Hongkong: Downtown ist jetzt oben

Es gibt keinen schöneren Ort als – Downtown! sang Petula Clark 1965. Nicht erst seit dem gelten die Innenstädte rund um den Globus als Zentrum des Amusements. Doch muss es immer down, also runter, gehen? Nicht wenn es nach dem niederländischen Architekturbüro concrete geht. Das hat jetzt einen sogenannten Skypark auf einem Hochhaus in Hongkong gestaltet – und den Ausgehwilligen damit eine neue Adresse hoch über den Asphaltschluchten der Metropole gegeben.

Grün im Grau: Der Skypark zeichnet sich deutlich von seiner Umgebung ab. Foto: concrete

Das Stadtviertel Mongkok in Hongkong gehört zu den dichtbesiedeltsten der Erde. 130.000 Einwohner drängen sich hier auf den Quadratkilometer. Da kann man selbst nach örtlichen Maßstäben von akuter Raumnot sprechen. Allerdings nur, wenn man den Blick konsequent auf den Boden heftet. Denn im Luftraum über dem Viertel ist ja noch genügend Ausweichsfläche vorhanden. So sah das auch das niederländische Architekturbüro concrete, dass ein Neubauprojekt in dem Viertel nun mit einem Skypark gekrönt hat. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Stadtpark und exklusivem Clubhaus. Zielgruppe sei, so die Entwickler, das spaß- und genussorientierte Klientel der „Young Professionals“. Menschen mit gutem Job also, die noch nicht an eine Familie, geschweige denn an einen Ort gebunden sind.

Treffpunkt für Young Professionals: Poolparty in entspannter Atmosphäre. Foto: concrete

Mit dem Aufzug hoch nach Downtown

Agora über den Dächern: Die Terrasse nimmt Anleihen bei antiken Plätzen und gestaltet so ein Stück – wenn auch teilprivaten – Stadtraum. Foto: concrete

In entspannter Atmosphäre Gleichgesinnte treffen, relaxen, ein paar Drinks nehmen oder lecker essen. Der Skypark bietet alles, was man von einem Clubhaus erwartet. Sogar einen großen Pool. Und natürlich  spektakuläre Ausblicke. In den meisten anderen Metropolen der Welt würde man das ganze vielleicht einfach als luxuriöse Dachterasse mit Bar und Restaurant verstehen. Nicht so in Hongkong. Denn die chronische Platznot hat hier dazu geführt, dass sich nur wenig innerstädtisches Grün findet. Und wenn, dann handelt es sich dabei meist um Sportanlagen. Ein von Landschaftsgärtnern gestalteter Garten, der hier Teil des Konzepts ist, füllt also tatsächlich eine Lücke. Wenn die Stadt am Boden keine Parks zulässt, weichen wir eben nach oben aus, scheinen sich die Honkonger zu sagen. In Zukunft ist das vielleicht ein Modell auch für andere hochverdichtete Städte. Dass eine begrünte Bauweise sich durchaus positiv auf das lokale Klima auswirken kann, stellen ja gerade zahlreiche andere Bauprojekte unter Beweis.

Entspannung vom hektischen Großstadtleben

Angesichts der Exklusivität dieses Projekts kann man wohl kaum davon sprechen, dass der Skypark allgemein zugängliche Stadtparks ersetzt. Wenn künftig jedoch beim Thema Nachverdichtung auch die Aufenthaltsqualität auf den Gebäuden in den Fokus rückt, kann das kaum verkehrt sein. Denn das kann sich der Großstadtdschungel noch vom echten abschauen – dort spielt sich das Leben nämlich auch zu großen Teilen in den oberen Etagen ab. Näher dran am Licht … und der frischen Luft.

Bäume und Büsche: Was in den Asphaltschluchten des Bezirks nicht gedeiht, wächst jetzt auf dem Dach des neuen Hochhauses in Wongkok. Foto: concrete

 

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