Barkow Leibinger bauen Frankfurts Molenspitze

Blick auf den Osthafen von der Wasserseite: An der Polenspitze treffen Osthafen- und Honsellbrücke zusammen. © Ponnie Images/Barkow LeibingerBlick auf den Osthafen von der Wasserseite: An der Polenspitze treffen Osthafen- und Honsellbrücke zusammen. © Ponnie Images/Barkow Leibinger

Nicht-Frankfurter tun sich oft schwer damit, die Stadt am Main mit Gelassenheit zu betrachten. Der eine liebt die Stadt, der andere hasst sie. Ein neues Projekt mitten im Main könnte für neuen Zündstoff sorgen: das Hotel- und Boardinghouse der Architekten Barkow Leibinger aus Berlin.

Frankfurts Molenspitze: Was sich anhört wie ein schöner Weißwein hessischer Provenienz ist ein recht aufregendes Stück Architektur in der Stadt am Main. Am westlichen Zipfel des Osthafens, keine 200 Meter Luftlinie von Coop Himmelblaus EZB-Hochhaus entfernt, soll ein neuer Turm entstehen. Direkt an der so genannten Molenspitze zwischen Osthafen- und Honsellbrücke. Der Neubau soll nicht nur beeindruckende Ausblicke auf das Ufer und die städtische Skyline bieten, sondern selbst zum Blickfänger werden.

Wie eine stolze Bugspitze ragt das Gebäude im Entwurf über dem Main auf. © Ponnie Images/Barkow Leibinger
Wie eine stolze Bugspitze ragt das Gebäude im Entwurf über dem Main auf. © Ponnie Images/Barkow Leibinger

Geschlossener Wettbewerb

Dahinter steht die Hamburger B&L Gruppe, die für die Entwicklung des Quartiers Hafenpark ein Hotel-Hochhaus auf der Spitze der Mole errichten will. Dafür hatte die Gruppe einen Architekturwettbewerb ausgerufen, aus dem unter neun Teilnehmern Barkow Leibinger als Sieger hervorging. Zweitplatzierte wurden KSP Jürgen Engel Architekten und Hadi Teherani Architects.

Das Siegerbüro wurde 1993 von Frank Barkow und Regine Leibinger in Berlin gegründet. Die Architekten haben schon viele spannende Entwürfe realisiert. Zum Beispiel den Total-Tower am Berliner Hauptbahnhof oder die Trumpf Smart Factory Chicago.

Erlebnis Wasser: So könnte die Lobby in dem künftigen Hotelturm aussehen. © Barkow Leibinger
Erlebnis Wasser: So könnte die Lobby in dem künftigen Hotelturm aussehen. © Barkow Leibinger

Von Flüssen lassen sich Architekten ja öfter zu planerischen Höhenfügen inspirieren. So etwa beim Nile Tower in Kairo oder dem North Riverside-Bürohochhaus in Chicago. Für Frankfurt entwarfen Barow Leibinger nun ein Gebäude, dass sich wie die Bugspitze eines Dampfers aus und über den Main erhebt.  Eine gefaltete Metall-Glas-Fassade sorgt für ein hochmodernes Äußeres und Panoramafreiheit: Die Glaswände kragen über den Kern des Gebäudes hinaus, sodass der Blick nicht durch tragende Elemente behindert wird.

Baubeginn 2020

Für das Gebäude sind zwei Hotelkonzepte vorgesehen. In den unteren Geschossen befinden sich 300 Gästezimmer einer internationalen Hotelmarke. Ab dem 13. Stockwerk will B&L 120 Gästezimmer der eigenen Hotelmarke Clipper unterbringen. Die Flächen am Fuße des Gebäudes sollen öffentlich zugänglich sein und den Hafenpark in östlicher Richtung erweitern.

Die B&L Gruppe rechnet damit, im Herbst dieses Jahres den Bauantrag einreichen zu können. Dann könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2020 beginnen. Die Fertigstellung der beiden Hotels ist für 2022 geplant.

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