Gefilmte Fahrt mit SchindlerHaughton

In unserer Reihe „Gefilmte Fahrt“ stellen wir Aufzug-Filmer vor, die ihre Videos auf YouTube veröffentlichen. Dan Hood ist 22 Jahre alt und steht kurz vor dem Abschluss seines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums an der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York. Mit seinem Kanal SchindlerHaughton gehörte er zu den frühesten Aufzug-Filmern. Inzwischen reizen ihn Achterbahnen mehr.

Dan, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen YouTube-Channel zu Fahrstühlen anzulegen?
Bereits als Kind faszinierten mich Aufzüge. Nachdem ich eines von Gluses Videos gesehen hatte, entdeckte ich andere frühe Filmer wie dieselducy, musicfreakcc und thegrudge58, der inzwischen leider verstorben ist. Das brachte mich auf die Idee, selbst einen Kanal zu beginnen. Mit meinen damals 14 Jahren veröffentlichte ich im Februar 2009 mein erstes Video. Ich nannte ihn LI Elevators, eine Abkürzung für Long Island Elevators. Nach knapp einem Jahr benannte ich ihn in SchindlerHaughton um, nach der kurzlebigen amerikanischen Aufzug-Firma, die Schindler übernommen hatte.

Follower und Freunde

Ihr Channel hat inzwischen mehr als 2.000 Abonnenten. Ab welchem Punkt ging es aufwärts?
Einen genauen Punkt kann ich nicht festmachen. Wahrscheinlich habe ich es nie so realisiert. Es war eher ein stetiger Prozess, in dem etwa meine Freunde aus der Schule und von der Arbeit auf meinen Kanal stießen.

Aufzug-Filmer Dan (2. v. l.) hat durch sein Hobby neue Freundschaften geschlossen. Foto: privat

Aufzug-Filmer Dan (2. v. l.) hat durch sein Hobby neue Freundschaften geschlossen. Foto: privat

Wer sind Ihre Follower, kennen Sie einige von ihnen persönlich?
Bei vielen von ihnen handelt es sich um andere Aufzug-Filmer. Ich habe einige von ihnen persönlich kennengelernt, besonders, wenn sie aus Long Island und dem Bundesstaat New York kommen. Ich bin noch immer in Kontakt mit alpaljl und dea41396returns. Mit cve9120, ih8escalators (besser bekannt als Filechia) und TheElevatorChannel entwickelte sich eine regelrechte Freundschaft. Allgemein ist die Community nicht mehr so verschlossen wie noch vor einigen Jahren.

Die angesprochene Aufzug-Community ist groß, die Zahl der Filmer ebenso. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?
Ich denke, es ging vielen so wie mir: Sie hatten sich bereits lange Jahre für Aufzüge interessiert und begannen zu filmen, nachdem sie auf Videos anderer Filmer gestoßen waren.

Was macht für Sie persönlich den Reiz eines guten Aufzug-Videos aus?
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass die Kamera nicht zu sehr wackelt, das Wichtigste gezeigt wird und die Kommentare interessant sind. Damit ich einen Fahrstuhl-Film anschaue, muss allerdings vor allem eine Sache stimmen: Der Aufzug selbst muss auf irgendeine Weise besonders sein.

Öffentliche Aufzüge filmen

Wie entdecken Sie interessante Aufzüge?
Die Mehrzahl der Aufzüge, die ich gefilmt habe, waren in Shoppingcentern, Geschäften und Bürogebäuden.

Wie schaffen Sie es, die Aufzüge benutzen zu können, die Sie filmen?
An öffentlichen Orten ging das in der Regel problemlos. Ich hatte aber auch die Möglichkeit, einige Aufzüge zu filmen, die nicht öffentlich zugänglich sind und für die ich eine Genehmigung brauchte. Das waren zum Teil die coolsten Aufzüge überhaupt. Als ich zum Beispiel mit dieselducy Videos gedreht habe, haben wir einen 115 Jahre alten Fahrstuhl gefilmt, der von Hand bedient werden musste. Soweit ich es von anderen weiß, gibt es vor allem Probleme, wenn man sich nicht um eine Genehmigung kümmert, etwa für Lastenaufzüge in Shoppincentern.

Welches Ihrer Videos gefällt Ihnen selbst am besten?
Eines meiner Lieblingsvideos habe ich in einem Bankgebäude aufgenommen. Es handelt sich um einen Otis von 1930, bei dem fast alles noch original ist, auch die Türen.

Das Werk welches Aufzug-Filmers würden Sie weiterempfehlen?
Zu den besten Kanälen zählen sicherlich die von dieselducy und TheElevatorChannel. Es gibt bestimmt auch gute neuere, doch kenne ich sie nicht. Ich filme nicht mehr Aufzüge, sondern interessiere mich inzwischen mehr für Achterbahnen. Lustigerweise sind es fast alles Freunde aus der Aufzug-Community, mit denen ich zu den großen Achterbahnen fahre. 321 Achterbahnen in den USA und Kanada bin ich bereits gefahren.

Gibt es dennoch Aufzüge, die Sie noch nicht gefilmt haben, aber gern mal vorstellen würden?
Aufzüge, die mindestens 50 Jahre alt sind, und ziemlich original erhalten, reizen mich immer noch. Außerdem berühmte Fahrstühle wie der im Marriott Marquis in Atlanta.

Die weiteren Interviews der Reihe „Gefilmte Fahrt“ auf dem Senkrechtstarter.

Please download the English version here: Schindler_Haughton_en

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