EY Center: Schöner Schimmer über Sydney

Hochhäuser aus Holz sind in. Doch in Down Under treibt man den Trend auf die Spitze. Statt das schöne Holz in der Konstruktion zu verstecken, wird es hinter Glas präsentiert. Das verleiht dem EY Center ein natürliches Aussehen und lässt es besonders im Abenddunkel schön warm leuchten.

Holz, Stein, Metall und Glas – Luxuriös leuchtet auch das Interieur. Foto: Brett Boardman

Dieser Ort in Sydney, er ist ein besonderer. Denn hier begann die Leitung, von der die Kolonie New South Wales ihr Wasser erhielt. Ohne sie wäre es den Siedlern unmöglich gewesen, das trockene, heiße Australien zu erobern. Rund 23.000 archäologischen Funde aus dieser Zeit brachten die Bauarbeiten ans Tageslicht. Einen Teil davon können die Besucher des EY Centers heute begutachten. Sie sind in Glasvitrinen an den öffentlichen zugänglichen Treppen seitlich des Gebäudes ausgestellt. In der Lobby begegnen die Besucher dann der wandfüllenden Aborigine-Kunst von Judy Watson. Das EY Center des ortsansässigen Architekturbüros fjmt ist vordergründig ein einfaches Bürogebäude. Und doch fügt es Sydneys Skyline eine ästhetische und kulturelle Dimension hinzu, die weit über die kommerzielle Nutzung hinausweist.

Holzjalousien in der Glasfassade

Schlanke Stelzen: Das EY Center überzeugt auch in den Detais. Foto: Rodrigo Vargas (2x)

Allein schon, aufrgund seiner Farbe. Gefallen sich seine Nachbarn in kühlem grau, blau oder schwarz, leuchtet der 155 Meter hohe Büroturm in warmen Brauntönen. Je nach Sonnenstand auch bronze- oder goldfarben. Möglich wird dies durch vollautomatische Holzjalousien, die luftdicht in der Glasfassade montiert sind. Und wenn im Abenddunkel die Schreibtischlampen angehen, erstrahlt die Fassade wie ein Bernstein im Sonnenlicht. Die abgerundeten Formen des Gebäudes unterstützen diesen Eindruck zusätzlich. Sie sollen an die Sandsteinformationen erinnern, auf denen Sydney errichtet wurde.

Ein menschlicher Turm

Trotz aller symbolischen Aufladung ist das EY Center aber in erster Linie ein modernes Bürogebäude. Und als solches hält es auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte in der Balance. Deshalb ist die Schmuckfassade auch keine reine Schmuckfassade. Vielmehr reduziert sie den Sonneneintrag drastisch. Zusammen mit der isoliernden Doppelverglasung dahinter, sorgt sie so für einen niedrigen Energieverbrauch. Zudem entschieden sich die Architekten dafür, ausschließlich LED-Lampen zu verwenden. In der Summe wurden die Bemühungen mit einem australischen Green Star Award belohnt. „Wir hatten die Vision von einer neuen Art von Turm. Warm, menschlich ansprechend, der eine gesunde, nachhaltige Arbeitsatmosphäre schafft“, geben fjmt zu Protokoll. Wenn so die Zukunft der Bürogebäude aussieht, sagen wir: Bitte mehr davon!

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