Hermann Kamtes Spaßwelt in Dubai

Dubai bleibt ein Land der Optimisten: Das kleine, aber reiche Emirat am persischen Golf hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Auch die Bauprojekte versetzen die Welt in Staunen. Nun stellt der afrikanische Architekt Hermann Kamte ein Projekt vor, das die an architektonischen Reichtümern nicht arme Stadt noch attraktiver machen soll.

Die Stadt Dubai hatte das Architekturbüro Hermann Kamte eingeladen, an einer Ausschreibung teilzunehmen, um die City Waterfront neu zu erfinden. Kamte hat nun einen Freizeit- und Vergnügungspark entworfen, der der Stadt als touristische Attraktion mehr soziales Leben einhauchen soll. Schon mit seinem Entwurf für ein Holzhochhaus in Kameruns Hauptstadt Jaunde hatte der junge Architekt für Aufsehen gesorgt.

Blumen und Herzen

“Fine Flower – Dubai Heart” heißt das Vorhaben, das einmal der größte Freizeitpark der Welt werden könnte. Das Projekt ist von der Form einer Blume inspiriert: Es besteht aus einer kleinen Insel, die in verschiedene Elemente unterteilt ist. Ein herzförmiges Hauptgebäude umgibt drei Hochhäuser, die irgendwie organisch wirken. Spielplätze, Restaurants, Geschäfte und der höchste künstliche Wasserfall der Welt sollen dort zu finden sein. Natürlich darf auch ein Jachthafen nicht fehlen, damit die Bewohner der umliegenden Inseln über das Wasser zum Vergnügen reisen können.

Das Kamte-Projekt liegt zwischen den Inselgruppen Palm Island und The World in Dubai City. Quelle: HKA | Hermann Kamte & Associates

Das Kamte-Projekt liegt zwischen den Inselgruppen Palm Island und The World in Dubai City. Quelle: HKA | Hermann Kamte & Associates

Ungewisse Zeiten für Dubai

Ob “Fine Flower – Dubai Heart” realisiert wird, ist noch ungewiss. Denn das Emirat lebt derzeit mit unsicheren Zukunftsprognosen. Was sich auch auf weitere Vorhaben auswirken könnte. Zum Beispiel auf das Bestreben, im Wettbewerb um das höchste Gebäude der Welt die Nase vorn zu behalten. Den Rekord hält aktuell zwar noch der Burj Khalifa in Dubai mit 828 Metern. Doch der Nachfolger, der Jeddah Tower wird derzeit im arabischen Nachbarstaat Saudi-Arabien gebaut: Er soll nach Fertigstellung im Jahr 2020 genau 1007 Meter hoch sein – beide Gebäude hat der US-Architekt Adrian Smith entworfen. Doch so leicht gibt sich das Emirat nicht geschlagen, es plant bereits einen neuen Rekordhalter, den Dubai Creek Tower des Architekten Micael Calatrava.

Besucherströme vor dem weltgrößten Freizeitpark. Quelle: HKA | Hermann Kamte & Associates

Besucherströme vor dem weltgrößten Freizeitpark. Quelle: HKA | Hermann Kamte & Associates

Ausgezeichnete internationale Anbindung

Die Rekordjagd hält nicht nur Hochhausenthusiasten in Atem: Lange Jahre boomte der Immobilienmarkt in der Region. Tourismus und Handel gaben dem Land wirtschaftlichen Schwung. Der internationale Flughafen Dubai (DXB) ist nach internationalen Passagierzahlen der größte Airport der Welt. 16 Millionen Übernachtungsbesucher zählte Dubai 2017. Sie gaben umgerechnet 28,5 Milliarden US-Dollar aus – mehr als in vergleichbaren touristischen Top-Destinationen wie New York, London oder Singapur. Und damit das kümftig so bleibt, ist ein riesiger Wasserpark sicher nicht die schlechteste Idee.

Neue Mehrwertsteuer seit 2018

Denn die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren kräftig gesunken. Dennoch sehen die Unternehmensberater von Deloitte in einer Studie zu Dubai gute Perspektiven. Dafür ist vor allem die immer bessere internationale Anbindung des Landes an Asien, Europa und die USA verantwortlich. Eines aber könnte die Entwicklung kurzfristig ausbremsen: Das Emirat hat zum 1. Januar 2018 erstmals in seiner Geschichte eine Mehrwertsteuer eingeführt. Die gilt nun auch für Immobilien und liegt derzeit bei fünf Prozent.

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