verteidigt die Stadt bereits seit einer ganzen Weile.

1.700 Hektar Land auf dem Wasser

Aus diesem Grund hat die Regierung visionäre Pläne für den Bau einer der weltweit größten künstlichen Inseln vorgelegt. Rund 1.700 Hektar Land würden an der Küste der Insel Lantau entstehen – daher der Name des Vorhabens: Lantau Tomorrow Vision. Bis zu 400.000 Wohneinheiten könnten hier entstehen, zwei Drittel davon als Sozialwohnungen. Von der Fläche her wäre Lantau größer als der Flughafen Hong Kong International von Foster + Partners gleich nebenan. Und der ist aktuell die fünftgrößte künstliche Insel der Welt.

Aber es gibt großen Widerstand gegen das Projekt. Neben den ökologischen Auswirkungen schrecken vor allem die Kosten des riesigen Projektes die Bewohner Hongkongs ab. Umgerechnet 71 Milliarden Euro soll die Landgewinnung kosten, finanziert durch den Verkauf des frisch geschaffenen Bodens. Der Einzug der ersten Neu-Insulaner ist derweil noch ein bisschen hin. Frühestens 2032, so die aktuellen Planungen, dürfen sie ihren Fuß auf das künstliche Eiland setzen. Bis dahin bleibt noch eine Menge zu tun.

Mehr Infos gibt’s in diesem englischsprachigen pdf zum Projekt.

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