#liftclip: Der soziale Balkon

Kleiner Schwatz unter Nachbarn – auch auf dem Balkon. Das hilft gegen die Einsamkeit. Quelle: YoutubeKleiner Schwatz unter Nachbarn – auch auf dem Balkon. Das hilft gegen die Einsamkeit. Quelle: Youtube

Fahrstuhl-Prank, Fiktives, Reales und Banales – im Netz werden Aufzug und Fahrtreppe zum Star, und wir zeigen in unserer Reihe #liftclip die besten Szenen. Diesmal besuchen wir den Nachbarn – und zwar über den Balkon!

Auch in der Städten der Zukunft wird ein Thema ganz oben stehen: Wie können wir der Vereinzelung der Menschen entgegenwirken? Wie können Stadtplaner den sozialen Zusammenhalt von Gemeinschaften in Gebäuden und Stadtvierteln unterstützen?

Mit dieser Frage beschäftigen sich viele Architekten, seitdem der Typus der Großsiedlung weltweit wieder an Gewicht gewonnen hat. Angesichts der zunehmenden Verstädterung sinkt der verfügbare Wohnraum. Siedlungsprojekte mit tausenden Wohneinheiten könnten Abhilfe schaffen. Nun gilt es, den Zusammenhalt zwischen den Bewohnern durch geschickt gestaltete Elemente zu unterstützen.

Edwin Van Capelleveen, Absolvent der Design Academy Eindhoven, hat dafür ein Konzept entworfen. Der Niederländer will über die Social Balconies genannte Idee bestehende Balkone für soziale Interaktion verbinden: Modulare Komponenten wie Treppen oder Brücken schaffen Übergänge zwischen den Balkonen unterschiedlicher Wohnungen. Die Nachbarn können so die Räume zwischen ihren Wohnungen für gemeinsame Aktivitäten nutzen.

Respekt vor dem Nachbarn

Kritische Beobachter weisen natürlich auf die Gefahren hin, die in dem Vorhaben stecken. Einbrüche oder Diebstähle könnten über den Balkon erleichtert werden.  Auch könnte das Konzept wohl nur in den Niederlanden funktionieren, wo sich die Menschen auch ohne schützende Gardine wohlfühlen. Im Land der Neugierigen aber, in Deutschland, könnten Spaziergänge über die Balkons die Privatheit der Bewohner gefährden. Und das wäre für den sozialen Zusammenhalt auch nicht so gut.

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