London Wall Place: Stadt auf neuer Ebene

London ist für den Besucher wie ein gigantisches Architekturmuseum, das herausragende Zeugnisse historischer Bautätigkeit mit modernsten Konzepten verbindet. Mit dem Projekt London Wall Place haben die Architekten von Make in den vergangenen Jahren ein ganz besonders Vorhaben geschaffen, um Alt und Neu zusammenzuführen.

Im Norden der City of London, mitten im Herzen der britischen Hauptstadt ist ein architektonisch erstklassiges Ensemble entstanden. Bis zu 5000 Menschen arbeiten hier jeden Tag. Kaum zehn Minuten Fußweg von der Themse entfernt profitieren sie von einer erstklassige Lage inmitten der rastlosen Metropole. Und zugleich von den ruhigen Rückzugsorten im integrierten öffentlichen Park. Darüber hinaus zeigt das Projekt, das zuweilen auch reine Investorenprojekte echte Glücksfälle für die Stadtplanung sein können.

Denn Make Architects haben mehr konzipiert als lediglich zwei weitere Büro- und Geschäftsgebäude für die City. Die Adresse Wall Place bezieht sich auf den Verlauf der historischen Stadtmauer, die in Teilen noch erhalten und sichtbar ist. Das nahmen Entwickler und Architekten zum Anlass, bei der Gestaltung des Außenraums neue Wege zu gehen. Und zwar Hochwege. Doch der Reihe nach.

Mit Brücken und Fußwegen erschließen die Architekten den Hochgarten zwischen den Bürotürmen. Foto: Make via V2com

Grüner öffentlicher Stadtraum

Denn vor allem haben Make Architects mit zahlreichen Gärten neuen Stadtraum erschlossen. Und so für mehr Lebensqualität im stark verdichteten Stadtkern Londons gesorgt. Die öffentlich zugänglichen Parks schaffen einen starken Bezug zu römischen und mittelalterlichen Ruinen am Ort. Der gesamte Park im London Wall Place umfasst eine Fläche von anderthalb Hektar und besteht aus einer Reihe von terrassenförmig angelegten Gartenanlagen und den beiden angrenzenden Gärten Salters Hall und St. Alphage.

Mit hellen und dunklen Akzenten fügen sich die Fassaden der Bürotürme gut ins Ensemble. Foto: Make via V2com

In dieser vertikalen Landschaft erheben sich so genannte Highwalks. Diese kühn geschwungenen Fußgängerbrücken und -wege aus Stahl sind mehr als 350 Meter lang und beherbergen einen zusätzlichen Hochgarten. Sie erinnern daran, dass an dieser Stelle nach dem Krieg ein umfangreiches Netzwerk aus Fußgängerwegen in luftiger Höhe geplant war. Heute wachsen hier tausende von Pflanzen, darunter Erdbeeren, Lavendel und Efeu. Die schaffen unterschiedliche Mikroklimazonen und sorgen dafür, dass die Gärten als wirklich öffentlicher Raum bei den Anwohnern außerordentlich beliebt geworden sind.

London Wall Place als Attraktion für Touristen

Und auch die Bürotürme selbst fügen sich gut in das Gesamtensemble. Das Gebäude mit der markanten Adresse 1 London Wall Place ist mit 13 Stockwerken und 9 Dachterrassen der neue Hauptsitz des globalen Vermögensverwalter Schroders. Im zweiten 17-stöckigen Gebäude an der Adresse 2 London Wall Place arbeiten dagegen viele verschiedene Mieter. Gestalterisch sind die beiden Objekte durch Bänder aus hellem Beton und dunkelblauer Keramik auf der Fassade verbunden. Diese Baustoffe erinnern an den schimmernden Feuerstein der römischen und mittelalterlichen Überreste der Stadtmauer.

Make haben mit dem Projekt Wall Place London eine grüne Ruheinsel in der City geschaffen. Foto: Make via V2com

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