Dauerbrenner Aufzug-Selfies – nicht nur auf Twitter

Aufzug-Selfies: Gern geposted bei Instagram und Twitter

Die Beliebtheit von Selfies ist ungebrochen. Die Smartphone-Hersteller haben darauf reagiert und verbessern die Frontkameras ihrer Geräte. Mehr Megapixel, optischer Bildstabilisator, Blitz und Weitwinkelobjektiv heißen die Zauberworte. Wir verraten, woher die Faszination von Aufzug-Selfies kommt.

Einmal im Monat blicken wir auf die besten Aufzug-Tweets zurück. Immer wieder Thema: Aufzug-Selfies. Und auch unser Liftboy hat die Frage nach Spiegeln im Fahrstuhl zum Teil mit Verweis auf die Selbstporträts beantwortet. Doch nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Instagram sind die Aufzug-Selfies eine beliebte Kategorie. Blicken wir daher zwei Jahre zurück und schauen, was der Senkrechtstarter damals veröffentlicht hat:

Wir wollen uns hier mit einer geläufigen Kategorie innerhalb des Selfie-Genres befassen: dem Aufzugselfie. Insbesondere auf Instagram erfreut sich diese Selfie-Pose nachhaltiger Beliebtheit. Ein Großteil der dort geposteten Aufzugselfies zählt strenggenommen zu den sogenannten Mirrorselfies. Dabei stellen sich die Protagonisten vor einen Spiegel und fotografieren ihr Spiegelbild mit Smartphone oder Fotokamera. Obwohl ästhetische Gründe dagegen sprechen (das Foto ist spiegelverkehrt, die Kamera sichtbar, der Blitz reflektiert usw.) verwenden viele Nutzer diese Technik, um uns mit Ganzkörperansichten zu erfreuen. Und da in zahlreichen Aufzugskabinen bodentiefe Spiegel angebracht sind, eignen sich diese Orte besonders gut.

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© flickr/mattzu

Alleine fotografierte Aufzug-Selfies

Aber es gibt noch weitere Gründe, die den Aufzug zum bevorzugten Ort der Selbstfotografie werden lassen. So ist man dort oft allein und hat zudem Zeit sich mit sich selbst zu beschäftigen. Denn – so widersinnig es klingen mag – vielen Menschen ist der Selfie peinlich. Nicht der gelungene auf Facebook, Twitter oder Instagram, sondern der Moment der Aufnahme, das von anderen despektierlich beobeachtete Sich-selbst-in-Szene-setzen.

© flickr/lavidareciente

© flickr/lavidareciente

Hinzu kommt: Im Aufzug haben wir nichts zu tun. Das Spiegelbild zieht unsere Ausmerksamkeit auf sich und lädt unsere Eitelkeit zum Spielen ein. Aus genau diesem Grund werden Spiegel übrigens in Aufzügen installiert: Die Nutzer sollen sich lieber mit sich selbst beschäftigen als etwas kaputt zu machen. Wenn dann noch das Smartphone bei der Hand ist, sind die Likes schon in greifbarer Nähe. So haben sich auf Twitter und Instagram schon Rubriken und Reihen wie das „Elevatorselfie am Mittwoch“ etabliert. Die ehemalige „Monrose“-Sängerin Senna Gammour hat sogar einen eigenen Instagram-Kanal für ihre Aufzugsselfies angelegt.

Die Kamera im Bild

Was den Aufzugselfie (resp. den Mirrorselfie) von allen anderen Spielarten des Selfietums unterscheidet, ist, dass das Aufnahmemedium, die Kamera, selbst auf dem Bild zu sehen ist. Während beim gewöhnlichen Selfie der Ausführende sich selbst als Objekt inszeniert, kommt er hierbei auch als Subjekt in den Blick. Er sieht sich selbst dabei zu, wie er von sich selbst ein Bild macht. Analog zum Film-im-Film wird dabei das Realismus-Primat hinterlaufen: Nicht mehr ich selbst bin im Bild, sondern ich selbst, wie ich von mir ein Foto mache. Für den Betrachter wird dadurch die Inszenierung des Ganzen noch augenfälliger. Während beim gewöhnlichen Selfie der ausgestreckte Arm des Fotografen unsichtbar bleibt, kommt der Fotograf als ebensolchen ins Bild.

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