Timber-Tower für Toronto: Hoch hinaus mit Holz

Timber-Tower für Tower

Holz erlebt seit Jahren seine Renaissance im Hochbau. Und mit jedem Projekt werden die Möglichkeiten ein wenig weiter ausgereizt. So auch der Timber-Tower für Toronto: Beim aktuell größten Projekt in Nordamerika, stellt der Werkstoff nun auch seine Hybrid-Qualitäten unter Beweis.

“Je mehr wir uns damit beschäftigt haben, umso begeisterter waren wir”, sagt Gilbert Delgado. Er ist an der Universität Toronto für die Planung, den Ausbau und das Design des Campus zuständig. Holz als Baustoff war allerdings nur seine zweite Wahl. Zunächst sollte das neue Campus-Gebäude in traditioneller Stahlbauweise entstehen. Doch dann bekam die Uni Wind von der staatlichen Unterstützung für das Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff. Warum also nicht einfach mal ausprobieren? Und engagierte die innovationsfreudigen Büros MJMA und Patkau Architects als Planer.

Timber-Tower für Toronto

Trojanischer Tower: Außen Glas, innen Holz – das neue Universitätsgebäude will die Vorteile verschiedener Baumaterialien in einem Projekt vereinen. Illustration: MJMA and Patkau Architects.

Herausgekommen ist dabei der Entwurf für einen durchaus stattlichen, 14 Etagen zählenden Hybridturm. Den Kern des Gebäudes bildet dabei ein Erschließungsschacht aus Beton, die Außenhülle eine Glasfassade. Das tragende Gerüst selbst jedoch soll aus beschichtetem Konstruktionsholz gefertigt werden. Auf diese Weise soll das Gebäude die jeweiligen Vorzüge der Baustoffe auf’s Beste vereinen. Der Beton im Treppen- um Aufzugsschacht erleichtert den Brandschutz. Eine Ausführung in Holz ist zwar ebenfalls denkbar und wird bereits praktiziert. Allerdings sprengen die Kosten für die Zulassung des Materials für Flucht- und Rettungswege mancherorts bislang noch den Rahmen. Das Glas an der Fassade wiederum ist leicht zu warten und zu reinigen. Außerdem bietet die vorgesetzte Fassade dank des extra Luftpolsters verschiedene klimatische und energetische Vorzüge.

Mehr Wow auf dem Bau: Ein Bestandsgebäude nimmt den leichten Holzturm huckepack. Illustration: MJMA and Patkau Architects.

Und auch das Tragwerk aus Holz bietet natürlich zahlreiche Vorteile. Zum einen bindet – anders als Beton und Stahl – der Werkstoff mehr CO2, als er verursacht. Zudem lassen sich mit ihm die Bauarbeiten deutlich schneller, leiser und sauberer im laufenden Unibetrieb erledigen. Da als Fundament der Unterbau eines bestehenden Gebäudes fungiert, das den leichten Holzturm huckepack nimmt, fallen auch keine weiteren Tiebauarbeiten an. Außerdem erzielt man mit Holz als Baustoff einen ganz anderen Wow-Effekt, als mit Stahl und Beton, so die Offiziellen der Uni.

Ob den Hybriden die Zukunft gehört oder doch den rein hölzernen ist eigentlich egal. Interessant ist doch allein schon die Tatsache, dass Holz inzwischen auch bei reinen Zweckbauten als konkurrenzfähige Alternative gilt. Je mehr damit experimentieren, desto nachhaltiger werden die Bauten der Zukunft.

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