Frag’ den Liftboy: Stammplatz im Aufzug?

Liftboy

Wie heißt es doch? Es gibt keine dummen Fragen. Rund um den Aufzug liefert das Internet jedoch jede Menge Rätsel, die sich nur mit ausreichend Erfahrung und Menschenkenntnis beantworten lassen. Unser Liftboy kennt die Abgründe der menschlichen Seele, und klärt an dieser Stelle Fragen, an denen andere Ratgeber verzweifeln … In dieser Folge: Wer steht eigentlich wo. Und hat jeder seinen Stammplatz im Aufzug?

Liftboy: Guten Tag, mein Herr! Wohin soll es denn gehen?

Ein Herr: Guten Tag! Na, ganz nach oben, bitte, in den 23. !

Liftboy: Sehr wohl. Bitte treten Sie einen Schritt zurück! (Die Türen schließen sich).

Ein Herr: Sagen Sie mal, darf ich Sie mal was fragen?

Liftboy: Natürlich – dafür bin ich ja da.

Ein Herr: Ich meine, Sie kennen sich doch aus … Gibt es im Fahrstuhl eigentlich Stammplätze?

Liftboy: Sie meinen, Stammplatz wie Stammtisch, an dem niemand anderes stehen darf?

Ein Herr: Nein, ich meine, Sie kennen viele Gäste hier. Stehen die eigentlich immer an der gleichen Stelle?

Liftboy: Nun, das ist interessant, dass Sie das fragen. Denn vor einigen Jahren war eine junge Frau hier zu Gast, eine finnische Ethnologin. Die untersuchen ja normalerweise, wer wo was auf der Welt warum macht. Und dann hat sie eben geschaut, wer sich wo hinstellt, wenn er oder sie einen Fahrstuhl betritt.

Ein Herr: Und?

Stammplatz der Jäger und Sammler

Liftboy: Nun, die Ethnologin, Rebekah Rousi hieß die, stellte fest: Die Menschen stellen sich nicht immer an die gleiche Stelle. Aber Frauen bleiben eher vorne an der Tür stehen. Ältere Männer rücken durch zur Rückwand des Fahrstuhls. Jüngere bleiben meist in die Mitte.

Ein Herr: Ach.

Liftboy: Interessant ist auch, wohin die Menschen schauen, wenn sie in einem Aufzug sind. Frauen sehen eher auf den Boden. Sie suchen keinen Blickkontakt. Männer dagegen schauen entweder auf die Stockwerkanzeige oder auf das TÜV-Schild. Oder sie beobachten sich und andere im Spiegel.

Ein Herr: Da kommt der Jäger durch …

Liftboy: Die Ethnologin hat dieses Verhalten in Australien untersucht. Ich kann mir vorstellen, dass das in anderen Ländern anders ist.

Ein Herr: Ich kann mir vorstellen, dass in Berlin die Leute eher dazu neigen, sich alle nach vorne an die Tür zu stellen. Wie in der Straßenbahn …

Liftboy: Sicher, manchmal wird es eng.

Ein Herr: Da spielt vermutlich die Angst mit, nicht mehr rechtzeitig aussteigen zu können. Oder die Scheu vor dem Anderen. (Pling!)

Liftboy: Nun, man macht so seine Beobachtungen …

Ein Herr: Auf Wiedersehen!

Liftboy: Auf Wiedersehen!

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