#liftclip: Der Klügere geht aus

Immer hat der Aufzug erduldet, erlitten, ertragen. Damit ist jetzt Schluss. Im chinesischen Chongqing hat sich ein Aufzug nach einer Pinkelattacke gewehrt: Statt die Verunreinigung hinzunehmen und weiter vorschriftsgemäß nach oben und unten zu fahren, hat er einfach seinen Dienst eingestellt. Eine kluge Volte!

Von intelligenten Aufzügen ist bereits seit Längerem die Rede. Gemeint war aber bisher entweder die Steuerung, die Aufzüge effizienter und bedarfsorientierter fahren lässt (wie bei Schindler MyPORT etwa), oder die digitalen Services, die mit der Anbindung der Lifte ans Internet ermöglicht werden. Seit vergangener Woche sprechen wir aber von etwas ganz anderem: Das Überwachungsvideo aus einem Aufzug im chinesischen Chongqing zeigt uns nämlich einen Aufzug, der sich wehrt!

Kann man machen, ist aber dumm

In dem Video, dass der chinesische Sender CGTN veröffentlichte, ist ein Junge zu sehen, der im Aufzug fährt und dabei ungeniert das Tableau in der Aufzugskabine – man mag es kaum schreiben – bepinkelt. Doch bevor er nach seiner Missetat aussteigen kann, lässt der Aufzug die Türen verschlossen, die Knöpfe am Tableau unheilvoll blinken, löscht schließlich ganz das Licht und den Täter eingeschlossen in der Kabine zurück.

Wer nun behauptet, die Pinkelattacke habe schlicht einen Kurzschluss verursacht, hat vielleicht recht. Er verpasst aber die viel schönere Geschichte: von dem Aufzug, der nicht mehr erduldet, von dem Aufzug, der aufbegehrt, sich wehrt, den Schuldigen zur Verantwortung zieht. Waren es doch bisher immer die Unbeteiligten, die im Aufzug steckenblieben. War es doch immer ein Akt des Zufalls, der darüber entschied, ob wir aussteigen dürfen oder nicht.

Vertikale Gerechtigkeit wiederhergestellt

Jetzt hat der Aufzug eine Entscheidung getroffen, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, um das kosmische Gleichgewicht wiederherzustellen. Und damit nicht nur die konkrete Tat gesühnt wird, sondern zugleich die Geschichte über die Macht des wehrhaften Aufzugs von sich Reden macht, hat dieses Video den Akt der vertikalen Gerechtigkeit dokumentiert und der Nachwelt überliefert. Oder wie die Münchner Abendzeitung die Moral der Geschichte so schön zusammenfasste: Kann man machen, ist aber dumm!

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