Afrikas zweithöchstes Hochhaus: Der Britam Tower in Nairobi

Afrikas zweithöchstes Hochhaus

Nairobi ist die Boomtown Afrikas. Das Wirtschaftszentrum von ganz Ostafrika hat in den vergangenen Jahrzehnten einen erstaunlichen Aufstieg hingelegt – von der verschlafenen Kolonialmetropole unter den Briten zum Leuchtturm der afrikanischen Dekolonisation. Nun ist in Kenias Hauptstadt Afrikas zweithöchstes Hochhaus entstanden. Der Britam Tower in Nairobi wird Sitz der British American Insurance Company Limited. Seit kurzem steht er zur kommerziellen Verwertung bereit.

Mit seinen Ausmaßen und seiner Gestaltung steht der Tower symbolisch für den rasanten Wandel in Afrika. In den vergangenen Jahren ist vielen Ländern südlich der Sahara der wirtschaftliche Aufstieg gelungen. Auch Kenia gilt zumindest in einigen Bereichen als Erfolgsmodell. Heute ist Nairobi – der Name steht für „kühles Wasser“ in der Sprache der Massai – zu einer Art New York Afrikas geworden. Eine Stadt, die durch ihre Modernität heraussticht und der höchstens noch Johannesburg das Wasser reichen kann. Rund 3,5 Millionen Menschen leben in Nairobi, noch einmal doppelt so viele Menschen in der Region. Stadt und Region sind attraktiv, die Bevölkerung wächst und damit auch die stadtplanerische Herausforderung.

Afrikas zweithöchstes Hochhaus im Höhenvergleich

Nairobi Kenia

Der Britam Tower ist prismenartig gestaltet. Foto: GAPP Architects and Urban Designers

Schon früh strebte die Stadt daher in die Höhe: Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit wurde Nairobis und Kenias Wahrzeichen gebaut. Das Kenyatta International Conference Centre (KICC) mit seinen 28-Stockwerken stammt aus der Feder eines norwegischen und eines kenianischen Architekten und galt als ökologisch vorbildlich. Doch während das KICC nur 105 Meter hoch ist, ragt der Britam Tower 195 Metern in die Höhe.

Das Bürohochhaus ist nun mit seinen 32 Stockwerken der höchste Turm in Nairobi und Afrikas zweithöchstes Hochhaus geworden. Schindler-Aufzüge sorgen für die komfortable vertikale Mobilität. Gestalterisch sticht der Turm vor allem durch das prismenartige Design hervor. Auf einer quadratischen Grundfläche erhebt sich das Gebäude und mündet in einem zweiseitigen Dach, auf dem sich drei helixförmige Windturbinen drehen.

Fünf Jahre hat die Fertigstellung des Gebäudes gedauert. Der Entwurf stammt von den beiden Architekturbüros GAPP Architects & Urban Designers und Triad Architects. Gapp ist einer der bekanntesten Architekturbüros Südafrikas und hat sich in den vergangenen 20 Jahren besonders durch stadtplanerische Projekte viele Lorbeeren erworben.

Renommierte Architekten aus Kenia und Südafrika

Britam Tower in Nairobi

Der Entwurf der Architekten knüpft an kenianische Traditionen an. Fotos: GAPP Architects and Urban Designers

Triad wiederum ist eines der größten und renommierteste afrikanischen Architekturbüros. Das Büro mit Hauptsitz in Nairobi wurde 1963 von Amyas Connell und Graham McCullough gegründet. Connell stach schon 1929 in Großbritannien als junger moderner Architekt heraus. 1946 wurde er erstmals in Ostafrika tätig und baute das Kenianische Parlamentsgebäude in Nairobi, das heute zu einer Ikone moderner Architektur geworden ist. McCullough wiederum gründete den Kenianischen Architektenverband (AAK) und zeichnete sich vor allem durch den Entwurf von Safarilodges aus.

Beide Büros – Triad und Gapp – sind dafür bekannt, dass es ihnen gelingt, in ihren gestalterischen Entwürfen die Traditionen des jeweiligen afrikanischen Staates mit modernster Gestaltung auf einzigartige Art und Weise zu verbinden. Ihr Wolkenkratzer ist bei weitem nicht das einzige Hochhaus, das in Kenia entsteht. Rund ein Viertel aller Hochhausprojekte wächst hier in die Höhe.

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