„Wohnen für Alle“ im Deutschen Architekturmuseum

Praeger Richter Architekten in der Ausstellung Wohnen für AlleAnerkannt: Praeger Richter Architekten, Berlin. Als „Frankfurter Mietbauhäuser“ schlagen die Architekten stützenfreie Grundrisse als Abwandlung ihrer bekannten Berliner „Ausbauhäuser“ vor. Quelle: DAM

Bezahlbarer Wohnraum – das ist derzeit in vielen Städten ein Thema. Wie solche bezahlbaren Wohnungen aussehen könnten, versucht das Deutschen Architekturmuseum in der aktuellen Ausstellung „Wohnen für Alle“ herauszufinden.

Die Weltbevölkerung steigt, und das hat Folgen. Der Flächenbedarf für den Ackerbau steigt. Zugleich aber auch der für Infrastruktur und andere wirtschaftliche Nutzungen. Großer Zuzug lässt zudem die Städte wachsen. Auch wenn die Metropolen immer mehr in die Höhe wachsen, dehnen sie sich doch in der Fläche aus. Um die Bewohner künftig zu versorgen, braucht es neue Logistikzentren und regionale Produktionsanlagen, vor allem aber mehr Wohnraum.

Wohnungsnot in den Metropolen

In deutschen Städten hat der Wohnungsmangel bereits zu teils dramatischen Preissteigerungen geführt. Als Gegenrezept setzen Politik und Wirtschaft auf den Wohnungsbau. Große bundesweite Vorhaben, wie sie die Neue Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre versuchte, gibt es aber nicht. Länder und Kommunen gehen das Problem sehr unterschiedlich an.

Preiswürdig: schneider+schumacher Achitekten ZT GmbH, Wien (Österreich). Das Doppelhaus mit außergewöhnlich breitem Grundriss sieht eine sehr minimierte Erschließung vor, was Miet- und Nebenkosten senkt. Quelle: DAM
Preiswürdig: schneider+schumacher Achitekten ZT GmbH, Wien (Österreich). Das Doppelhaus mit außergewöhnlich breitem Grundriss sieht eine sehr minimierte Erschließung vor, was Miet- und Nebenkosten senkt. Quelle: DAM

Oftmals geht es dabei um Nachverdichtung oder Neubau, der mit möglichst wenig Fläche auskommt. Wie auf begrenztem Raum gewohnt werden kann, zeigt derzeit das Deutsche Architektur Museum in seiner Ausstellung „Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2018“. Dafür haben das Museum, das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt und die ABG Frankfurt Holding gemeinsam eine Art internationale Bauausstellung ins Leben gerufen. 107 Architekten aus dem In- und Ausland haben 131 dafür bereits realisierte Projekte eingereicht.

Prämiert: Lacaton et Vassal architectes, Paris (Frankreich). Den rechteckigen, länglichen Riegel umhüllen die Architekten durch besonders tiefer Wintergärten aus Polycarbonat. Quelle: DAM
Prämiert: Lacaton et Vassal architectes aus Paris. Den rechteckigen, länglichen Riegel umhüllen die Architekten durch besonders tiefer Wintergärten aus Polycarbonat. Quelle: DAM

Ausgewählte Projekte

Auf dieser Grundlage hat eine Jury vier Architektenteams ausgewählt, die für eigens reservierte Baufelder bezahlbare Wohnungen schaffen sollen. Voraussetzung dieser Projekte: 40 Prozent der Wohnfläche sollen als geförderter Wohnraum Mieten zwischen 5,50 und 10,50 Euro je Quadratmeter aufweisen.

Belobigt: NL Architects, Amsterdam & Studyo Architects, Köln. Das riegelförmige, markante Terrassenhaus besteht aus einer Holz-Betonverbundkonstruktion. Quelle: DAM
Belobigt: NL Architects, Amsterdam & Studyo Architects, Köln. Das riegelförmige, markante Terrassenhaus besteht aus einer Holz-Betonverbundkonstruktion. Quelle: DAM

Aus diesen Wettbewerbsbeiträgen hat die Jury jetzt vier Preisträger gekürt und einen Anerkennungspreis vergeben. Schon ab 2020 sollen die vier Modelle von der ABG Frankfurt Holding im Frankfurter Norden realisiert werden. Als „Frankfurter Modell“ bilden sie dann ein neues Stadtquartier.

Ausgezeichnet: Duplex Architekten AG aus Zürich (Schweiz)/Studio Duplex, Düsseldorf, Hamburg. Ein länglicher Riegel, der durch modulare Grundrisse eine Vielzahl von sehr kleinen bis hin zu normalen Wohnung ermöglicht. Quelle: DAM
Ausgezeichnet: Duplex Architekten AG aus Zürich/Studio Duplex, Düsseldorf, Hamburg. Ein länglicher Riegel, der durch modulare Grundrisse eine Vielzahl von Wohnungsgrößen ermöglicht. Quelle: DAM

Die Ausstellung „Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2018“ ist noch bis zum 23. Juni 2019 im Deutschen Architekturmuseum DAM Frankfurt/Main zu sehen. 
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt/Main 
Öffnungszeiten: Di, Do–So 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.