Ausstellung: Architektur im Untergrund

U-Bahnhof Schloßstraße, Bahnsteig 1974 © Berlinische GalerieU-Bahnhof Schloßstraße, Bahnsteig 1974 © Berlinische Galerie

Zwischen Weltkrieg und Wende ist viele geschehen in Berlin – auch im Untergrund. Die Berlinische Galerie zeigt nun, wie sich anhand der U-Bahnhöfe die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte nachvollziehen lassen. Und wie die horizontalen und vertikalen Ebenen der Metropole miteinander verwoben sind…

„Underground Architecture – Berliner U-Bahnhöfe 1953–1994“ heißt eine Aktuelle Ausstellung in der Berlinischen Galerie. Rund 100 Quadratmeter haben die Ausstellungsmacher den rund 60 Exponaten zugestanden. Eine kleine, feine Schau, die den Untergrund der Hauptstadt erkundet und dabei architektonische Schätze hebt, denen man im Alltag oft wenig Beachtung schenkt.

Architekturen für die Allgemeinheit

Um die Dimensionen einer Stadt auf unterschiedlichen Ebenen zu erleben, muss man nicht im Hochhaus wohnen. Zumindest, wenn man regelmäßig die Öffentlichen nutzt. U-Bahnhöfe zum Beispiel, sind für viele nicht nur das Tor zur Unterwelt, sondern auch ein urbaner Spielplatz und Identifikationsraum.

Spichernstraße, um 1961, Berlinische Galerie © Rudolf Foto-Kessler
Spichernstraße, um 1961, Berlinische Galerie © Rudolf Foto-Kessler

Insbesondere die zwischen 1953 und 1994 entstandenen Berliner U-Bahnhöfe prägen mit ihrer aufwendigen und teils auch auffälligen Gestaltung bis heute die tägliche Lebenswelt der Berliner. Ob sachlich-schlichte Eleganz, knallig bunter Pop und historisierende Kathedralarchitektur: Im Untergrund spiegeln sich die bewegten Zeitenläufe der ehemals geteilten Stadt wie in einem großen Diorama. Heute stehen bereits 27 von 82 Stationen aus dieser Zeit unter Denkmalschutz.

Kerberos von Walter Grzimek (1972) im U-Bahnhof Rathaus Steglitz (1974) © Verena Pfeiffer-Kloss
Kerberos von Walter Grzimek (1972) im U-Bahnhof Rathaus Steglitz (1974) © Verena Pfeiffer-Kloss

Die Berlinische Galerie präsentiert nun erstmals Konzepte und Entstehungsgeschichten ausgewählter U-Bahnhofarchitekturen. So zeigen etwa die Beispiele der Bahnhöfe Tierpark, Schloßstraße und Rathaus Spandau, wie sich die Sonderrolle der geteilten Stadt Berlin im anhaltenden Ost-West-Konflikt auf deren Gestaltung auswirkt. Aber auch weniger spektakuläre Beispiel aus der direkten Nachkriegszeit lohnen einen zweiten Blick. Wird an ihnen doch der Aufbruch in eine neue Ära moderner Mobilität besonders deutlich.

Underground Architecture
Noch bis zum 20. Mai
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124–12
10969 Berlin
Tel . 030/ 78 90 26 00
Geöffnet: Mi–Mo 10 bis 18 Uhr
Internet: Berlinische Galerie

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