Höhen und Tiefen in Tirana

Albanien ist ein Land, in dem die Vertikale zum Selbstverständnis gehört. Das Land der Skipetaren ist durch Höhen und Täler seiner schroffen Bergwelt geprägt. Und zwar nicht nur geografisch. In Tirana soll nun das neue albanische Nationaltheater entstehen, das diese Höhen und Tiefen in gewisser Weise aufgreift. 

Das Nationaltheater befindet sich im kulturellen Zentrum der albanischen Hauptstadt Tirana.

Denn das alte Haus ist noch nicht abgerissen, schon soll das neue entstehen. Die Bjarke Ingels Group BIG hat den Wettbewerb für ein neues albanisches Nationaltheater gewonnen. Ein 9.300 Quadratmeter großes Gebäude soll in der Landeshauptstadt Tirana neu errichtet werden, in unmittelbarer Nähe zum Skanderbeg-Platz, zur Nationaloper und zur Nationalen Kunstgalerie. Der Neubau soll einen klassizistisch anmutenden Vorgängerbau aus dem Jahr 1939 ersetzen. 

Streit um das alte Theater

Noch aber ist nicht klar, ob das neue Gebäude entsteht und das alte abgerissen wird. Albaniens Regierung und Tiranas Stadtverwaltung wollen das alte Theater unbedingt abreissen, weil es nicht mehr sanierungsfähig ist. Doch das stößt auf Widerstand. Denn das Gebäude war 1938 eines der ersten, das in Albanien im italienischen Stil gebaut wurde. In dem von Giulio Berté entworfenen Gebäude befinden sich ein Kultur- und Sportzentrum mit Kino, ein Pool und ein Restaurant. Vielen gilt es als historisch interessanter Bau. Nicht zuletzt, weil die Gebäudehülle aus „Populit“ besteht, einem experimentellen Zement, der mit Fasern aus Pappeln und Algen vermischt ist.

Der kantige Entwurf überrascht mit großen Panoramafenstern.

Der Entwurf des Neubaus bietet den Albanern verschiedene Bühnen. Das als zwei Bauten konzipierte Theater wird durch einen großen Aufführungssaal in der Mitte zusammengehalten. Und die offenen Hauptfassaden auf den gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes erlauben Einblicke in diverse Theater- und Bühnenräume, ins Foyer und Restaurant. Flanierende Passanten besuchen das Theater so quasi von außen. 

Selbst das Dach des Neubaus soll Aufführungen eine Bühne bieten.

Drei Aufführungsräume und ein Amphitheater auf dem Dach des Gebäudes ergänzen den Neubau. Eine Erhöhung des prismenartigen Volumens unter dem Bau schafft einen überdachten öffentlichen Raum, der vielseitig nutzbar ist. 

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