Erdbebensicher bauen – auch in Europa

Der Torre Reforma in Mexiko ist besonders erdbebensicher. Der Turm ist auch Preisträger beim Internationalen Hochhaus Preis 2018. Quelle: DAM/Santiago ArauDer Torre Reforma in Mexiko ist besonders erdbebensicher. Der Turm ist auch Preisträger beim Internationalen Hochhaus Preis 2018. Quelle: DAM/Santiago Arau

Erdbeben haben oft verheerende Auswirkungen. Hunderte bis tausende Tote, zerstörte Städte, Milliardenschäden. In unserer Wahrnehmung sind vor allem ferne Länder, Indonesien, Nord- und Südamerika oder Iran, erdbebengefährdet. Doch auch in Europa ist die Erdkruste alles andere als stabil.

Italien, die Schweiz, Österreich und Deutschland erleben immer wieder Erdstöße: Auch die Menschen in Südosteuropa, in Griechenland, Kroatien oder Albanien leben auf unsicherem Grund. Wer aktuelle Stöße der vergangenen Tage sucht, wird bei der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik fündig.

In vielen Regionen bebt die Erde monatlich mehrmals. Doch erst ab einer Stärke von 4,5 kann ein Erdbeben an der Oberfläche gespürt werden. Den besten Schutz vor verheerenden Folgen der Erdstöße bieten erdbebensichere Bauwerke und Infrastrukturen. An dieser Stelle haben wir jüngst den Torre Reforma in Mexiko vorgestellt, der aufgrund seines Fundaments und seines Grundrisses als besonders erdbebensicher gilt.

Sicherheit gegen die Auswirkungen von Erdbeben

Dabei ist bei Neubauten der Aufwand für die erdbebensichere Planung überschaubar: Die entsprechenden konstruktiven Details, die ein Tragwerk zusätzlich stabilisieren und sekundäre Bauteile sichern, führen in der Regel zu Mehrkosten von höchstens einem Prozent.
Anders sieht es beim Bestand aus: Dort geht es erst einmal darum, die Statik des Gebäudes zu analysieren. Anschließend müssen die Schwachstellen verstärkt werden: zusätzliche Wände oder Träger, Stahlkreuze oder Klebarmierungen sorgen dafür, dass das Gebäude möglichen Erdstößen besser widersteht. Hier sind meist Kosten in Höhe von rund fünf Prozent des Gebäudewerts anzusetzen. In extremen Fällen können die Sanierungskosten jedoch geradezu explodieren.

Konstruktive Details bei Aufzügen

Bei einer erdbebensicheren Bauweise sind der Personenschutz und funktionierende Infrastrukturen besonders wichtig. Das gilt auch für Aufzüge. Schindler ist mit den höchsten Anforderungen weltweit seit vielen Jahren bestens vertraut, – zum Beispiel beim Torre Reforma oder beim Wuhan Greenland Center in der gleichnamigen Stadt in Zentralchina.
Je nach Kategorie des Erdbebenrisikos sorgen konstruktive Details dafür, dass Führungsschienen besonders befestigt und Treibscheiben und Seilrollen besonders gesichert sind. Somit ist gewährleistet, dass Fahrgäste nach einem Erdbeben den Aufzug unverletzt verlassen können.

Wer mehr dazu erfahren möchte: Die aktuelle Ausgabe der Schweizerischen Schindler Kundenzeitschrift next floor widmet sich dem Thema Erbebensicherheit.

 

Aufmacherbild: Torre Reforma

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