Neue BVK-Zentrale: Raum für Understatement

Neue BVK-ZentraleDer Entwurf der neuen BVK-Zentrale. Im Hintergrund der HVB-Tower. Quelle: David Chipperfield Architects Berlin

Firmengebäude sollen oft die wirtschaftliche Kraft und die Modernität eines Unternehmens widerspiegeln. Die Bayerische Versorgungskammer entscheidet sich hingegen beim Neubau ihrer Zentrale in München für gediegenes Understatement.

Die Bayerische Versorgungskammer kümmert sich um Apotheker, Ärzte, Beamte und Ingenieure, aber auch um Bühnenarbeiter und Kaminkehrer: Für ihre 2,3 Millionen Versicherten verwaltet sie ein Vermögen von 77 Milliarden Euro. Zudem gehört ihr ein Immobilienbestand von 13.000  Wohnungen.

Wettbewerb für neue BVK-Zentrale

Die neue BVK-Zentrale soll im Münchner Stadtteil Bogenhausen auf einem ehemaligen Siemens-Gelände entstehen. Rund 68.000 Quadratmeter Bürofläche sind geplant. Für den Neubau hatte die Kammer einen Wettbewerb ausgelobt, in dem drei Spitzenbüros die ersten Plätze belegten. David Chipperfield Architects Berlin, Hadi Teherani aus Hamburg und Steidle Architekten aus München. Schließlich entschied sich die Kammer für Chipperfield. Das Büro hatte ein skulpturales Ensemble aus drei großen Volumen vorgeschlagen. Es soll aus einem 100 und einem 60 Meter hohen Turm bestehen, die ein 50 Meter hoher und 100 Meter langer Gebäuderiegel verbindet.

Entrückt: Das Modell für das BVK-Projekt. Quelle: David Chipperfield Architects Berlin

Die magische 100-Meter-Grenze

Unweit des geplanten Neubaus erhebt sich der denkmalgeschützte HVB Tower. Das 114 Meter hohe Verwaltungsgebäude der HypoVereinsbank stammt aus dem Jahr 1981. Damit ist er noch ein gutes Stück höher, als der Neubau. Dessen höchster Turm berührt lediglich die magische 100-Meter-Marke, die seit 2004 als Höhengrenze gilt.

Filigranes Tragwerk sorgt für Transparenz und Leichtigkeit. Quelle: David Chipperfield Architects Berlin

Die 15 und 26 Stockwerke in den Türmen dienen als Büroflächen, im Verbindungsriegel Konferenzräume. Auf Park- und Straßenebene sind dagegen öffentliche Nutzungen, wie ein Restaurant, ein Kundenzentrum und eine Kindertagesstätte vorgesehen. Bei der Realisierung ihres Entwurfs arbeitet Chipperfield mit den Landschaftsarchitekten vom Atelier Loidl zusammen. Von den Dachgärten des Ensembles bieten sich weite Ausblicke auf die bayerische Metropole und die Alpen.

Die Leichtigkeit des Understatements

Spannung und Tiefe erzeugt der Entwurf durch ein filigranes Tragwerk hinter der Glasfassade. Die offenen Grundrisse der Büros dahinter eignen sich für eine flexible Nutzung. Fließend sind auch die Übergänge zum umgebenden Stadtraum. Überdachte Außenflächen verbinden die öffentlichen Plätze im Umfeld des Gebäudes miteinander und setzen sie in Beziehung.

Flexibilität in der Nutzung, Leichtigkeit und Liebe zum Detail in der Gestaltung. Das ist wohl ganz im Sinne von Daniel Just, dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Versorgungskammer. Denn der wird gern mit dem Satz „Wir sind Understatement“ zitiert.

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